• 19.12.2008, 13:04:35
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Jahresbilanz 2008 APA-OTS Politikportalanalyse:Gusenbauer meist genannter Politiker 2008

Innsbruck / Wien (OTS) - MediaWatch erstellte im Auftrag von
APA-OTS ein Jahresranking der meist genannten Politiker 2008 in 14
österreichischen Tageszeitungen (Untersuchungszeitraum 1. Jänner bis
15. Dezember 2008). Wie 2007 positioniert sich auch dieses Jahr
Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer an erster Stelle des Top-30
Politikerrankings. Der verstorbene Kärntner Landeshauptmann und
BZÖ-Chef Jörg Haider folgt auf Rang zwei, an dritter Stelle liegt
Bundeskanzler Werner Faymann. Im Parteienranking dominiert wie im
Vorjahr die ÖVP, den zweiten Rang nimmt die SPÖ ein, gefolgt vom BZÖ.

Facts & Figures zum Politiker-Jahres-Ranking 2008
Der nunmehrige Alt-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer ist auch 2008
der meist genannte Politiker des Jahres und behauptet mit 26.926
Nennungen den ersten Platz in der Wertung. Bereits 2007 belegte
Gusenbauer mit 27.934 Nennungen die Spitzenposition. Mediale
Schwerpunkte Gusenbauers waren dieses Jahr neben dem U-Ausschuss des
Innenministeriums, dem Leserbrief an die "Kronen-Zeitung" und dem
"EU-Schwenk der SPÖ" vor allem die Führungsdebatte innerhalb der SPÖ
und die Nationalratswahl. Am 7. Juli 2008 beendete Vizekanzler
Wilhelm Molterer (Rang vier, 23.866 Nennungen) mit den Worten "Es
reicht" die Große Koalition mit der SPÖ und löste die Neuwahlen aus.
Während die ÖVP von Molterer in den Wahlkampf geführt wurde, trat für
die SPÖ Werner Faymann (Rang drei, 25.582 Nennungen) als
Spitzenkandidat an.
Bei der Nationalratswahl konnte die SPÖ trotz großer
Stimmenverluste den ersten Platz vor der ÖVP einnehmen. Zuwächse
verzeichneten vor allem die FPÖ und das BZÖ, die die Grünen von Platz
drei auf Rang fünf verdrängten.
Molterer trat nach der Wahl als ÖVP-Obmann zurück. Ihm folgte
Josef Pröll nach (Rang fünf, 13.832 Nennungen). Mediale Höhepunkte
Prölls waren vor allem die Koalitionsverhandlungen mit der SPÖ, die
Wahl zum 14. Bundesparteiobmann der ÖVP und die Bildung der Großen
Koalition.

Auf Rang zwei des Rankings ist der verstorbene Kärntner
Landeshauptmann Jörg Haider mit 25.983 Nennungen platziert. Für
mediales Aufsehen sorgte der Asylwerberstreit mit dem
Innenministerium, zudem übernahm Haider im August den
BZÖ-Parteivorsitz von Peter Westenthaler (Rang 24, 4.094 Nennungen).
Zwei Monate später verunglückte Haider tödlich bei einem Autounfall.
Nach dem überraschenden Tod des Landeshauptmannes und BZÖ-Chefs
musste sich die Partei neu organisieren: Generalsekretär Stefan
Petzner (Rang 30, 2.858 Nennungen) wurde vorübergehend zum neuen
BZÖ-Obmann bestellt. Den Kärntner Landeshauptmannsessel übernahm
Gerhard Dörfler (Rang 20, 4.137 Nennungen).

Für die FPÖ positioniert sich Obmann Heinz-Christian Strache mit
10.208 Nennungen auf Rang sechs des Rankings (Top-Themen:
Nationalratswahl, Kritik an neuer Regierung und Tschad-Einsatz des
Bundesheeres).
Grünen-Obmann Alexander van der Bellen (Rang 18, 4.684 Nennungen)
zog die Konsequenzen aus der Wahlniederlage und trat zurück - Eva
Glawischnig wurde neue Chefin der Grünen.
Bester Neueinsteiger der Wertung ist Fritz Dinkhauser von der
Liste Fritz (Rang acht, 8.599 Nennungen). Sein Erfolg bei der Tiroler
Landtagswahl und die Kandidatur bei der Nationalratswahl bescherten
ihm erhebliche mediale Aufmerksamkeit. Die bestplatzierte Frau im
Ranking ist die ehemalige Außenministerin Ursula Plassnik, die mit
4.984 Nennungen auf Rang 15 liegt (Top-Themen: EU-Reformvertrag von
Lissabon, Freilassung der österreichischen Sahara-Geiseln und
Rücktritt aus der Regierung). Insgesamt sind fünf Frauen in den
Top-30 vertreten.

