- 28.11.2008, 11:27:46
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Claudia Schmied präsentiert 5-Punkte Programm gegen Gewalt an der Schule
Verpflichtend in der Lehrerausbildung, mehr Schulpsychologen, Programme gegen Gewalt, Verhaltensvereinbarungen, Vernetzungstreffen

Wien (OTS) - Das Thema "Gewalt an der Schule" ist eine zentrale
Aufgabe für Politik und Gesellschaft. Bildungsministerin Claudia
Schmied hat das Problem erkannt und bereits im März die große
Anti-Gewalt-Initiaitve "Die Weiße Feder. Gemeinsam gegen Gewalt"
(www.weissefeder.at) ins Leben gerufen.
Aufgrund der Wichtigkeit des Themas hat Bildungsministerin Claudia
Schmied alle Partner im Bereich der Gewaltprävention (Schulaufsicht,
Polizei, Schulpsychologen, Landesschulräte, Sozialarbeiter,
Lehrervertreter, Schulpartner, Experten, NGOs,...) zum heutigen
großen Anti-Gewalt-Gipfel geladen. Alle Beteiligten sollen über das
weitere Vorgehen beraten und entscheiden, wie man noch besser
gemeinsam gegen Gewalt an Schulen vorgehen kann. "Die Lehrer können
soziale Probleme nicht alleine lösen. Sie brauchen Partner, wie
Sozialarbeiter, Psychologen und die Polizei, die sie bei dieser
Herausforderung unterstützen. Auch die Eltern müssen ihre
Verantwortung wahrnehmen und dürfen ihre Kinder und deren Lehrer
nicht alleine lassen. Wir müssen diese Aufgabe gemeinsam meistern",
so Bildungsministerin Claudia Schmied vor dem Gipfel.
Neben dem Gipfel hat Bildungsministerin Claudia Schmied den
heutigen Tag zum österreichweiten Aktionstag gegen Gewalt an der
Schule gemacht. Alle Schulen sind aufgefordert, den Tag für spezielle
Programme und Projekte gegen Gewalt an der Schule durchzuführen.
"Heute sollen alle Schulen ein Zeichen setzen: Gewalt hat an der
Schule keinen Platz! Deshalb habe ich alle Schulen aufgefordert an
diesem Tag im Rahmen des Unterrichts Schwerpunktprogramme zur
Gewaltprävention zu setzen", so Claudia Schmied.
Bereits vor dem Gipfel präsentierte Bildungsministerin Claudia
Schmied ein umfassendes Maßnahmenpaket gegen Gewalt an der Schule.
"Es ist Aufgabe der Politik, bestmögliche Rahmenbedingungen zu
schaffen, damit die Schulpartner vor Ort beste Arbeit leisten können.
Dieses 5-Punkte-Programm hat ein Volumen von rund 2,9 Millionen
Euro", so Schmied.
5-Punkte-Programm gegen Gewalt:
Ziele des Programms:
- Förderung von Sensibilität und Wissen über die verschiedenen
Formen von Gewalt, Aggression und Konflikte
- Förderung von sozialen Kompetenzen sowie von Kompetenzen und
Strategien mit Gewalt, unerwünschtem Verhalten umzugehen
- Förderung von Verantwortlichkeit und Zivilcourage
Das bedeutet für die Schule:
Schaffung eines positiven Umfeldes, das aggressives Verhalten
unterbindet und dadurch motivations- und leistungsfördernd wirkt.
Gewaltprävention wirkt sich unmittelbar auf das Schulklima positiv
aus.
Maßnahmen:
1. Qualifizierungsoffensive in der LehrerInnenbildung:
Ausbildung:
Ab dem Studienjahr 2009/2010 wird es für ALLE angehenden
Pflichtschullehrer ein verpflichtendes Ausbildungsmodul zur Stärkung
sozialer Kompetenzen geben. So werden die Pädagogen befähigt, den
Schülern soziale Kompetenzen zu vermitteln, professionell mit
Konflikten umzugehen und zur Gewaltprävention beizutragen.
