• 12.12.2008, 16:01:39
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Erster Blauzungenfall, aber kaum Gefahr für Viehbestand

Über 90 Prozent der Tiere sind schon geimpft

Bregenz (VLK) - Die Agentur für Gesundheit und
Ernährungssicherheit (AGES) hat einen ersten Fall von
Blauzungenkrankheit in Vorarlberg bestätigt. Das erkrankte Tier ist
ein männliches Holstein-Friesian-Kalb aus dem vorderen Bregenzerwald.
Bezüglich einer möglichen Ausbreitung der Krankheit beruhigt
Landesveterinär Erik Schmid: "Für den Viehbestand in Vorarlberg
besteht kaum Gefahr, weil mittlerweile schon über 90 Prozent der
Nutztiere geimpft und dadurch gegen den Blauzungen-Virus gut
geschützt sind."

Landesrat Erich Schwärzler betont, dass sich Vorarlberg angesichts
der Ausbreitung der Blauzungenkrankheit in Europa in den letzten
beiden Jahren als erstes Bundesland dazu entschlossen hat, den
gesamten Viehbestand impfen zu lassen. Die Impfkampagne im Lande ist
im August 2008 angelaufen. "Wie sich nun zeigt, war diese
Entscheidung richtig", so Schwärzler.

Das nun erkrankte Tier ist im Oktober auf der Weide zur Welt
gekommen, das Muttertier war zu diesem Zeitpunkt noch nicht geimpft.
Der Fall wurde bei einer routinemäßigen Untersuchung entdeckt, weil
das Kalb exportiert werden sollte. Der Betrieb liegt etwa 15
Kilometer Luftlinie von der deutschen Grenze und gut 30 Kilometer von
den nächsten infizierten Betrieben entfernt.

Mittlerweile sind alle Rinder und Kühe, die mit dem erkrankten
Tier im Stall stehen, geimpft. Von allen 35 Tieren wurden Blutproben
entnommen und zur Untersuchung an die AGES verschickt.

Die Blauzungenkrankheit ist eine Viruserkrankung, die
ausschließlich Wiederkäuer (Rinder, Schafe, Ziegen, aber auch Reh-
und Rotwild) betrifft und damit für den Menschen ungefährlich ist.
Die Erkrankung trat ursprünglich nur in Afrika auf, wurde aber 2006
nach Europa geschleppt und breitet sich seit damals aus dem
niederländisch-deutschen Grenzgebiet in alle Richtungen aus. Allein
im Jahr 2007 sind in Deutschland mehr als 25.000 Rinder und 30.000
Schafe erkrankt; rund 2.900 Rinder und 12.500 Schafe fielen der
Krankheit zum Opfer.

Eine Besonderheit ist, dass die Krankheit nicht von Tier zu Tier
übertragen wird, sondern ausschließlich über bestimmte blutsaugende
Mücken, die Gnitzen. Dadurch lässt sich die Krankheit durch
herkömmliche Bekämpfungsmaßnahmen schlecht eindämmen. Die
Schutzimpfung bietet die besten Erfolgsaussichten. In jenen Ländern,
die eine Impfkampagne durchführen, konnte die Zahl der Erkrankungen
drastisch gesenkt werden. Zum Schutz des Nutztierbestandes wird die
Impfung auch im kommenden Jahr weitergeführt.

Rückfragehinweis:

Landespressestelle Vorarlberg
   Tel.: 05574/511-20137
   Fax: 05574/511-20190
   Hotline: 0664/625 56 68 oder 625 56 67
   mailto:[email protected]
   http://www.vorarlberg.at/presse

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