Plassnik: "Erschüttert über Vollstreckung des Todesurteils an WO Weihan"

Außenministerin: Aufrichtiges Mitgefühl gilt seiner Familie

Wien (OTS) - "Ich bin zutiefst schockiert über die hartherzige und unmenschliche Vorgangsweise der chinesischen Justiz im Fall WO Weihan. Die Missachtung aller Appelle der Familie WO Weihans, Österreichs, der Europäischen Union und vieler anderer ist erschütternd", erklärte Außenministerin Ursula Plassnik heute in Reaktion auf die Hinrichtung des Vaters zweier österreichischer Staatsbürgerinnen, der wegen angeblicher Spionage zum Tode verurteilt worden war. "Unser aufrichtigstes Mitgefühl gilt vor allem seiner Familie, der nicht einmal die Möglichkeit gegeben wurde, sich zu verabschieden", betonte die Außenministerin weiter.

Außenministerin Plassnik hatte sich erst kürzlich in einem öffentlichen Appell für eine humanitäre Lösung neuerlich an die chinesische Regierung gewandt. Gemeinsam mit der Familie, dem französischen EU-Vorsitz und den EU-Partnern habe man jegliches zur Verfügung stehende Mittel genutzt, um eine Hinrichtung des 60 Jährigen zu verhindern. "Dass die Hinrichtung abrupt gerade am Tag des Menschenrechtsdialogs zwischen der EU und China stattgefunden hat, unterstreicht die Rücksichtslosigkeit und Kälte, mit der dieser Fall behandelt wurde", sagte die Außenministerin. Diese Haltung muss aus der Sicht der gesamten EU geradezu als vorsätzlicher Affront angesehen werden.

Schon im Verfahrensstadium und nach Bekanntwerden des Todesurteils war die österreichischen Botschaft in Peking in diesem Fall engagiert und hat alle Entwicklungen genauestens verfolgt. Neben Außenministerin Plassnik haben sich Bundespräsident Heinz Fischer und Nationalratspräsidentin Barbara Prammer sowie die Präsidenten der drei österreichischen Höchstgerichte persönlich für die Abwendung der Hinrichtung engagiert. Zusätzlich führte der EU-Ratsvorsitz auf österreichische Initiative zwei Demarchen bei den chinesischen Behörden. Auch das Europäische Parlament und EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner haben sich für die Abwendung des Todesurteils eingesetzt.

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