- 15.12.2008, 12:35:47
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Kreditauskunfteien wehren sich gegen Aushöhlung der Qualität ihrer Bonitäts-Datenbanken
Branche fordert vehement neue gesetzliche Regelung - Ausarbeitung von Standesregeln im Sinne der Erhaltung qualitativ hochwertiger Bonitätsauskünfte im Laufen
Wien (OTS) - "Kreditauskünfte sind ein unverzichtbarer Bestandteil
des Wirtschaftslebens", unterstreicht Johannes Nejedlik, Vorsitzender
des Fachausschusses der Kreditauskunfteien im Fachverband
Finanzdienstleister der WKÖ: "Wir setzen uns für qualitative
Kreditauskünfte ein. Denn jeder Kredit, der auf Basis nicht
vorhandener Bonität gegeben wird, ist genauso nachteilig wie jeder
fälschlich nicht gewährte Kredit."
Die Branche wehrt sich daher vehement gegen die Aushöhlung der
Qualität ihrer Bonitäts-Datenbanken. Anlass ist eine Entscheidung des
obersten Gerichtshofes, wonach sich jeder, unabhängig von seiner oder
ihrer finanziellen Lage aus Bonitätsdatenbanken löschen lassen kann:
"Das betrifft und kommt vor allem notorischen Schuldenmachern zu
Gute", warnt Nejedlik. Die Auskunfteien fordern daher rasch eine neue
gesetzliche Regelung, um eine Aushöhlung der Bonitäts-Datenbanken zu
verhindern. Nejedlik:"Jetzt ist eine schnelle Reaktion des
Gesetzgebers gefragt, damit ein Schaden für die gesamte Wirtschaft
möglichst weitgehend abgewendet werden kann."
Nejedlik gibt zu bedenken:"Wenn Bonitäts-Datenbanken als Grundlage
für hochwertige Bonitätsauskünfte ihre Aussagekraft verlieren, wird
das schwere Auswirkungen auf jede Kreditvergabe haben: Davon negativ
betroffen sind nämlich nicht nur Kredite bei Banken, sondern auch
Lieferantenkredite, Handyverträge oder Bestellungen bei
Versandhäusern. Wenn Unternehmen nicht mehr wissen, ob ihre Kunden
kreditfähig sind, wird die Kreditvergabe wesentlich erschwert. In
einer Zeit der Wirtschaftskrise, in der der Konsum angekurbelt werden
soll und muss, kann die Bedeutung von verlässlichen
Bonitätsauskünften nicht hoch genug eingeschätzt werden."
"Die Kreditauskunfteien arbeiten daher hart, um ihre Daten so
aktuell und richtig wie möglich zu halten", unterstreicht auch Maria
Wisur. "Denn wir wissen, dass Unternehmen die Risikosteuerung von
Lieferantenkrediten nur auf Basis korrekter Informationen vornehmen
können." Wisur ist im Fachausschuss unter anderem mit der
Ausarbeitung von Standesregeln befasst: "Diese befinden sich gerade
in Begutachtung. Wir hoffen, sie nach Abstimmung mit den zuständigen
Ministerien bald präsentieren zu können", schließt sie. (JR)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich Fachverband Finanzdienstleister Mag. Philipp H. Bohrn Tel.: 05 90 900-4819 E-Mail: finanzdienstleister@wko.at Internet: www.wko.at/finanzdienstleister
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