• 09.12.2008, 13:56:50
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Österreich und Ungarn präsentieren den Zwischenstand des Aktionsprogramms zur Raab: Ergebnisse der Raab-Survey liegen vor"

Wien/Szentgotthard (OTS) - Intensive Arbeiten österreichischer und
ungarischer Experten haben in den letzten Jahren den Weg zu einer
Ökologisierung der Raab geebnet. Eine im Sommer 2008 durchgeführte
Untersuchung der Raab erfasste den aktuellen Zustand des Flusses. Die
konsequente Umsetzung des Aktionsprogrammes - wie etwa die bereits in
Angriff genommene Errichtung der High-Tech Abwasserreinigungsanlage
bei der Lederindustrie in Feldbach oder eine Verminderung der
Salzbelastung des Raab/Laftniz Systems durch Umstellungen bei der
Geothermie - werden zu einer weiteren Verbesserung der Raab führen.
Dies teilt das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft,
Umwelt und Wasserwirtschaft anlässlich der heutigen Pressekonferenz
von Wasser-Sektionschef Wilfried Schimon und dem ungarischen
Staatssekretär für Umwelt und Wasserwesen László Kóthay in Feldbach
mit.

Im Jahr 2007 hat eine lokale Schaumbildung der Raab auf
ungarischer Seite zu Protesten der Bevölkerung und so zu einer
Irritation in der Beziehung zwischen Ungarn und Österreich geführt.
Eine eigens dafür eingerichtete hochrangige Task-Force präsentierte
im Herbst letzten Jahres ein konkretes Aktionsprogramm, das nun Punkt
für Punkt abgearbeitet wird. Darüber hinaus wurde das bestehende
Untersuchungsprogramm an der Raab intensiviert.

Die rechtlichen Grundlagen für die Durchführung der
vorgeschlagenen Maßnahmen wurden von österreichischer Seite bereits
letztes Jahr geschaffen. Die Einleitung der belasteten Wässer der
Geothermie Fürstenfeld in die Feistritz endete im Frühjahr 2008.
Hochtechnische Reinigungsverfahren für die Abwässer der Lederfabriken
der Fa. Boxmark werden zügig realisiert. In Feldbach begann der Bau
für derartige Reinigungsverfahren im Sommer 2008, die Arbeiten
schreiten zügig voran.

Für die Unternehmung in Wollsdorf ist die Errichtung in zwei
Phasen vorgesehen. Zuerst muss noch die alte Kläranlage soweit
ertüchtigt werden, dass einfache, konventionelle Reinigungsziele
erreicht werden und somit eine weitergehende moderne Stufe überhaupt
betrieben werden kann. Danach kann auch hier ein weitergehendes
Reinigungsverfahren installiert werden. Zuletzt meldete Wollsdorf
Leder, dass nun auch dieses Unternehmen - ebenso wie es die Fa.
Boxmark bereits seit längerer Zeit umsetzt - die Chemikalie 1,5
Naphtalindisulfonat nur mehr in geringerem Umfang verwendet.

Bezogen auf die EU-Wasserrahmenrichtline erreicht die Raab an der
Staatsgrenze mit Ausnahmen der Makrophyten den guten Zustand. Mit den
Maßnahmen zur Ökologisierung der Raab wird auch dieser Aspekt
erfolgreich gelöst werden können. In diesem Rahmen haben beide
Staaten das Projekt "OpenWehr" entwickelt. Ziel dabei ist die
ökologische Ertüchtigung der Raab im Grenzabschnitt
Österreich/Ungarn. Zukünftig wird damit die Fischpassierbarkeit der
Wehranlagen in diesem Bereich der Raab gewährleistet sein. Die
Umbauten sollen aber auch eine sanfte touristische Nutzung
ermöglichen. Das Projekt "OpenWehr" ist ein integraler Bestandteil
der ebenfalls von der Raab Task-Force angestoßenen Entwicklung eines
generellen, ökologisch orientierten Leitdokuments für die Raab.

Ein Punkt des Aktionsprogramms umfasst auch die Verbesserung der
Daten und ihrer Verfügbarkeit. Dazu diente vor allem die im
vergangenen Sommer gestartete Raab Survey, deren Ziel die Schaffung
einer möglichst genauen Kenntnis des Gewässerzustandes über das
gesamte Längsprofil des Flusses und der auf ihn wirkenden
Einflussfaktoren ist. Dabei wurden gemeinsam von österreichischen und
ungarischen Experten an 28 Stellen entlang des gesamten Flusslaufes
Wasserproben aus der Raab entnommen, darüber hinaus wurden die
Abwässer von 24 maßgeblichen Einleitern kontrolliert. Insgesamt
wurden mehr als 100 Substanzen analysiert.

Die Ergebnisse geben für beide Staaten wertvolle Hinweise, wie die
heute und zukünftig zu setzenden Maßnahmen zum Gewässerschutz
auszurichten sind. Österreich wird damit auf dem bereits
beschrittenen Weg zur sinnvollen Umsetzung des Raab-Aktionsprogramms
bestärkt.

Rückfragehinweis:
Lebensministerium
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703, DW 6823

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