Österreich und Ungarn präsentieren den Zwischenstand des Aktionsprogramms zur Raab: Ergebnisse der Raab-Survey liegen vor"

Wien/Szentgotthard (OTS) - Intensive Arbeiten österreichischer und ungarischer Experten haben in den letzten Jahren den Weg zu einer Ökologisierung der Raab geebnet. Eine im Sommer 2008 durchgeführte Untersuchung der Raab erfasste den aktuellen Zustand des Flusses. Die konsequente Umsetzung des Aktionsprogrammes - wie etwa die bereits in Angriff genommene Errichtung der High-Tech Abwasserreinigungsanlage bei der Lederindustrie in Feldbach oder eine Verminderung der Salzbelastung des Raab/Laftniz Systems durch Umstellungen bei der Geothermie - werden zu einer weiteren Verbesserung der Raab führen. Dies teilt das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft anlässlich der heutigen Pressekonferenz von Wasser-Sektionschef Wilfried Schimon und dem ungarischen Staatssekretär für Umwelt und Wasserwesen László Kóthay in Feldbach mit.

Im Jahr 2007 hat eine lokale Schaumbildung der Raab auf ungarischer Seite zu Protesten der Bevölkerung und so zu einer Irritation in der Beziehung zwischen Ungarn und Österreich geführt. Eine eigens dafür eingerichtete hochrangige Task-Force präsentierte im Herbst letzten Jahres ein konkretes Aktionsprogramm, das nun Punkt für Punkt abgearbeitet wird. Darüber hinaus wurde das bestehende Untersuchungsprogramm an der Raab intensiviert.

Die rechtlichen Grundlagen für die Durchführung der vorgeschlagenen Maßnahmen wurden von österreichischer Seite bereits letztes Jahr geschaffen. Die Einleitung der belasteten Wässer der Geothermie Fürstenfeld in die Feistritz endete im Frühjahr 2008. Hochtechnische Reinigungsverfahren für die Abwässer der Lederfabriken der Fa. Boxmark werden zügig realisiert. In Feldbach begann der Bau für derartige Reinigungsverfahren im Sommer 2008, die Arbeiten schreiten zügig voran.

Für die Unternehmung in Wollsdorf ist die Errichtung in zwei Phasen vorgesehen. Zuerst muss noch die alte Kläranlage soweit ertüchtigt werden, dass einfache, konventionelle Reinigungsziele erreicht werden und somit eine weitergehende moderne Stufe überhaupt betrieben werden kann. Danach kann auch hier ein weitergehendes Reinigungsverfahren installiert werden. Zuletzt meldete Wollsdorf Leder, dass nun auch dieses Unternehmen - ebenso wie es die Fa. Boxmark bereits seit längerer Zeit umsetzt - die Chemikalie 1,5 Naphtalindisulfonat nur mehr in geringerem Umfang verwendet.

Bezogen auf die EU-Wasserrahmenrichtline erreicht die Raab an der Staatsgrenze mit Ausnahmen der Makrophyten den guten Zustand. Mit den Maßnahmen zur Ökologisierung der Raab wird auch dieser Aspekt erfolgreich gelöst werden können. In diesem Rahmen haben beide Staaten das Projekt "OpenWehr" entwickelt. Ziel dabei ist die ökologische Ertüchtigung der Raab im Grenzabschnitt Österreich/Ungarn. Zukünftig wird damit die Fischpassierbarkeit der Wehranlagen in diesem Bereich der Raab gewährleistet sein. Die Umbauten sollen aber auch eine sanfte touristische Nutzung ermöglichen. Das Projekt "OpenWehr" ist ein integraler Bestandteil der ebenfalls von der Raab Task-Force angestoßenen Entwicklung eines generellen, ökologisch orientierten Leitdokuments für die Raab.

Ein Punkt des Aktionsprogramms umfasst auch die Verbesserung der Daten und ihrer Verfügbarkeit. Dazu diente vor allem die im vergangenen Sommer gestartete Raab Survey, deren Ziel die Schaffung einer möglichst genauen Kenntnis des Gewässerzustandes über das gesamte Längsprofil des Flusses und der auf ihn wirkenden Einflussfaktoren ist. Dabei wurden gemeinsam von österreichischen und ungarischen Experten an 28 Stellen entlang des gesamten Flusslaufes Wasserproben aus der Raab entnommen, darüber hinaus wurden die Abwässer von 24 maßgeblichen Einleitern kontrolliert. Insgesamt wurden mehr als 100 Substanzen analysiert.

Die Ergebnisse geben für beide Staaten wertvolle Hinweise, wie die heute und zukünftig zu setzenden Maßnahmen zum Gewässerschutz auszurichten sind. Österreich wird damit auf dem bereits beschrittenen Weg zur sinnvollen Umsetzung des Raab-Aktionsprogramms bestärkt.

Rückfragen & Kontakt:

Lebensministerium
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703, DW 6823

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MLA0003