Telekom Austria-Personalvertretung schließt sich Gewerkschaftsprotesten an

Kundgebung der GPA und GPF vor Telekom-Zentrale am Donnerstag - Bisher keine weitere Annäherung in Gesprächen - Vorstand bleibt bei Jobabbau statt Beschäftigungsstrategie

Wien (OTS) - Die Personalvertretung der Telekom Austria TA AG wird gemeinsam mit der GPA und der Postgewerkschaft GPF gegen die Jobabbau-Pläne in der Konjunkturkrise demonstrieren. Mehrstündige Verhandlungen zwischen dem Telekom Austria-Vorstand und der Personalvertretung haben am Montag keine weitere Annäherung gebracht. Im Gegenteil: Der Vorstand will die Belegschaft vor vollendete Tatsachen stellen und 1.250 Mitarbeiter schon bis Ende Februar "passivieren", also sinnlos und unmenschlich bei teilweiser Gehaltsfortzahlung auf Abruf nach Hause schicken.

Während die Politik durch die Unterstützung der österreichischen Banken Milliarden in die Wirtschaft pumpt, um eine Konjunkturkrise abzuwenden und eine Arbeitslosenwelle im größeren Ausmaß zu verhindern, kündigen hochbezahlte Manager einen drastischen Stellenabbau bei österreichischen Paradeunternehmen an. Das schwächt den Konsum und verschärft damit die Wirtschaftskrise, erklärte der Vorsitzende der Personalvertretung in der Telekom Austria TA AG, Michael Kolek am Dienstag.

Diese Botschaft wollen auch der neue designierte ÖGB-Präsident Erich Foglar und Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel kommenden Donnerstag, den 4. Dezember, in der Früh mit einer Kundgebung vor der Telekom Austria-Zentrale verdeutlichen.

Die Personalvertretung der Telekom Austria TA AG wird sich diesen Protesten anschließen. Zu Gesprächen mit dem Vorstand ist die Personalvertretung weiterhin bereit. "Wir sind nach wie vor überzeugt, dass eine Lösung möglich ist. Sollte der Vorstand die Personalvertretung in der nächste Runde aber wieder nur hinhalten wollen, schließen wir aber auch interne Protestmaßnahmen nicht mehr aus", betonte Kolek.

Weil die Telekom Austria lieber in den ausländischen Mobilfunk investiert hat, hat sie über Jahre die Weiterentwicklung des österreichischen Festnetzes am Land und in der Stadt verschlafen. Schon das hat den Wirtschaftsstandort Österreich geschwächt. Der längt überfällige Investitions- und Innovationsschub im Festnetz würde neue Arbeitsplätze, neue Wertschöpfung und zusätzliche Steuereinnahmen schaffen. Die Personalvertretung ortet dafür beim Vorstand immerhin zunehmendes Verständnis.

Umso unverständlicher sei es, dass der Vorstand jetzt trotzdem akut bei Qualität und Service weiter sparen wolle, erklärte Kolek. Die Belegschaftsvertretung verlangt im Gegenteil auch hier eine Offensive, zumal das Unternehmen im Dezember erstmals seit langem wieder mit einem Anstieg der Kundenzahlen rechnet. "Diese neuen Kunden dürfen wir nicht gleich wieder vertreiben", betont die Personalvertretung.

Erst vor Kurzem hat sie deshalb der Ausdehnung der Normalarbeitszeit im technischen Service bis 19 Uhr zugestimmt. Entgegen der Darstellung des Vorstands würden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Telekom Austria TA AG gerne auch neue Aufgaben übernehmen. Diesbezügliche Angebote sind jedoch bisher ausgeblieben. "Selbst Boris Nemsic hat in den Verhandlungen erklärt, dass er keine Freude damit hat, Mitarbeiter freizusetzen. Der Vorstand muss jetzt beweisen, dass er es mit der Erschließung neuer Arbeitsplätze und Geschäftsfelder ernst meint", so Kolek.

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