Fortbildung:
Gewaltprävention und soziales Lernen ist Schwerpunkt in der
LehrerInnenfortbildung 2009. An allen Pädagogischen Hochschulen (PH)
sind in einem Train the Trainer-Programm MultiplikatorInnen
ausgebildet worden. 2009 steht in Folge an allen PH ein umfangreiches
Fortbildungsangebot (Hochschullehrgänge z.B. für Peer Mediation oder
ein ReferentInnenpool für schulinterne Veranstaltungen) zur
Verfügung. Das innovative Modul "Persönlichkeitsbildung und soziales
Lernen" ermöglicht den Pädagogischen Hochschulen über
Gewaltprävention hinaus einen Schwerpunkt auf das breite Thema
soziales Lernen für die LehrerInnen zu setzen.
2. Jetzt fix: Mehr Schulpsychologen:
SchulpsychologInnen leisten nicht nur in Krisenfällen wertvolle
Beratungs- und wichtige Vernetzungsarbeit. Eine Aufstockung der
SchulpsychologInnen ist Teil des Regierungsprogramms. Eine
Aufstockung der Schulpsychologen um 20 Prozent auf 180 Planstellen
wird bereits 2009 durchgeführt.
Außerdem bilden die verstärkte Kooperation mit außerschulischen
Partnern und die Umsetzung von Modellprojekten zum Einsatz von
SozialarbeiterInnen und SozialmoderatorInnen in den Schulen einen
weiteren Schwerpunkt im Jahr 2009.
3. Ausbau von Programmen zur Gewaltprävention:
Erfolgreiche Gewaltpräventionsprogramme für die Schulen werden
ausgebaut und vom Bildungsministerium zur Verfügung gestellt.
Volksschule:
600 Module des Gewaltpräventionsprogramms "Faustlos" kommen
derzeit in den österreichischen Volksschulen zum Einsatz. Für 2009
ist eine Aufstockung um weitere 600 Stück auf 1.200 "Faustlos-Koffer"
geplant.
Hauptschule und AHS-Unterstufe:
Das soziale Kompetenztraining "WiSK" (Wiener soziales
Kompetenztraining), wird auf alle Bundesländer ausgeweitet. Es zielt
auf 10- bis 16-Jährigen ab und ist ein ganzheitliches Schulkonzept,
das auf die Einbindung der Schulpartner abzielt. Es wurde von
Christiane Spiel entwickelt und soll in dieser Altersgruppe eine
umfassende Auseinandersetzung mit dem Thema "Gewalt an der Schule"
ermöglichen. Ziel von "WiSK" ist die Reduktion von aggressivem
Verhalten.
4. Verhaltensvereinbarungen:
Verhaltensvereinbarungen sind ein wirksames Instrument für ein
gutes Schulklima und eine gelebte Schuldemokratie. Jede Schule soll
Verhaltensvereinbarungen von Schülern, Lehrern und Eltern
abschließen.
Um die Schulen bei der Entwicklung von Verhaltenseinbarungen zu
unterstützen werden Best Practice-Modelle gesammelt und gemeinsam mit
Unterrichtsmaterialien auf der Website www.weissefeder.at zur
Verfügung gestellt.
In Kooperation mit den Pädagogischen Hochschulen wird das BMUKK für
die Schulen ein Unterstützungsangebot für die Prozessbegleitung bei
der Einführung von Verhaltensvereinbarung zur Verfügung stellen.
Wichtig ist das Zusammenwirken von Schülern, Eltern und Lehrern. Es
geht um Disziplin und Respekt.
5. Jährliches Vernetzungforum aller Partner und Institutionen
Die Öffnung und Vernetzung der Schulen mit externen Partnern und
Institutionen ist ein wesentlicher Schritt, um erfolgreiche Maßnahmen
zur Gewaltprävention zu setzen. Die Schulen treten mit Partnern in
einen Dialog, es entsteht ein wichtiger Erfahrungs- und
Wissensaustausch, es bildet sich ein Netzwerk. Ein wichtiger Beitrag
dazu ist das in Zukunft jährlich stattfindende Vernetzungsforum aller
Partner und Stakeholder-Gruppen.
Weitere Bilder unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=43&dir=200811&e=20081128_g&a=event
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at .
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Nikolaus Pelinka
Tel.: (++43-1) 53 120-5030
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