• 29.12.2008, 16:05:00
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"KURIER"-Kommentar von Christoph Kotanko: Guter Durchschnitt

Der Einkommensbericht widerlegt viele Vorurteile der Neidgenossenschaft.

Wien (OTS) - Bei Meinungsumfragen gibt es immer dasselbe Bild:
Die große Mehrheit nennt die Einkommensverteilung "ungerecht" oder
"unfair"; fast alle halten die Bezüge der Spitzenmanager für
"überhöht". Hier zeigt sich die Wirkung der Populisten in Politik
und Medien. "Das Feigenblatt des Neides ist die sittliche
Entrüstung", heißt es bei Karl Kraus. Welche Bezahlung wäre denn
"gerecht" und "fair"? Und was wäre angemessen für eine
Spitzenkraft? Darüber kann man in der Neidgenossenschaft lange
streiten. Hilfreich ist der Blick in den Einkommensbericht. Da
werden viele Vorurteile widerlegt, etwa jenes von der drohenden
Verelendung großer Bevölkerungsteile. 22.800 Euro brutto pro Jahr,
das ist der gute Durchschnitt. Wer hier jammert, jammert auf relativ
hohem Niveau. Beamte bekommen mehr, weil sie im Schnitt besser
ausgebildet und älter als andere Erwerbstätige sind. Die berufliche
Qualifikation ist überall der Schlüssel zur besseren Bezahlung. Der
Bericht zeigt auch, woran es fehlt. Die Gewerkschaften, ein
Männerbund, müssen sich fragen, warum Frauen immer noch deutlich
weniger als Männer verdienen - wer vertritt hier wessen Interessen?

Rückfragehinweis:
KURIER
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Tel.: (01) 52 100/2601

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