• 12.12.2008, 10:00:00
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AUVA Pflegepreis Burgenland 2008: LR Dr. Rezar zeichnet Heidelinde König-Dorner aus Lockenhaus aus

Wien (OTS) - Der AUVA Pflegepreis Burgenland für die mehrjährige,
aufopfernde Pflege eines nach einem Arbeitsunfall dauerhaft
Schwerverletzten im Familienverband geht 2008 an Heidelinde
König-Dorner (42 Jahre) aus Lockenhaus. Die Ehrung fand am Freitag,
dem 12. Dezember 2008, um 10 Uhr, im Schloss Esterhazy in Eisenstadt
statt. Der AUVA Pflegepreis Burgenland 2008 wurde von Landesrat Dr.
Peter Rezar - in Vertretung von Landeshauptmann Hans Niessl - und
Direktorin Mag. Friederike Lackenbauer, AUVA (Allgemeine
Unfallversicherungsanstalt) Landesstelle Wien verliehen. Der AUVA
Pflegepreis entstand 1998 und steht unter der Patronanz des
Landeshauptmannes. Die Gewerkschaft Bau-Holz steuert einen Urlaub
bei; der Gutschein dafür wurde von Kammerrat Rudolf Silvan übergeben.

Der Pflegepreis will die Möglichkeit bieten, einmal abzuschalten,
Zeit für sich zu nehmen, Kräfte zu sammeln und gestärkt in den
Pflegealltag zurückzukehren. "Mit dem Pflegepreis will die AUVA jenen
danken, die einen Schwerstversehrten über viele Jahre hinweg bei sich
zu Hause pflegen und dafür viele Opfer auf sich nehmen. Die Pflege zu
Hause bedeutet körperliche und seelische Betreuung rund um die Uhr.
Parallel dazu gilt es den Haushalt, weitere Familienmitglieder zu
versorgen, Termine zu koordinieren. Unsere Preisträgerinnen und
Preisträger sind echte Familienmanager," sagte Dir. Mag. Friederike
Lackenbauer und dankte Landesrat Dr. Peter Rezar und Landeshauptmann
Hans Niessl für den feierlichen Rahmen und den Ehrenschutz.

"Gerade in der heutigen Zeit müssen wir Menschlichkeit und
Solidarität einen höheren Stellenwert geben. Denn eine Gesellschaft
ist vor allem daran zu messen, wie sie mit kranken, behinderten und
älteren Menschen umgeht.

Diese aufopfernde Pflege des Angehörigen verlangt den
Betreuungspersonen sehr viel Kraft ab und verdient viel Respekt. Der
AUVA Pflegepreis ist ein Zeichen der Wertschätzung und des Dankes,"
sagte Landesrat Dr. Peter Rezar bei der Preisübergabe.

Unter den Gratulanten waren Verwandte und Freunde,
Landtagsabgeordnete Franziska Huber, Landtagsabgeordneter und
Bürgermeister Werner Brenner, Vizebürgermeister Ing. Karl Schranz,
Chefredakteur Manfred Murczek, BF- die Burgenlandwoche, Obmann
Manfred Schweizer, Verband Querschnittgelähmter Österreichs, der
stellvertretende AUVA Obmann MMag. Johann Kasal, ÖBB Holding AG, DKGS
Hermine Ebner, Pflegedienstleiterin des AUVA Unfallkrankenhauses und
des Rehabilitationszentrums Meidling, MR Dr. Djawad Lessan, Chefarzt
der AUVA Landesstelle Wien, Direktor-Stv. Mag. Reinhard Minixhofer,
AUVA Landesstelle Wien, Ing. Mag. Franz Preßlmayer, Leiter der AUVA
Rehabilitationsabteilung, Mag. Peter Glavac, Leiter der
Leistungsabteilung der AUVA Landesstelle Wien, und Franz Szaffich,
Leiter der AUVA Außenstelle Oberwart.

Der AUVA Pflegepreis besteht aus der offiziellen Ehrung beim
Landeshauptmann, aus einer Urkunde, aus dem Bronze-Relief
"Sonnenstiege" des Künstlers Prof. Horst Aschermann und einem
Erholungsurlaub in einem behindertengerechten Hotel, der von der
Gewerkschaft Bau-Holz zur Verfügung gestellt wird. Dubravka Köller,
Pflegepreisträgerin 2007, will diesen Gutschein erst 2009 einlösen.

