Salzburgs Tunnel werden immer sicherer

Blachfellner: 21,8 sichere Tunnel-Kilometer / EU-Richtlinie erfordert finanziellen Kraftakt

Salzburg (OTS) - Das Land Salzburg bringt Jahr für Jahr seine Tunnelanlagen auf Vordermann, um für die Verkehrsteilnehmer und Einsatzkräfte ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten. "Die Tauerntunnel-Katastrophe, die sich 1999 ereignet hat, ist jedermann wohl noch in Erinnerung. Das Land schaut bei seinen Tunnelanlagen genau hin, ob und welche Mängel bzw. welcher Verbesserungs- und Nachrüstungsbedarf besteht. Nichts wird dem Zufall überlassen, jährliche Sicherheitschecks durch die Straßenbauverwaltung sind ein Muss", so Straßenbaureferent Landesrat Walter Blachfellner in einem Informationsgespräch in der Autobahnmeisterei in Golling. Er zog heute, Freitag, 19. Dezember, im Beisein von Landesfeuerwehrkommandant Anton Brandauer eine Zwischenbilanz über die umgesetzten Sicherheitsmaßnahmen und gab einen Ausblick auf die geplanten Sicherheitsvorkehrungen des Landes in Tunnelanlagen.

"Die Fahrt in einen Tunnel stellt für den Verkehrsteilnehmer subjektiv eine ganz andere und vor allem gefährlichere Verkehrssituation dar. Oft wird ein zu geringer Sicherheitsabstand eingehalten und viel zu schnell gefahren. Das Sicherheitsbedürfnis bei den Verkehrsteilnehmern bei Durchfahrt durch eine Tunnelanlage ist ein erhöhtes", sagte Blachfellner.

In den vergangenen drei Jahren standen neben den erforderlichen jährlichen Wartungen und Reparaturen an Tunnelbetriebs- und -sicherheitseinrichtungen vor allem die Instandhaltungsarbeiten bei den Lüftungsanlagen im Vordergrund.

Mit einem Kostenaufwand von mehr als 900.000 Euro (ohne die Eigenleistungen der Straßenmeistereien) wurden in den Jahren von 2006 bis 2008 technische Anlagen in den Tunnel in Stand gehalten und auf den modernsten Stand gebracht.

Bei den Tunnel Achberg und Lärchberg, eröffnet in den Jahren 1993/1994, waren nach mehr als zwölf Jahren Betriebszeit Überholungen und Reparaturen an den insgesamt 16 Strahlventilatoren erforderlich. Im vergangenen Jahr wurde mit der Überholung der Lüftungsanlagen im Schmitten- und im Schönbergtunnel begonnen.
Die Prozessleitrechner in der Tunnelwarte Bruck wurden nach sieben Jahren Dauerbetrieb störungsanfällig und mussten im Jahr 2007 erneuert werden. Dabei wurde auch auf eine neuere Softwareversion umgestellt, um die Wartung zu vereinfachen.

Darüber hinaus wurden bei den Bestandstunnel auch die zur Erhöhung der Tunnelsicherheit geplanten Maßnahmen umgesetzt, und zwar bei den Fluchtstollen im Achberg- und Schönbergtunnel durch die Herstellung von Brandschutzabschlüssen. Weiters wurden die Tunnelbeleuchtung im Klammstein- und Wartsteintunnel und die Beschichtung der Tunnelwände im Schmittentunnel erneuert sowie die Daten- und Bildübertragung von Achberg- und Lärchbergtunnel zur Tunnelwarte Bruck modernisiert. Kostenpunkt zusätzlich: 980.000 Euro.

Nicht zu vergessen, so Blachfellner, die im Jahr 2005 abgeschlossene Sanierung der West- und Oströhren des Ofenauer und Hiefler-Tunnels, die mehr als 35 Millionen Euro ausmachte.

Im kommenden Jahr ist beim Schmittentunnel die Erhöhung der Ausfallsicherheit bei der Brandrauchentlüftung vorgesehen. Bei den Tunnel Schönberg, Achberg und Mauth ist geplant, jeweils den Tunnelanstrich zu erneuern. Die Kosten für diese Maßnahmen betragen insgesamt 565.000 Euro.

Beim derzeit im Bau befindlichen Umfahrungstunnel Henndorf auf der B 1 Wiener Straße wird der EU-Sicherheitsstandard erfüllt. Anfang des Jahres 2009 beginnen hier die Arbeiten für den Einbau der Betriebs-und Sicherheitseinrichtungen, kündigte Landesrat Blachfellner an. Die Kosten für die Betriebs- und Sicherheitseinrichtungen des Tunnels Henndorf betragen 10,5 Millionen Euro.

Mit der Verkehrsfreigabe der Umfahrung Henndorf, die für 2009 geplant ist, erhöht sich die Anzahl der landeseigenen Tunnel auf den Landesstraßen auf 22, die Gesamtlänge der Straßentunnel beträgt dann 21,8 Kilometer.

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