Kreditauskunfteien wehren sich gegen Aushöhlung der Qualität ihrer Bonitäts-Datenbanken

Branche fordert vehement neue gesetzliche Regelung - Ausarbeitung von Standesregeln im Sinne der Erhaltung qualitativ hochwertiger Bonitätsauskünfte im Laufen

Wien (OTS) - "Kreditauskünfte sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Wirtschaftslebens", unterstreicht Johannes Nejedlik, Vorsitzender des Fachausschusses der Kreditauskunfteien im Fachverband Finanzdienstleister der WKÖ: "Wir setzen uns für qualitative Kreditauskünfte ein. Denn jeder Kredit, der auf Basis nicht vorhandener Bonität gegeben wird, ist genauso nachteilig wie jeder fälschlich nicht gewährte Kredit."

Die Branche wehrt sich daher vehement gegen die Aushöhlung der Qualität ihrer Bonitäts-Datenbanken. Anlass ist eine Entscheidung des obersten Gerichtshofes, wonach sich jeder, unabhängig von seiner oder ihrer finanziellen Lage aus Bonitätsdatenbanken löschen lassen kann:
"Das betrifft und kommt vor allem notorischen Schuldenmachern zu Gute", warnt Nejedlik. Die Auskunfteien fordern daher rasch eine neue gesetzliche Regelung, um eine Aushöhlung der Bonitäts-Datenbanken zu verhindern. Nejedlik:"Jetzt ist eine schnelle Reaktion des Gesetzgebers gefragt, damit ein Schaden für die gesamte Wirtschaft möglichst weitgehend abgewendet werden kann."

Nejedlik gibt zu bedenken:"Wenn Bonitäts-Datenbanken als Grundlage für hochwertige Bonitätsauskünfte ihre Aussagekraft verlieren, wird das schwere Auswirkungen auf jede Kreditvergabe haben: Davon negativ betroffen sind nämlich nicht nur Kredite bei Banken, sondern auch Lieferantenkredite, Handyverträge oder Bestellungen bei Versandhäusern. Wenn Unternehmen nicht mehr wissen, ob ihre Kunden kreditfähig sind, wird die Kreditvergabe wesentlich erschwert. In einer Zeit der Wirtschaftskrise, in der der Konsum angekurbelt werden soll und muss, kann die Bedeutung von verlässlichen Bonitätsauskünften nicht hoch genug eingeschätzt werden."

"Die Kreditauskunfteien arbeiten daher hart, um ihre Daten so aktuell und richtig wie möglich zu halten", unterstreicht auch Maria Wisur. "Denn wir wissen, dass Unternehmen die Risikosteuerung von Lieferantenkrediten nur auf Basis korrekter Informationen vornehmen können." Wisur ist im Fachausschuss unter anderem mit der Ausarbeitung von Standesregeln befasst: "Diese befinden sich gerade in Begutachtung. Wir hoffen, sie nach Abstimmung mit den zuständigen Ministerien bald präsentieren zu können", schließt sie. (JR)

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