Eklat im ORF: Generaldirektor verweigert sich der Belegschaft - weder Informationen noch Gehaltsverhandlungen. "Informationsveranstaltung" für ORF-Belegschaft nicht nur Propagandashow sondern auch getarnte Pressekonferenz.

ZBO Moser: "Die Grenzen sind überschritten. Unzumutbares Verhalten von Wrabetz&Co."

Wien (OTS) - Eklat im ORF: Generaldirektor verweigert sich der Belegschaft - weder Informationen noch Gehaltsverhandlungen. "Informationsveranstaltung für ORF-Belegschaft nicht nur Propagandashow sondern auch getarnte Pressekonferenz. ZBO Moser: "Die Grenzen sind überschritten. Unzumutbares Verhalten von Wrabetz & Co."Für heute, 27.11., 10:00 Uhr war im ORF-Zentrum der Auftakt für die jährlichen Gehaltsverhandlungen zwischen Zentralbetriebsrat und Geschäftsführung angesetzt. Nur: die Vertreter der Geschäftsführung sind nicht erschienen. Nach knapp einer Stunde Wartezeit verließen die Betriebsräte empört den Verhandlungssaal. Das auch deshalb, weil der Generaldirektor schon im Vorhinein - ohne Verständigung der Verhandlungspartners - die Dauer der Gehaltsrunde um eine weitere Stunde gekürzt hatte.

Statt bis 14:00 Uhr - wie vorgesehen mit der Belegschaftsvertretung zu verhandeln - zieht er es nämlich vor, um 13:00 Uhr in einer sogenannten "Informationsveranstaltung" die ORF-MitarbeiterInnen über "Der ORF 2009: Zur aktuellen Situation des Unternehmens" zu informieren. Vor Ort am Küniglberg und via "Live-Stream" und "Hausbildschirme".

Veritabler "Schönheitsfehler" an dieser Veranstaltung: "Sie ist nichts anderes als eine Propagandashow des Dr. Wrabetz", sagen die Betriebsräte, "und nicht nur das: sie ist eine getarnte Pressekonferenz. Das ist der wahre Skandal, wurden doch zu dieser für die interne Information der Belegschaft gedachten Veranstaltung 'ausgewählte Journalisten' eingeladen."

Für den Zentralbetriebsratsvorsitzenden Gerhard Moser ist das der Gipfel eines undurchdachten und provokanten Verhaltens gegenüber der Belegschaft und ihrer Vertetung. "Offensichtlich hat die Geschäftsführung und deren PR-Abteilung keinerlei Ahnung von der Stimmung im Hause. Hier herrscht Angst, gepaart mit Wut." meint er im Hinblick auf die seit Tagen und Wochen massiv öffentlich lancierten Gerüchten und Aussagen der GF über Ausgliederungen und Personalabbau. "Offensichtlich ist es den Herrschaften auch völlig wurscht, wie es um die Belegschaft und die Stimmung im Unternehmen bestellt ist. Nach außen wird die Trommel gerührt - mit Begriffen wie "High Noon" und "D-DAY"" - und innen werden weder von Spar- und Ausgliederungsplänen betroffene MitarbeiterInnen noch deren betriebsrätliche Vertreter informiert."

Das widerspricht nicht nur den Regeln der Arbeitsverfassung sondern auch den jahrzehntelangen Gepflogenheiten sozialpartnerschaftlichen Umgangs im ORF: Die Zentralbetriebsräte appellieren an die Vernunft des Generaldirektors, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und das System der parnerschaftlichen Konfliktaustragung nicht mutwillig zu zerstören. "Die ersten Pfeiler", so Moser, "sind schon weggebrochen. Denn zu einer Partnerschaft gehören zwei, und der nötige Respekt voreinander. Den hat die derzeitige Geschäftsführung in den vergangenen Wochen nicht einmal in Ansätzen erwiesen."

Sollte der heutige Affront gegen die Belegschaftsvertretung, die Verweigerung der Gehaltsrunde und die Nicht-Information über geplante Sparmaßnahmen, als "Akt der Stärke" gegenüber den ORF-Betriebsräten gedacht gewesen sein, so muss hier gesagt werden, dass es sich maximal um eine "inkompetente Kurzschlussreaktion" handeln kann."Wir werden uns auf neue Bedingungen der Betriebsrats- und Gewerkschaftsarbeit im ORF einstellen." sagt Zentralbetriebsratsvorsitzender Gerhard Moser abschließend

Den ORF-MitarbeiterInnen, denen der Generaldirektor für heute 13:00 Uhr treuherzig eine "Informationsveranstaltung" über den "ORF 2009" angekündigt hat, geben die Zentralbetriebsräte zu bedenken, dass es sich hier nicht nur um eine "Propagandashow" sonder auch um eine im Geheimen organisierte Pressekonferenz handelt, was - höflich gesagt -ein Spiel mit falschen Karten ist.

Für den Zentralbetriebsrat: Dr. Gerhard Moser
Für die KMFSB/Sektion "Elektronische Medien" Peter Weller

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gerhard.moser@orf.at

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