Diakonie zum Streit um Adventkranz Linz09

Chalupka: Es gab eine Zeit, in der Adventkränze 23 Kerzen hatten - BILD

Wien (OTS) - Diakonie Direktor Pfarrer Michael Chalupka meldet
sich zum Streit um den fünfstrahligen Adventkranz von Linz09 zu Wort:
"Wie viele Kerzen ein Adventkranz haben muss, ist nicht ausschlaggebend, aber die Letzte wird am 4. Advent entzündet. Heute ist wenigen Menschen bekannt, dass der Adventkranz, wie wir ihn heute kennen, auf den Begründer der Diakonie und Evangelischen Pfarrer Johann Hinrich Wichern im "Rauhen Haus" in Hamburg 1839 zurückgeht. Um die Zeit im Advent den Straßenkindern Hamburgs nahe zubringen, hängte er ein altes Wagenrad in der Mitte des Raumes auf, auf dem 23 Kerzen montiert waren. Für jeden Tag des Advents wurde eine kleine Kerze entzündet und für die Sonntage jeweils eine große.

Es wäre schön, wenn die Österreicherinnen und Österreich beim Entzünden der Adventkerzen an die vielen Jugendlichen und Kinder denken würden, die heute unter ähnlichen Bedingungen wie die Straßenkinder Hamburgs des 19 Jahrhunderts leben müssen. Der Gag des Intendanten von Linz09 Martin Heller muss Christinnen und Christen nicht beunruhigen. Ein Gag bleibt ein Gag", so Chalupka abschließend.

Die Geschichte des Adventkranzes

Im Oktober 1833 hatte der evangelische Theologe Johann Wichern (1808 -1881) gemeinsam mit seiner verwitweten Mutter und einer seiner Schwestern vor den Toren der Hansestadt Hamburg ein kleines Bauernhaus für verwahrloste und verwaiste Kinder aus den Elendsvierteln der Stadt eingerichtet. Wichern verfolgte eine damals völlig neue pädagogische Idee: Seine "Zöglinge" sollten nicht in einer der damals üblichen Erziehungskasernen aufwachsen, sondern in Familien von zehn bis zwölf Kindern (anfangs nur Buben) mit einem Betreuer, der ihnen wie ein großer Bruder sein sollte. Jede Familie sollte ihr eigenes Haus bewohnen. So entstanden in den Folgejahren immer mehr Häuser auf dem Gelände um das "Rauhe Haus".
Um den Kindern die Zeit bis Weihnachten zu verkürzen, wurde ein altes Wagenrad mit vier großen weißen und 19 roten Kerzen geschmückt und in der Mitte der Stube aufgehängt. (Da es jedes Jahr unterschiedlich viele Tage vom ersten Advent bis zum Heiligen Abend gibt, ist die Anzahl der roten Kerzen unterschiedlich). 1881 wurde zum ersten Mal der Versammlungsraum im "Rauhen Haus" im Advent mit Tannengrün geschmückt. Erst 1860 wurde auch das Holzrad mit Reisig verkleidet.

Spendenkonto Diakonie für Kinder und Jugendliche in Not in Österreich PSK 23.96.444.

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