Jahresbilanz 2008 APA-OTS Politikportalanalyse:Gusenbauer meist genannter Politiker 2008

Innsbruck / Wien (OTS) - MediaWatch erstellte im Auftrag von
APA-OTS ein Jahresranking der meist genannten Politiker 2008 in 14 österreichischen Tageszeitungen (Untersuchungszeitraum 1. Jänner bis 15. Dezember 2008). Wie 2007 positioniert sich auch dieses Jahr Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer an erster Stelle des Top-30 Politikerrankings. Der verstorbene Kärntner Landeshauptmann und BZÖ-Chef Jörg Haider folgt auf Rang zwei, an dritter Stelle liegt Bundeskanzler Werner Faymann. Im Parteienranking dominiert wie im Vorjahr die ÖVP, den zweiten Rang nimmt die SPÖ ein, gefolgt vom BZÖ.

Facts & Figures zum Politiker-Jahres-Ranking 2008
Der nunmehrige Alt-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer ist auch 2008 der meist genannte Politiker des Jahres und behauptet mit 26.926 Nennungen den ersten Platz in der Wertung. Bereits 2007 belegte Gusenbauer mit 27.934 Nennungen die Spitzenposition. Mediale Schwerpunkte Gusenbauers waren dieses Jahr neben dem U-Ausschuss des Innenministeriums, dem Leserbrief an die "Kronen-Zeitung" und dem "EU-Schwenk der SPÖ" vor allem die Führungsdebatte innerhalb der SPÖ und die Nationalratswahl. Am 7. Juli 2008 beendete Vizekanzler Wilhelm Molterer (Rang vier, 23.866 Nennungen) mit den Worten "Es reicht" die Große Koalition mit der SPÖ und löste die Neuwahlen aus. Während die ÖVP von Molterer in den Wahlkampf geführt wurde, trat für die SPÖ Werner Faymann (Rang drei, 25.582 Nennungen) als Spitzenkandidat an.
Bei der Nationalratswahl konnte die SPÖ trotz großer Stimmenverluste den ersten Platz vor der ÖVP einnehmen. Zuwächse verzeichneten vor allem die FPÖ und das BZÖ, die die Grünen von Platz drei auf Rang fünf verdrängten.
Molterer trat nach der Wahl als ÖVP-Obmann zurück. Ihm folgte Josef Pröll nach (Rang fünf, 13.832 Nennungen). Mediale Höhepunkte Prölls waren vor allem die Koalitionsverhandlungen mit der SPÖ, die Wahl zum 14. Bundesparteiobmann der ÖVP und die Bildung der Großen Koalition.

Auf Rang zwei des Rankings ist der verstorbene Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider mit 25.983 Nennungen platziert. Für mediales Aufsehen sorgte der Asylwerberstreit mit dem Innenministerium, zudem übernahm Haider im August den BZÖ-Parteivorsitz von Peter Westenthaler (Rang 24, 4.094 Nennungen). Zwei Monate später verunglückte Haider tödlich bei einem Autounfall. Nach dem überraschenden Tod des Landeshauptmannes und BZÖ-Chefs musste sich die Partei neu organisieren: Generalsekretär Stefan Petzner (Rang 30, 2.858 Nennungen) wurde vorübergehend zum neuen BZÖ-Obmann bestellt. Den Kärntner Landeshauptmannsessel übernahm Gerhard Dörfler (Rang 20, 4.137 Nennungen).

Für die FPÖ positioniert sich Obmann Heinz-Christian Strache mit 10.208 Nennungen auf Rang sechs des Rankings (Top-Themen:
Nationalratswahl, Kritik an neuer Regierung und Tschad-Einsatz des Bundesheeres).
Grünen-Obmann Alexander van der Bellen (Rang 18, 4.684 Nennungen) zog die Konsequenzen aus der Wahlniederlage und trat zurück - Eva Glawischnig wurde neue Chefin der Grünen.
Bester Neueinsteiger der Wertung ist Fritz Dinkhauser von der Liste Fritz (Rang acht, 8.599 Nennungen). Sein Erfolg bei der Tiroler Landtagswahl und die Kandidatur bei der Nationalratswahl bescherten ihm erhebliche mediale Aufmerksamkeit. Die bestplatzierte Frau im Ranking ist die ehemalige Außenministerin Ursula Plassnik, die mit 4.984 Nennungen auf Rang 15 liegt (Top-Themen: EU-Reformvertrag von Lissabon, Freilassung der österreichischen Sahara-Geiseln und Rücktritt aus der Regierung). Insgesamt sind fünf Frauen in den Top-30 vertreten.

