- 04.12.2008, 10:54:06
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LK Österreich: In Krise Klimamaßnahmen als Wirtschaftsmotor nutzen
Öko-Treibstoff, -Wärme, -Strom und -Baumaterial senken Treibhausgase
Wien (OTS) - "Gerade in der Krise müssen Maßnahmen ergriffen
werden, die doppelt wirksam sind: Mehr Klimaschutz dient nicht nur
der Umwelt, sondern auch der Wirtschaft und den Arbeitsplätzen. Die
aktuellen Zahlen des UNO-Klimasekretariats zeigen, dass seit dem Jahr
2000 der weltweite Ausstoß von Treibhausgas-Emissionen der 40
Industrienationen, die das Kyoto-Protokoll unterzeichnet haben, um
2,3% zugenommen hat. Noch stärker kann man es nicht verdeutlichen,
dass die UN-Klimakonferenz in Posen (Polen) ein Erfolg werden muss,
um zügig zu Ergebnissen eines Kyoto-Nachfolge-Übereinkommens zu
gelangen", erklärte Hannes Herndl, Vorsitzender des Ausschusses für
Umweltfragen der LK Österreich und Präsident der LK Oberösterreich,
zur laufenden Klimakonferenz in Posen.
Nachwachsende Rohstoffe als Lösung
"Die Land- und Forstwirtschaft leistet durch die Bereitstellung
nachwachsender Rohstoffe für Treibstoff, Wärmeerzeugung,
Stromproduktion sowie als Baumaterial einen wichtigen Beitrag zur
Reduktion der Treibhausgasemissionen. Dass in diesen Bereichen noch
genügend Potenziale vorhanden sind, ist durch Studien verdeutlicht
worden. Hier müssen wir noch aktiver werden", verlangte Herndl und
ergänzte: "Damit senken wir die Importabhängigkeit von fossilen
Brennstoffen, die teilweise aus Krisengebieten kommen, wir erhöhen
die regionale Wertschöpfung und bauen die Technologieführerschaft
insbesondere bei erneuerbaren Energieanlagen weiter aus. Dies ist
sowohl für die Wirtschaft als auch für die Arbeitsplätze von großem
Vorteil. Aber auch die Konsumenten sind gefordert. Durch den Kauf
regionaler Produkte können sie einen Beitrag zur Reduktion der durch
den Lebensmitteltransport entstehenden Treibhausgasemissionen
erreichen."
Bauern stark betroffen
Die Land- und Forstwirtschaft ist der von der Klimaveränderung am
stärksten betroffene Wirtschaftsbereich. Die extremen Wetterphänomene
der letzten Jahre haben drastisch vor Augen geführt, welche
Auswirkungen der Klimawandel auf die land- und forstwirtschaftliche
Produktion in Österreich haben kann. Der Agrarsektor hat daher ein
massives Interesse an effizienten Klimaschutzmaßnahmen auf globaler
Ebene, jedoch unter Einbindung insbesondere der USA, Chinas und der
Entwicklungsländer, da ein globales Problem nicht durch Alleingänge
einzelner Länder gelöst werden kann. Herndl dazu: "Die
UN-Klimakonferenz stellt daher einen Meilenstein im Rahmen der
Verhandlungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen aus
anthropogenen Aktivitäten für die Zeit nach Kyoto dar."
Landwirtschaft beim CO2-Abbau vorbildlich
Die Gesamtmenge der österreichischen Treibhausgas-Emissionen lag
2006 bei 91,1 Mio. t CO2-Äquivalent. Dies stellt einen Anstieg von
15,1% gegenüber dem Kyoto-Basisjahr 1990 dar. Die Landwirtschaft als
Emittent von Treibhausgasen, wie Methan und Lachgas, hingegen hat das
nationale Kyoto-Ziel von minus 14% schon 2006 erfüllt. Betrugen die
Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft 1990 noch 9,1 Mio. t, waren
es 2006 bereits 7,9 Mio. t. Dem gegenüber steht der Verkehrssektor,
der seit dem Jahr 1990 einen Anstieg von 10,6 Mio. t
Kohlendioxid-Äquivalenten oder 83% zu verzeichnen hatte.
Für eine faire Klimabilanz der Landwirtschaft muss aber auch die
Bindung von CO2 in nachwachsenden Rohstoffen berücksichtigt werden.
Deshalb verlangte Herndl: "Im Rahmen der internationalen Festlegungen
zur Erstellung der Klimabilanzen muss erreicht werden, dass die
Einsparung von Emissionen durch die Verwendung von erneuerbaren
Energien auch der Landwirtschaft positiv angerechnet wird und nicht
wie bisher dem Verkehrs- oder Energiesektor." Auch dürfe die Thematik
des Flächenverbrauchs und der Treibhausgas-Emissionen nicht vergessen
werden. "Laut Umweltbundesamt wurden im Jahr 2007/08 12,1 Hektar
täglich für Siedlungs- und Verkehrsflächen verbraucht. Anstelle der
CO2-Aufnahme über Pflanzen werden aufgrund der auf diesen Flächen
stattfindenden Aktivitäten Emissionen freigesetzt. "Daher verlangt
die bäuerliche Interessenvertretung eine Reduktion des
Flächenverbrauchs auch unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes", so
Herndl.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Landwirtschaftskammer Österreich Austrian Chamber of Agriculture Kommunikation Schauflergasse 6, 1014 Wien T +43/1/53441-8520, 8523 F +43/1/53441-8519 mailto:[email protected] www.lk-oe.at
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