ÖSTERREICH: Nur "Verwarnung" nach Plagiatsverdacht gegen Wiener AKH-Chirurgen

Rektor Wolfgang Schütz spricht von "Schlamperei"

Wien (OTS) - Höchstens eine Verwarnung erhält nun jener Arzt, der am Wiener AKH eine Krebsstudie gefälscht haben soll, berichtet die Tageszeitung ÖSTERREICH (Mittwoch-Ausgabe). Nachdem ÖSTERREICH am 13. November die schweren Plagiatsvorwürfe öffentlich machte, tagt der Weisenrat der Medizinischen Universität Wien in jener Causa, wo sieben namhafte AKH-Mediziner eine Darmkrebsstudie gefälscht haben sollen.

Wolfgang Schütz, Rektor der Medizinischen Universität Wien, spricht im Gespräch mit ÖSTERREICH von "Schlamperei" und verteidigt den Hauptbeschuldigten Béla Teleky, Top-Chirurg am Wiener AKH. Rektor Schütz: "Seine Arbeit ist in 'Acta chirurgica iugoslavica’ erscheinen. Diese Zeitschrift wird praktisch nicht gelesen, ist international völlig uninteressant und unbekannt. Auch mir ist es oft passiert, dass ich Kongressberichte verspätet abgeliefert habe. Der Autor ist unter Zeitdruck geraten und hat einzelne Textpassagen abgeschrieben", argumentiert Schütz gegenüber ÖSTERREICH.

Klar sei für Schütz aber, dass "alle betreffenden Autoren" für die Arbeit verantwortlich seien. Schütz: "Eine Verwarnung ist das höchstmögliche Konsequenz in diesem Fall." In den nächsten Tagen wird dem Rektor das offizielle Urteil zugeschickt. Teleky müsse nun aber auch noch mit der Quelle der Originalstudie reden, dem amerikanischen "Annals of Surgery", um eine Drei-Jahressperre für alle wissenschaftlichen Publikationen an der AKH-Chirurgie zu verhindern.

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