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"Kleine Zeitung" Kommentar: "Im Gazastreifen wird sich zeigen, ob Krieg vor Terror schützt." (Von Gil Yaron)
Ausgabe vom 5.1.2009
Graz (OTS) - Israels Angriff ist der Lackmustest für die
Abschreckungsstrategie
Die Explosionen im Gazastreifen sind der Schlussakkord des zweiten
Libanonkriegs, der vor zweieinhalb Jahren begann. Dies liegt nicht
bloß daran, dass Israel und die Hamas versuchen, die Lehren aus der
damaligen Konfrontation zwischen Israel und der libanesischen
Hisbollah-Miliz zu ziehen und die Traumata von damals zu überwinden.
Der Krieg im Süden ist der Lackmustest der israelischen
Abschreckungsstrategie. Er wird entscheiden, ob dieser für beide
Kriege grundlegende Gedanke erfolgreich oder zum Scheitern verurteilt
ist.
Vor zweieinhalb Jahren entführte die Hisbollah zwei Soldaten aus
israelischem Staatsgebiet und beschoss das Land 34 Tage lang mit
Raketen. Sie glaubte, Israels Führung und Gesellschaft seien schwach
und erpressbar. Der Hisbollah gelang damals im Krieg nicht nur den
israelischen Ansturm zu überleben, sondern wenige Monate später auch
den Libanon in ihre Gewalt zu bringen. So glaubte die Hamas-Führung
nun, ähnlich handeln zu müssen. Neidisch sah man in Gaza, wie
Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah sich als Sieger präsentierte.
Doch die Hamas dachte nicht bis zum Schluss. Sie übersah den
horrenden Preis, den der Libanon und seine Bürger für die Abenteuer
der Hisbollah gezahlt hatten. Nasrallah, der aus Angst vor
israelischer Vergeltung immer noch im Bunkern lebt, hat hingegen
nicht vergessen. Seit Tagen hetzt er die Massen gegen die
pragmatischen Führer der arabischen Welt, nennt andere
Staatsoberhäupter Verräter, weil sie nicht an Seite der Hamas gegen
Israel in den Krieg ziehen.
Nun ist seine Stunde der Bewährung gekommen. Seine Miliz verfügt über
mehr als 40.000 Raketen. Nasrallah könnte sie über die Köpfe der
UNIFIL-Truppe hinweg auf Israel schießen, um mit der Eröffnung einer
zweiten Front den Palästinensern zu Hilfe zu kommen. Doch bislang
bleibt es an Israels Nordgrenze ruhig.
Dieser Umstand ist Beweis, dass Israel mit seinem Krieg im Libanon
nicht nur Recht hatte, sondern ihn auch gewann. Die neue "Strategie"
der Islamisten, mit Raketenterror Israel in die Knie zu zwingen, wäre
gescheitert, weil Israel ein politisch-militärisches Gegenmittel
gefunden hätte: die unverhältnismäßige Abschreckung.
Sollte bei der Hisbollah der Groschen gefallen sein, dass ein Angriff
auf Israel sich nicht lohnt, wird die ungleich schwächere Hamas das
bald auch erkennen. Die Ruhe in Israels Norden verheißt Nasrallah
Schlechtes, der Operation in Gaza hingegen Gutes. Sie bedeutet, dass
auch Terroristen abgeschreckt werden können. ****
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