• 27.11.2008, 12:52:22
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Start der Wiederansiedlung des Habichtskauzes

Plank: Im Biosphärenpark Wienerwald und am Dürrenstein

St. Pölten (NLK) - Die drei Projektträger Land Niederösterreich
(Naturschutzabteilung), Forschungsinstitut für Wildtierkunde und
Ökologie (FIWI) und Österreichische Bundesforste (ÖBf) initiieren ein
außergewöhnliches Artenschutzprojekt für den Habichtskauz. Im Rahmen
eines Wiederansiedelungsprojekts wird dem in Österreich
ausgestorbenen Habichtskauz eine zweite Chance gegeben, sich in
unseren Wäldern wieder anzusiedeln. "In den kommenden Jahren soll
durch Freilassung von Jungvögeln im Biosphärenpark Wienerwald sowie
im einzigen Wildnisgebiet Österreichs, am Dürrenstein, ein neuer
Bestand gegründet werden. Das Projekt startet mit Ende November 2008
und läuft bis 2012", berichtet Landesrat Dipl.Ing. Josef Plank.

Als ehemals größte Eule unserer Wälder verschwand diese Art gegen
Mitte des 20. Jahrhunderts aus Österreich. Durch nachhaltigen Umgang
mit dem Wald, Ausweisung von Schutzgebieten und Unterstützung der
Artenschutzziele durch die Jägerschaft verbesserten sich die
Lebensbedingungen in den letzten Jahrzehnten zunehmend. Der
Habichtskauz findet dadurch wieder optimale Bedingungen zur
Wiederbesiedlung vor. Als besonders vielversprechende Standorte
gelten alte Laubmischwälder, in denen es besonders viele Kleinsäuger
(Mäuse und Bilche) gibt.

"Niederösterreich soll im mitteleuropäischen Verbreitungsgebiet
künftig wieder als populationsbiologische Drehscheibe fungieren" sagt
Landesrat Plank, Mitinitiator des Projekts. Ziel ist die Gründung
neuer Populationskeimzellen durch regelmäßige Freilassung und ihre
Anbindung an die Vorkommen im Norden sowie der Schutz geeigneter
Lebensräume. Plank: "Damit schützen wir nicht nur den Habichtskauz,
sondern auch andere gefährdete Arten wie das Auerhuhn oder den
Weißrückenspecht. Der umweltpädagogische Wert des Projekts liegt in
der Illustration sensibler Prozesse des Waldökosystems."

Als Projektleiter hat das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und
Ökologie nicht nur die Koordination von Projektinhalten übernommen,
sondern setzt insbesondere auf gemeinsamen Dialog aller beteiligten
Interessensgruppen. Für die erfolgreiche Wiederansiedelung
verschollener Arten ist gerade die interdisziplinäre Kooperation mit
Grundeigentümern und Landbewirtschaftern eine wichtige Voraussetzung.
Weitere Schwerpunkte sind die Zusammenarbeit mit Zoos und
Zuchtstationen sowie ein fundiertes Monitoring zur laufenden
Kontrolle der freigelassenen Eulen.

Die Österreichische Zoo Organisation und der Verein Eulen und
Greifvogelschutz züchten kostenlos die Habichtskäuze für die
Freilassung. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zum
Artenschutz. Forstamt und Landwirtschaftsbetriebe der Stadt Wien (MA
49) unterstützen das Projekt tatkräftig mit der Anfertigung
zahlreicher Nisthilfen und durch den Bau einer Auswilderungsvoliere,
in der die Vögel auf die Freilassung vorbereitet werden. Die beiden
Schutzgebiets-Verwaltungen im Biosphärenpark Wienerwald und im
Wildnisgebiet Dürrenstein tragen substantiell zur Abwicklung des
Forschungsprojekts vor Ort bei.

Weitere Informationen: Büro LR Plank, e-mail
[email protected], Telefon 02742/9005-12705.

Rückfragehinweis:
Niederösterreichische Landesregierung
Stabstelle Öffentlichkeitsarbeit und Pressedienst
Tel.: 02742/9005-12163
http://www.noe.gv.at/nlk

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