Familienbund-Präsidentin Andrea Gottweis: Kindergartenpflicht nur analog der Schulpflicht denkbar

Familienbund fordert begleitendes Integrationskonzept

St. Pölten (OTS) - Prinzipiell ist das Vorhaben österreichweit einen kostenlosen Kindergarten für Fünfjährige vorzusehen als sehr positiv zu bewerten und entspricht auch einer langjährigen Forderung des Österreichischen Familienbundes, stellte heute die Präsidentin des Österreichischen Familienbundes LAbg. Andrea Gottweis zur laufenden Diskussion über einen Gratiskindergarten fest.

Eine damit verbundene Kindergartenpflicht könne sich Gottweis jedoch nur analog zur gesetzlich vorgeschriebenen Schulpflicht vorstellen. Das Schulpflichtgesetz ermöglicht nach einer Meldung beim Bezirksschulrat einen häuslichen Unterricht. Der Erfolg ist am Ende des Schuljahres durch eine Prüfung nachzuweisen. Dieses Modell könnte auch für Kindergartenkinder entsprechend angewendet werden, etwa durch eine Sprachstandsfeststellung, erläuterte Gottweis die Vorstellungen des Familienbundes.

Nachdem die Kindergartenpflicht im Regierungsübereinkommen "Arbeitsplätze und Standortpolitik" niedergeschrieben ist, handelt es sich offensichtlich um eine integrationspolitische Maßnahme. Tatsächlich gebe es aber weder Pläne noch Untersuchungen, ob und wie der halbtägige Kindergartenbesuch tatsächlich eine positive Auswirkung auf die Integration von Familien mit fehlenden Deutschkenntnissen haben wird.

Abschließend appellierte die Familienbund-Präsidentin das letzte Kindergartenjahr nicht zur Pflicht werden zu lassen, sondern den Kindern das letzte Jahr "bevor der Ernst des Lebens beginnt" das "Kind sein" in möglichst großer Freiheit zu ermöglichen.

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