- 08.12.2008, 12:59:44
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Joachim Franz ist "Europäer des Jahres 2009" - BILD

Stuttgart (OTS) - Magazin Reader's Digest zeichnet den
Extremsportler für seinen Einsatz gegen Aids aus
Der deutsche Aids-Aktivist und Extremsportler Joachim Franz ist
vom Magazin Reader's Digest zum "Europäer des Jahres 2009" gewählt
worden. Der Verlag zeichnet den 48-Jährigen aus Wolfsburg für seinen
jahrelangen, weltweiten Einsatz gegen die Immunschwächekrankheit Aids
aus. Im Jahr 2008 war der Titel an die Französin Maria Nowak
verliehen worden, die Notleidenden weltweit mit Kleinstkrediten zu
einer menschenwürdigen Existenz verhilft.
Seit 1996 wählen die Chefredakteure der 21 europäischen Ausgaben
von Reader's Digest Persönlichkeiten, die am besten die Traditionen
und Werte Europas verkörpern, zum "Europäer des Jahres". Joachim
Franz ist der 14. Träger dieser Auszeichnung, die erst zum zweiten
Mal an einen Deutschen geht. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung
wird Joachim Franz Anfang nächsten Jahres offiziell übergeben. Die 21
europäischen Ausgaben des Magazins Reader's Digest stellen den
"Europäer des Jahres 2009" zeitgleich in der Januar-Ausgabe vor, die
am 15. Dezember erscheint.
Franz war einst Werkzeugmacher bei VW in Wolfsburg, fasste aber
mit knapp 30 Jahren den Entschluss, sein Leben radikal zu ändern:
"Mein gelebtes und mein erträumtes Leben passten nicht zusammen. Ich
hatte so wenig erreicht, so wenig gesehen", erinnert er sich im
Rückblick. Fortan betrieb der strak Übergewichtige Sport, stellte das
Rauchen ein, trank keinen Alkohol mehr und nahm dank intensiven
Lauftrainings mehr als 40 Kilo ab. Er lief Marathons, begann mit dem
Radfahren.
Als erstes großes Projekt wollte er die 6000 Kilometer lange
Chinesische Mauer ablaufen, verkaufte dafür sein Auto, nahm Schulden
auf - aber die Idee scheiterte an einem Mangel an Sponsoren. Anfang
der 90er-Jahre wechselte er zum Triathlon und trainierte für die
Teilnahme am berühmten Ironman auf Hawaii. Dann aber stoppte ihn ein
schwerer Verkehrsunfall, der den Sportler für eineinhalb Jahre außer
Gefecht setzte. "Der Unfall war das Beste, was mir passieren konnte",
sagt Franz im Rückblick und räumt ein, damals auf einem Egotrip
gewesen zu sein.
Während er sich noch von seinem Unfall erholte, erreichte der
Niedersachse erneut einen Wendepunkt in seinem Leben. Franz traf
einen Schulfreund, der an Aids erkrankt war. "Wenn jemand so schwer
gezeichnet ist, ist das nicht mehr der Mensch, den du mal gekannt
hast." Dennoch blieb er bei ihm, begleitete ihn bis zum Tod. Als er
dann bei Extremläufen in Südafrika, auf den Philippinen und in Nepal
die Folgen von Aids sah, entschied er sich, fortan den Sport mit
einem sozialen Engagement zu verbinden.
So fuhr er zum Jahreswechsel 2001 mit dem Fahrrad von Paris nach
Dakar und sammelte 100.000 Euro Spenden. Zwei Jahre später
absolvierte er die Strecke zwischen Kapstadt und Johannesburg auf dem
Rad, täglich trat er 130 Kilometer weit in die Pedale und lief danach
noch jeweils 50 Kilometer. Mehrfach drohte wegen Beschwerden an der
Achillessehne der Abbruch der Aktion, aber Franz hielt durch,
sammelte Spenden für die Erforschung und Bekämpfung des HIV-Virus:
"Wie kann ich durch Dörfer laufen, in denen 90 Prozent der
Bevölkerung weggestorben sind, und dann jammern, dass ich Schmerzen
habe?"
