AK nach einem Jahr Kinderbetreuungsgeld: Kurzvarianten werden von Eltern genützt - Rahmenbedingungen noch rasch verbessern

Väter nutzen Kurzvarianten öfter als Mütter, höchste Inanspruchnahme in Wien

Wien (OTS) - Seit 1. Jänner 2008 kann Kinderbetreuungsgeld kürzer und dafür mit einem höheren monatlichen Betrag bezogen werden. Anstelle von 436 Euro monatlich bis längstens zum 3. Geburtstag des Kindes kann dieses auch in Höhe von 624 Euro bis zum 2. Geburtstag des Kindes bzw in Höhe von 800 Euro bis zum Alter des Kindes von 1,5 Jahren bezogen werden. Die AK hat nach einem Jahr analysiert, wie die neuen Kurzvarianten angenommen werden. "Die Flexibilisierung wird von den Eltern gut angenommen", fasst Ingrid Moritz, Leiterin der Abteilung Frauen und Familie in der AK Wien, die Analyse zusammen. Insgesamt werden die Kurzvarianten von etwas mehr als einem Drittel der Eltern genützt, von Vätern öfters als von Müttern und in Wien öfters als in den anderen Bundesländern. "Das zeigt, dass Eltern möglichst lebensnahe Lösungen schätzen, wenn die Rahmenbedingungen passen. Diese sollten wir noch stärker bieten", verlangt Moritz. Die AK fordert, dass die weiteren notwendigen Reformschritte beim Kinderbetreuungsgeld rasch umgesetzt werden: Weitere Flexibilisierung durch Erweiterung um ein einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld, Erleichterung des Zuverdienens durch Wahl zwischen der bisherigen Zuverdienstgrenze und einer Arbeitszeitgrenze von bis zu 24 Stunden wöchentlich, gleiche Bezugsdauer beim Kinderbetreuungsgeld für Alleinstehende wie auch für Eltern sowie weitere Anreize für eine partnerschaftliche Teilung durch Einführung eines Papamonats und ausreichend Betreuungsplätze für Kleinkinder.

Im Durchschnitt werden die neuen Möglichkeiten zu 34 Prozent in Anspruch genommen. Nach Berufsgruppen differenziert wurden die Kurzvarianten von Selbständigen (60 Prozent), Vertragsbediensteten (44 Prozent), Beamten (42 Prozent) sowie von Angestellten (39 Prozent) überproportional stark genützt. Mit 57 Prozent werden die neuen Möglichkeiten von Männern überproportional genützt, bei Frauen sind es 34.

Bemerkenswert ist auch die unterschiedliche Inanspruchnahme nach Bundesländern. So werden die Kurzvarianten am seltensten in Tirol (27 Prozent) genützt. In Wien sind es hingegen mit 48 Prozent fast die Hälfte aller Eltern, die sich für eine der Kurzvarianten entschieden haben. Dabei dürfte auch eine maßgebliche Rolle spielen, dass in Wien das Angebot an Kinderkrippen für Kleinkinder deutlich besser ist.

Die AK fordert nun, dass die weiteren notwendigen Reformschritte beim Kinderbetreuungsgeld rasch umgesetzt werden: Weitere Flexibilisierung durch Erweiterung um ein einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld; Erleichterung des Zuverdienens durch die Wahl zwischen der bisherigen Zuverdienstgrenze und einer Arbeitszeitgrenze von bis zu 24 Stunden wöchentlich; gleiche Bezugsdauer beim Kinderbetreuungsgeld für Alleinstehende wie auch für Eltern sowie weitere Anreize für eine partnerschaftliche Teilung durch Einführung eines Papamonats.

Weiters fordert die AK ausreichend Betreuungsplätzen für Kleinkinder. Nur wenn auch frühzeitig eine Kinderbetreuung vorhanden ist, können sich Eltern für ein kürzeres Kinderbetreuungsgeld und eine frühere Berufsrückkehr frei entscheiden.

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