• 09.01.2009, 10:56:07
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AK nach einem Jahr Kinderbetreuungsgeld: Kurzvarianten werden von Eltern genützt - Rahmenbedingungen noch rasch verbessern

Väter nutzen Kurzvarianten öfter als Mütter, höchste Inanspruchnahme in Wien

Wien (OTS) - Seit 1. Jänner 2008 kann Kinderbetreuungsgeld kürzer
und dafür mit einem höheren monatlichen Betrag bezogen werden.
Anstelle von 436 Euro monatlich bis längstens zum 3. Geburtstag des
Kindes kann dieses auch in Höhe von 624 Euro bis zum 2. Geburtstag
des Kindes bzw in Höhe von 800 Euro bis zum Alter des Kindes von 1,5
Jahren bezogen werden. Die AK hat nach einem Jahr analysiert, wie die
neuen Kurzvarianten angenommen werden. "Die Flexibilisierung wird von
den Eltern gut angenommen", fasst Ingrid Moritz, Leiterin der
Abteilung Frauen und Familie in der AK Wien, die Analyse zusammen.
Insgesamt werden die Kurzvarianten von etwas mehr als einem Drittel
der Eltern genützt, von Vätern öfters als von Müttern und in Wien
öfters als in den anderen Bundesländern. "Das zeigt, dass Eltern
möglichst lebensnahe Lösungen schätzen, wenn die Rahmenbedingungen
passen. Diese sollten wir noch stärker bieten", verlangt Moritz. Die
AK fordert, dass die weiteren notwendigen Reformschritte beim
Kinderbetreuungsgeld rasch umgesetzt werden: Weitere Flexibilisierung
durch Erweiterung um ein einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld,
Erleichterung des Zuverdienens durch Wahl zwischen der bisherigen
Zuverdienstgrenze und einer Arbeitszeitgrenze von bis zu 24 Stunden
wöchentlich, gleiche Bezugsdauer beim Kinderbetreuungsgeld für
Alleinstehende wie auch für Eltern sowie weitere Anreize für eine
partnerschaftliche Teilung durch Einführung eines Papamonats und
ausreichend Betreuungsplätze für Kleinkinder.

Im Durchschnitt werden die neuen Möglichkeiten zu 34 Prozent in
Anspruch genommen. Nach Berufsgruppen differenziert wurden die
Kurzvarianten von Selbständigen (60 Prozent), Vertragsbediensteten
(44 Prozent), Beamten (42 Prozent) sowie von Angestellten (39
Prozent) überproportional stark genützt. Mit 57 Prozent werden die
neuen Möglichkeiten von Männern überproportional genützt, bei Frauen
sind es 34.

Bemerkenswert ist auch die unterschiedliche Inanspruchnahme nach
Bundesländern. So werden die Kurzvarianten am seltensten in Tirol (27
Prozent) genützt. In Wien sind es hingegen mit 48 Prozent fast die
Hälfte aller Eltern, die sich für eine der Kurzvarianten entschieden
haben. Dabei dürfte auch eine maßgebliche Rolle spielen, dass in Wien
das Angebot an Kinderkrippen für Kleinkinder deutlich besser ist.

Die AK fordert nun, dass die weiteren notwendigen Reformschritte
beim Kinderbetreuungsgeld rasch umgesetzt werden: Weitere
Flexibilisierung durch Erweiterung um ein einkommensabhängiges
Kinderbetreuungsgeld; Erleichterung des Zuverdienens durch die Wahl
zwischen der bisherigen Zuverdienstgrenze und einer Arbeitszeitgrenze
von bis zu 24 Stunden wöchentlich; gleiche Bezugsdauer beim
Kinderbetreuungsgeld für Alleinstehende wie auch für Eltern sowie
weitere Anreize für eine partnerschaftliche Teilung durch Einführung
eines Papamonats.

Weiters fordert die AK ausreichend Betreuungsplätzen für
Kleinkinder. Nur wenn auch frühzeitig eine Kinderbetreuung vorhanden
ist, können sich Eltern für ein kürzeres Kinderbetreuungsgeld und
eine frühere Berufsrückkehr frei entscheiden.

Rückfragehinweis:
Thomas Angerer
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 501 65-2578
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at

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