Die ÖVP ist mit zwölf PolitikerInnen die stärkste Partei im Ranking des Jahres 2008. Die SPÖ folgt mit acht, das BZÖ mit vier VertreterInnen. Die Grünen sind mit zwei Akteuren präsent, die FPÖ mit einem. Weiters finden sich im Ranking Fritz Dinkhauser (Neueinstieg, Rang acht, 8.599 Nennungen) von der Liste Fritz, Bundespräsident Heinz Fischer (Rang zehn, 6.516 Nennungen) und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl (Rang 26, 3.411 Nennungen).

Die Top-3 der Jahresrankings 2003 bis 2008 im Überblick
2008: Gusenbauer, Haider, Faymann
2007: Gusenbauer, Molterer, Haider
2006: Schüssel, Gusenbauer, Haider
2005: Haider, Schüssel, Gorbach
2004: Haider, Schüssel, Grasser
2003: Haider, Schüssel, Grasser

Comment & Analysis zum Politiker-Jahres-Ranking 2008
Politische Inhalte werden in modernen Demokratien vor allem über die Medien an die Bevölkerung vermittelt. Der Wettbewerb der Parteien um die Aufmerksamkeit und Gunst des österreichischen Wählerpublikums ist besonders in Wahlkampfjahren stark ausgeprägt. Die wahlwerbenden Parteien werden in der Medienöffentlichkeit durch ihre Spitzenkandidaten personifiziert und somit leichter greifbar. Die Spitzenkandidaten und Spitzenpolitiker sind ein idealer Vermittler von politischen Themen, aber auch von weichen Faktoren wie Image, Reputation und Vertrauen. Diese Eigenschaften schaffen langfristige Werte am Meinungs- und Wählermarkt, können kaum kopiert werden und stellen daher eine besondere Quelle für nachhaltige politische Wettbewerbsvorteile dar. Deshalb untersucht das MediaWatch-Institut in Kooperation mit APA-OTS die mediale Präsenz österreichischer Politikerinnen und Politiker in den heimischen Tageszeitungen", erläutert MediaWatch-Geschäftsführer Mag. Hannes Vorhofer die Bedeutung und Rolle der Medien in der politischen Kommunikation und analysiert das MediaWatch-Politiker-Jahresranking 2008:

Im Ranking 2008 dominieren die beiden Regierungsparteien SPÖ und ÖVP. Sie stellen 20 der 30 Top-PolitikerInnen. Außerdem haben oder hatten 21 der in der Wertung vertretenden PolitikerInnen eine Regierungsfunktion auf Bundes oder Landesebene. Amtsinhaber und Regierungen haben grundsätzlich einen "Medien-Bonus", was die Präsenz betrifft. Regierungsmitglieder, Staatschefs etc. haben eine größere Exekutiv-Macht und sind somit in der Hierarchie der Akteure per se attraktiver für die Berichterstattung als OppositionspolitikerInnen. Hinsichtlich der Personalisierung und Elitenzentrierung folgt auch die Politikberichterstattung in Österreich dem internationalem Trend. Im Fokus der Berichterstattung stehen die Spitzen der Parteien und Institutionen. So finden sich im Ranking Parteichefs, Minister, Landesspitzen und Top-Funktionäre von Interessensvertretungen. Alfred Gusenbauer vereint in diesem Jahr 11 Prozent aller Nennungen der Top 30 PolitikerInnen auf seine Person (gegenüber 13 Prozent im Vorjahr). Die drei erstplatzierten Politiker können heuer 32 Prozent der Nennungen der Top 30 auf sich vereinen, vergangenes Jahr waren es nur 28 Prozent", so Hannes Vorhofer.

Das detailierte Ranking finden Sie unter:
http://www.politikportal.at/politikerranking.php?mx=30

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