In Österreich leben rund 7.300 Schwerstversehrte nach einem
Arbeitsunfall und rund 3.000 davon in Burgenland, Niederösterreich
und Wien. Die Einstufung als Schwerstversehrter erfolgt bei einer
Minderung der Erwerbstätigkeit um mehr als 50 Prozent. In Burgenland
leben derzeit zwei AUVA Versehrte mit Pflegestufe 7, einer mit
Pflegestufe 6 sowie 13 Versehrte mit Pflegestufe 5 (schwere
Querschnittslähmungen). Für die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt
(AUVA) zählt die Rehabilitation neben der Prävention, der
Unfallheilbehandlung und der finanziellen Entschädigung zu den vier
Kernaufgaben. In den vier AUVA Rehabilitationszentren in Österreich
werden jährlich 5.000 Menschen nach Unfällen so weit wie möglich auf
die Rückkehr in ein selbstbestimmtes, unabhängiges Leben vorbereitet,
wie zum Beispiel auch Skirennfahrer Mathias Lanzinger.

Die Auswahl der Pflegerin des Jahres erfolgt in einem mehrstufigen
Bewertungsprozess. Gemeinsam mit den regionalen Sozialarbeitern
werden vom Rehabilitationsteam der AUVA Landesstelle Wien alle
Betreuer, die einen schwerstversehrten Angehörigen nach einem
Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit aufopfernd und lange Jahre
zu Hause pflegen, nominiert.

Dr. Djawad Lessan, Chefarzt der AUVA Landesstelle, Hermine Ebner,
Pflegedienstleiterin des AUVA Unfallkrankenhauses und des
Rehabilitationszentrums Wien-Meidling, und Werner Vogl, Leiter des
Rehabilitationsteams in der Leistungsabteilung, besuchen die
Kandidaten und wählen maximal zwei Pflegepersonen aus.
Ausschlaggebend neben der Anzahl der Pflegejahre sind die
Pflegeintensität, der gesundheitliche Zustand, die gesellschaftlichen
Rahmenbedingungen und die Entbehrungen, die die Kandidaten auf sich
nehmen.

Die endgültige Auswahl trifft eine Jury, der Renate Peischl,
Pflegedirektorin der Burgenländischen Krankenanstaltengesellschaft,
Manfred Murczek, Chefredakteur "BF Die Burgenland-Woche", die
Gewerkschaft Bau-Holz, und die Direktion der AUVA Landesstelle Wien
angehören.Seit acht Jahren betreut Heidelinde König-Dorner ihren Mann
Peter (Kompressionsbruch zweier Halswirbel mit kompletter
Querschnittlähmung, Pflegestufe 5) zu Hause. Sie wurde für den
Pflegepreis 2008 ausgewählt.

Heidelinde König-Dorner steht voll im Berufsleben. Zu Hause
erwarten die Töchter Kristina (13 Jahre) und Teresa (11 Jahre) die
Zuwendung und Unterstützung ihrer Mutter. Zusätzlich benötigt ihr
Mann Peter ihre Aufmerksamkeit und Hilfe: bei einem Arbeitsunfall als
Lehrling im Jahre 1978 wurden Teile seiner Halswirbelsäule geprellt
und gebrochen, sowie auch Nerven verletzt; seitdem ist er gelähmt.
Die Beweglichkeit der Arme und der Finger ist eingeschränkt. Trotz
der gravierenden Unfallfolgen ist Peter König höchst aktiv und mobil.
Seit April 2008 steht ihm ein Partnerhund zur Seite, der beim
Ausziehen von Socken und Hosen hilft, heruntergefallene Sachen
aufhebt, und ihn im Alltag unterstützt. Eine Beruhigung für seine
Frau, die während der Arbeit mit ihm in telefonischem Kontakt steht.

Die AUVA hat bislang mit den notwendigen Hilfsmitteln (Rollstühle,
Badewannensitz, orthopädischen Schuhen, etc.), Darlehen und/ oder
Zuschüssen zum Autokauf, für Abstellplätze, Elektroantriebe für die
Jalousien, beim Einbau einer behindertengerechten Küche und beim
Ankauf des Partnerhundes gezielt unterstützt und geholfen. Die
Aufwendungen erreichten bislang eine Höhe von rund 80.000 Euro. Peter
König bekommt eine Unfallrente, Berufsunfähigkeitspension und
Pflegegeld der Stufe 5.

Die AUVA-Landesstelle Wien finden Sie im Internet unter
www.auva.at/wien .

Rückfragehinweis:
und Fotos:
Gabriela Würth, GWK,
Tel.: 02242-38300, 0676-33 24 879
E-Mail: [email protected]

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