Die ÖVP ist mit zwölf PolitikerInnen die stärkste Partei im
Ranking des Jahres 2008. Die SPÖ folgt mit acht, das BZÖ mit vier
VertreterInnen. Die Grünen sind mit zwei Akteuren präsent, die FPÖ
mit einem. Weiters finden sich im Ranking Fritz Dinkhauser
(Neueinstieg, Rang acht, 8.599 Nennungen) von der Liste Fritz,
Bundespräsident Heinz Fischer (Rang zehn, 6.516 Nennungen) und
Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl (Rang 26, 3.411
Nennungen).

Die Top-3 der Jahresrankings 2003 bis 2008 im Überblick
2008: Gusenbauer, Haider, Faymann
2007: Gusenbauer, Molterer, Haider
2006: Schüssel, Gusenbauer, Haider
2005: Haider, Schüssel, Gorbach
2004: Haider, Schüssel, Grasser
2003: Haider, Schüssel, Grasser

Comment & Analysis zum Politiker-Jahres-Ranking 2008
Politische Inhalte werden in modernen Demokratien vor allem über
die Medien an die Bevölkerung vermittelt. Der Wettbewerb der Parteien
um die Aufmerksamkeit und Gunst des österreichischen Wählerpublikums
ist besonders in Wahlkampfjahren stark ausgeprägt. Die wahlwerbenden
Parteien werden in der Medienöffentlichkeit durch ihre
Spitzenkandidaten personifiziert und somit leichter greifbar. Die
Spitzenkandidaten und Spitzenpolitiker sind ein idealer Vermittler
von politischen Themen, aber auch von weichen Faktoren wie Image,
Reputation und Vertrauen. Diese Eigenschaften schaffen langfristige
Werte am Meinungs- und Wählermarkt, können kaum kopiert werden und
stellen daher eine besondere Quelle für nachhaltige politische
Wettbewerbsvorteile dar. Deshalb untersucht das MediaWatch-Institut
in Kooperation mit APA-OTS die mediale Präsenz österreichischer
Politikerinnen und Politiker in den heimischen Tageszeitungen",
erläutert MediaWatch-Geschäftsführer Mag. Hannes Vorhofer die
Bedeutung und Rolle der Medien in der politischen Kommunikation und
analysiert das MediaWatch-Politiker-Jahresranking 2008:

Im Ranking 2008 dominieren die beiden Regierungsparteien SPÖ und
ÖVP. Sie stellen 20 der 30 Top-PolitikerInnen. Außerdem haben oder
hatten 21 der in der Wertung vertretenden PolitikerInnen eine
Regierungsfunktion auf Bundes oder Landesebene. Amtsinhaber und
Regierungen haben grundsätzlich einen "Medien-Bonus", was die Präsenz
betrifft. Regierungsmitglieder, Staatschefs etc. haben eine größere
Exekutiv-Macht und sind somit in der Hierarchie der Akteure per se
attraktiver für die Berichterstattung als OppositionspolitikerInnen.
Hinsichtlich der Personalisierung und Elitenzentrierung folgt auch
die Politikberichterstattung in Österreich dem internationalem Trend.
Im Fokus der Berichterstattung stehen die Spitzen der Parteien und
Institutionen. So finden sich im Ranking Parteichefs, Minister,
Landesspitzen und Top-Funktionäre von Interessensvertretungen. Alfred
Gusenbauer vereint in diesem Jahr 11 Prozent aller Nennungen der Top
30 PolitikerInnen auf seine Person (gegenüber 13 Prozent im Vorjahr).
Die drei erstplatzierten Politiker können heuer 32 Prozent der
Nennungen der Top 30 auf sich vereinen, vergangenes Jahr waren es nur
28 Prozent", so Hannes Vorhofer.

Das detailierte Ranking finden Sie unter:
http://www.politikportal.at/politikerranking.php?mx=30

About MediaWatch:
Die MediaWatch Institut für Medienanalysen GmbH, ein
Tochterunternehmen der APA - Austria Presse Agentur, ist der führende
Spezialist für quantitative und qualitative Medienresonanz-Analysen
im deutschsprachigen Raum mit Sitz in Innsbruck. Der
Tätigkeitsbereich des Unternehmens umfasst die Erarbeitung
maßgeschneiderter Analysen und Tools für strategisches
Kommunikationscontrolling und Issues Management für
Kommunikationsexperten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung.

Rückfragehinweis:

MediaWatch Institut für Medienanalysen GmbH
   Hannes Vorhofer 
   Geschäftsführer
   Tel.: +43 512 588 959-0
   E-Mail: [email protected]
   http://www.apa-mediawatch.at
   
   APA - Austria Presse Agentur 
   Barbara Rauchwarter 
   Leitung Marketing & Kommunikation APA - Austria Presse Agentur 
   Tel.: +43/1/360 60-5700 
   E-Mail: [email protected]
   http://www.apa.at

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