Mit ähnlichen spektakulären Aktionen versuchte Joachim Franz auch
in den Folgejahren die Menschen für das Thema Aids aufzurütteln. 2004
befestigte er zusammen mit seinem Team auf dem 7439 Meter hohen Pik
Pobedy in Kirgisistan eine drei Meter große Aids-Schleife, um gegen
das Ignorieren dieser Krankheit in Asien zu demonstrieren. 2005
schaffte er es dann mit seinem Team, auf dem Rad die 23.000 Kilometer
lange Panamericana in nur 35 Tagen abzufahren. Die jüngste Aktion:
Seit Oktober läuft die Initiative "cape2cape". Dabei besteigt das
Team Franz in 20 Ländern vom Nordkap bis zum Kap der Guten Hoffnung
den jeweils höchsten Berg, um auf die Dunkelziffer der Infizierten
aufmerksam zu machen.
Inzwischen hat sich Joachim Franz mit seinen spektakulären
Projekten weltweit einen Namen gemacht. Die Aids-Hilfe der UN
unterstützen ihn genauso wie Sponsoren, er hält Vorträge vor Managern
wie vor Strafgefangenen. VW hat ihn zum Gesundheitsbotschafter
ernannt. Allein im vergangenen Jahr sammelte er 400.000 Euro Spenden,
die an Hilfsprojekte in der ganzen Welt gehen. Auch wenn es noch
immer keinen Impfstoff gegen Aids gibt, der Aktivist aus Deutschland
will in seinem Einsatz nicht nachlassen. Sein Credo: "Wenn du erst
einmal am Start stehst, hast du schon gewonnen." Für diesen langen
Marsch erhält Franz nun von Reader's Digest die Auszeichnung
"Europäer des Jahres 2009".
Für weitere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen
wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die Januar-Ausgabe von Reader's Digest
Deutschland ist ab 15. Dezember an zentralen Kiosken erhältlich.
Die Preisträger früherer Jahre
Die folgenden Persönlichkeiten waren die Vorgänger von Joachim
Franz als "Europäer des Jahres".
2008: Maria Nowak aus Frankreich hilft Notleidenden weltweit
mit Kleinstkrediten zu einer menschenwürdigen Existenz.
2007: Der Schweizer Arzt Professor Ruedi Lüthy hat sich
durch seinen unermüdlichen Einsatz für Aids-Kranke
verdient gemacht und führt u. a. eine Aids-Klinik
in Simbabwe, die er selbst gegründet hat.
2006: Die Niederländerin Ayaan Hirsi Ali setzt sich seit
Jahren gegen religiöse Fanatiker und für die
Rechte muslimischer Frauen ein.
2005: Der russische Arzt Leonid Roshal, der bei über
zwei Dutzend Katastrophen auf vier Kontinenten
schwer verletzten Kindern geholfen hat. Beim Geiseldrama
von Beslan wurde er als Mittelsmann eingeschaltet.
2004: Peter Eigen aus Deutschland, Gründer und Vorsitzender
der weltweit tätigen Organisation "Transparency
International" mit Sitz in Berlin, die sich dem Kampf gegen
Korruption widmet.
2003: Simon Pánek, Gründer der tschechischen
Hilfsorganisation "People in Need", die Katastrophenopfern
rund um den Globus hilft.
2002: Eva Joly, ehemals Untersuchungsrichterin in Frankreich (u.
a. Fall Tapie, Korruptionsskandal um Elf-Aquitaine).
2001: Der gebürtige Finne Linus Benedict Torvalds, Erfinder des
Linux-Betriebssystems.
2000: Der Niederländer Paul van Buitenen, der schwerwiegendes
Missmanagement innerhalb der Europäischen Kommission
aufdeckte.
1999: Die Dänin Dr. Inge Genefke, Vorkämpferin auf dem Gebiet
der Behandlung und Rehabilitation von Folteropfern.
1998: Der britische Solo-Skipper Pete Goss, der während eines
Wettkampfs seinen französischen Freund Raphael Dinelli aus
Seenot rettete.
1997: Frederic Hauge aus Norwegen, der gegen die Verseuchung des
Nordpolarmeers mit Atommüll kämpft.
1996: Der ungarische Pater Imre Kozma engagiert sich für Arme,
Alte und Obdachlose.Fotos von Joachim Franz, ein frei verwendbarer Artikel über ihn
sowie der Artikel aus der Januar-Ausgabe von Reader's Digest zum
Download: http://www.readersdigest.de. Auf Service für Journalisten
klicken (Rubrik Magazin Reader's Digest) Weitere Informationen zu
Joachim Franz auch auf seiner Homepage: http://www.joachim-franz.com
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at .
Rückfragehinweis:
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Öffentlichkeitsarbeit, Uwe Horn
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Tel. 0711 / 6602-521, Fax 0711 / 6602-160,
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