Kardinal-Innitzer-Preis 2008 geht an Dermatologen Wolff

Kardinal Schönborn überreicht dem langjährigen Ordinarius an der Universität Wien die Auszeichnung am 6. Dezember - Auch Würdigungspreise in den Bereichen Geistes- und Naturwissenschaft sowie für Wissenschaftspublizistik werden vergeben

Wien, 5.12.08 (KAP) Der langjährige Ordinarius für Dermatologie an der Universität Wien, em. Univ.-Prof. Klaus Wolff, wird mit dem Kardinal-Innitzer-Preis 2008 ausgezeichnet. Unter seiner Leitung erreichte die Dermatologische Universitätsklinik Wien ein Ranking unter den fünf weltweit besten Kliniken. Seine viel beachteten Forschungen legte Wolff in rund 430 wissenschaftlichen Publikationen dar.

Klaus Wolff wurde am 4. Dezember 1935 in Hermannstadt/Sibiu im rumänischen Siebenbürgen geboren. Er studierte Medizin in Wien, spezialisierte sich auf Dermatologie, seine Forschungstätigkeit führten ihn bald in die USA - an die Mayo Clinic in Rochester, Minnesota, sowie als Gastprofessor an die Bostoner Harvard Universität. 1976 wurde Wolff als Vorstand der Dermatologischen Klinik an die Universität Innsbruck berufen, 1981 folgte er dem Ruf an die Universität Wien, wo Klaus Wolff als ordentlicher Professor und Vorstand der Dermatologischen Universitätsklinik bis zu seiner Emeritierung 2004 wirkte. Wolff prägte Generationen von Medizinstudenten und Fachärzten für Dermatologie und zeichnete für international anerkannte Forschungen verantwortlich, die zur Klärung von Pathomechanismen bei Hautkrankheiten und zur Entwicklung neuer Therapiemethoden führten.

Für seine Verdienste wurde Wolff vielfach ausgezeichnet, so mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich und dem Österreichischen Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst. Auch der Kardinal-Innitzer-Studienfonds würdigte seine Leistungen bereits zweimal: 1967 wurde Wolff mit einem Förderungspreis, 1995 mit einem Würdigungspreis ausgezeichnet.

Der Kardinal-Innitzer-Preis ist ein von der Erzdiözese Wien seit 1962 verliehener Wissenschaftspreis und eine der angesehensten Auszeichnungen dieser Art in Österreich. Benannt ist der Preis nach Kardinal Theodor Innitzer (1875-1955). Der Hauptpreis wird in den Kategorien "Lebenswerk", weitere in den Bereichen "Geisteswissenschaft", "Naturwissenschaft" und "Publizistik" vergeben. Zusätzlich werden junge Wissenschaftler mit Förderpreisen gewürdigt.

Kardinal Christoph Schönborn wird als Protektor des Kardinal-Innitzer-Studienfonds am 6. Dezember im Wiener Erzbischöflichen Palais em. Prof. Klaus Wolff den Innitzer-Preis für sein herausragendes wissenschaftliches Lebenswerk überreichen. Laudator ist der Geschäftsführer des Studienfonds, Prof. Herbert Matis.

Auch Physiker Blatt und Archäologe Bietak geehrt

Der Würdigungspreis im Bereich Naturwissenschaft geht an den in Innsbruck lehrenden Experimentalphysiker Prof. Rainer Blatt. Der 1952 in Idar-Oberstein (Deutschland) geborene Wissenschaftler forscht auf dem Gebiet der Quantenoptik und Quanteninformation und hat mit seinem Team als erster eine Teleportation mit Atomen durchgeführt. Blatt leitet seit 1995 das Institut für Experimentalphysik in Innsbruck, seit 2003 ist er auch Wissenschaftlicher Direktor am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Der Kardinal-Innitzer-Studienfonds würdigte vor allem Blatts "wegweisende Experimente auf dem Gebiet der Präzisionsspektroskopie, der Quantenmetrologie und der Quanteninformationsverarbeitung". 2004 sei es erstmals gelungen, die Quanteninformation eines Atoms in vollständig kontrollierter Weise auf ein anderes Atom zu übertragen (Teleportation).

Im Bereich Geisteswissenschaft wird Manfred Bietak ausgezeichnet; der 1940 in Wien geborene Archäologe ist Professor der Ägyptologie an der Universität Wien und seit 1973 Leiter des Österreichischen Archäologischen Institutes in Kairo. Schon in jungen Jahren - ab 1961 - nahm er an der UNESCO-Aktion zur Rettung der nubischen Altertümer in Sayala teil, seit 1966 leitet Bietak vielfältige Ausgrabungs-Projekte in Ägypten. Im östlichen Nildelta identifizierte er u.a. die Hyksos-Hauptstadt Avaris und die Ramses-Stadt Pi-Ramesse. "Besonders bedeutend war die Freilegung eines Palastes aus der Tuthmosiden-Zeit mit minoischen Wandmalereien", heißt es in der Begründung der Jury. Bietak legte seine Forschungen immer wieder auch an renommierten Hochschulen im Ausland dar, so als Gastprofessor am Pariser College de France und an der Harvard University in Boston.

Publizistik-Preis für Klaus Taschwer

Einen Würdigungspreis für seine Verdienste im Bereich wissenschaftlich fundierter Publizistik erhält der verantwortlicher Wissenschaftsredakteur bei der Tageszeitung "Der Standard", Klaus Taschwer. Der studierte Soziologe, Politikwissenschafter und Philosoph hat auch für den "Falter", die Berliner "taz" und die ORF-Reihe "Universum" gearbeitet und ist nach wie vor Mitherausgeber des Wissenschaftsmagazins "heureka" aus dem Falter-Verlag. Als Buchautor wurde Taschwer vor allem mit einer Biografie über Konrad Lorenz bekannt, in der erstmals die Verstrickung des Nobelpreisträgers in die NS-Ideologie in vollem Umfang dokumentiert wurde. "Neben reinem Fachwissen und der Fähigkeit zu verständlicher Darstellung und Analyse ist von den Wissenschaftsjournalisten auch Verantwortungsbewusstsein verlangt. Klaus Taschwer erfüllt diese Voraussetzungen in hohem Maß", begründet die Jury des Kardinal-Innitzer-Preises ihre Wahl.

Acht junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen werden mit Förderpreisen ausgezeichnet. (ende)
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