- 08.01.2009, 11:03:50
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Greenpeace zu Autogipfel: Keine bedingungslose Hilfe für Autoindustrie!
Unterstützung nur für Entwicklung und Ankauf effizienter Fahrzeuge
Wien (OTS) - Die Umweltorganisation Greenpeace fordert anlässlich
des heute im Bundeskanzleramt in Wien stattfindenden Autogipfels,
dass eine etwaige Unterstützung für die Autoindustrie an die
Bedingungen Energie-Effizienz und klimaschonende Mobilität geknüpft
wird. "Wir unterstützen Maßnahmen für den Erhalt von Arbeitsplätzen.
Aber Autohersteller, die es bisher versäumt haben sparsame Autos zu
entwickeln, dürfen dafür nicht auch noch mit unserem Steuergeld
belohnt werden", so Energieexperte Jurrien Westerhof von Greenpeace.
Die Umweltschützer unterstreichen ihre Forderungen im Rahmen einer
Protestaktion am Ballhausplatz heute Nachmittag. Dort werden als
Vertreter der Autoindustrie verkleidete Greenpeace-Aktivisten
symbolisch Geld verbrennen.
Besonders kritisch sieht Greenpeace den Vorschlag der Autoindustrie,
Autobesitzer durch eine Verschrottungsprämie von 1.000 Euro dazu zu
bringen, ihr altes Auto gegen ein neues einzutauschen. Die Industrie
argumentiert zwar, dass alte, Sprit fressende Fahrzeuge so schneller
verschwinden und durch sparsamere ersetzt werden. Als Klimamaßnahme
ist die Förderung der Verschrottung aber sehr teuer und die
Wirksamkeit ist gering. "Die Autohersteller wollen gerne mehr neue
Autos verkaufen und versuchen jetzt, mit dem Klimaargument eine
staatliche Förderung hierfür zu bekommen", so Westerhof, "Mit
Klimaschutz hat das aber wenig zu tun, denn es gibt kaum teurere
Maßnahmen zur Reduktion von CO2-Emissionen als diese
Verschrottungsprämie."
Sollte eine Steuerbefreiung für Neuwagen kommen, so wie in
Deutschland, dann sollten laut Greenpeace nur jene Fahrzeuge von der
Steuer befreit werden, die weniger als 100 Gramm CO2 pro Kilometer
ausstoßen. "In Deutschland sparen sich die Käufer eines Kleinwagens
135 Euro Steuergeld. Kauft man aber ein Luxus-Geländewagen, dann
spart man sich 1.850 Euro. Das ist weder sozial gerecht noch aus
Umweltsicht akzeptabel. Außerdem belohnt es eine verfehlte
Modellpolitik, denn es fördert Spritfresser. Dieser Fehler darf in
Österreich nicht kopiert werden", so Westerhof.
Greenpeace unterstützt Maßnahmen zum Erhalt von Arbeitsplätzen. Der
Schwerpunkt hierbei sollte auf Forschung und Entwicklung gelegt
werden. "Es geht hier um viele und hochqualifizierte Jobs. Diese
sollen erhalten werden, denn hier gibt es ein gewaltiges Potential
für Innovationen in der Fahrzeugbranche", weiß Westerhof, "Wir müssen
uns aber schon die Frage stellen, welche Arbeitsplätze eine Zukunft
haben, und welche nicht. Denn PKW von zweieinhalb Tonnen oder mehr,
die nur in der Stadt unterwegs sind, braucht in Wirklichkeit keiner.
Aber wer sagt, dass ein Fahrzeug vier Räder und einen
Verbrennungsmotor haben muss, und über Tausend Kilogramm Gewicht?
Elektromobilität oder Zweiräder zum Beispiel bieten viel Potenzial,
um den Energieverbrauch im Verkehr zu verringern."
Daher verlangt Greenpeace, dass sich ein Hilfspaket für die
Fahrzeugindustrie an ökologischen Kriterien orientiert. Das bedeutet,
dass Hersteller, die sparsame Fahrzeuge entwickeln und bauen, sowie
Menschen die sparsamen Fahrzeuge kaufen wollen, unterstützt werden.
Dafür müssen die Produktion und der Ankauf von schweren und
ineffizienten Autos weniger attraktiv werden. "Unterstützung ja. Aber
keine bedingungslose Hilfe", schließt Westerhof.
Hintergrundinformationen zum Download:
http://www.greenpeace.at/news_verkehr_090107.html
Rückfragehinweis:
Greenpeace CEE Steffen Nichtenberger, Pressesprecher Tel: +43 (0)664 612 67 03 mailto:steffen.nichtenberger@greenpeace.at Jurrien Westerhof, Energieexperte Tel: +43 (0)664 612 67 01 Bilder vom Greenpeace-Protest am Ballhausplatz sind auf Anfrage ab ca. 15.00 Uhr erhältlich
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