• 26.11.2008, 10:57:34
  • /
  • OTS0101 OTW0101

Hauptverband sieht großen Aufholbedarf im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention

Pro Jahr Ausgaben in Höhe von 1,3 Milliarden Euro

Wien (OTS) - Entsprechend der strategischen Ausrichtung der
Sozialversicherung "Für ein längeres Leben bei guter Gesundheit zu
sorgen" wurden in den letzten Jahren wichtige Initiativen mit
Schwerpunkten im Bereich Schulen und Betriebe gesetzt. Es muss also
Ziel der Bemühungen im Gesundheitswesen sein, die gesunden
Lebensjahre für die Österreicherinnen und Österreicher zu vermehren.
Neben einer Optimierung der Krankenbehandlung - orientiert an Health
Technology Assessment (HTA) -, tritt die Sozialversicherung dafür
ein, dass der Gesundheitsförderung und Prävention in der
Gesundheitspolitik ein wichtigerer Stellenwert zukommt. Eine vom
Hauptverband in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass in Österreich
gerade im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention großer
Aufholbedarf besteht und ein Zugewinn an gesunden Lebensjahren
erzielt werden kann. Eine verstärkte Investition im Bereich der
Gesundheitsförderung und Prävention in Abstimmung mit den Akteuren
der Gesundheitspolitik ist dabei dem Hauptverband ein großes
Anliegen.

Für den Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention wendet die
Sozialversicherung jährlich rund 1,3 Mrd. Euro auf. Neben
individuellen Beratungs- und Betreuungsmaßnahmen wie beispielsweise
im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung, ist die gesunde Gestaltung von
Lebensräumen wie Schule oder Betrieben ein wesentliches Element der
Sozialversicherungs-Strategie im Rahmen der Gesundheitsförderung und
Prävention: Richtige Ernährung, ausreichend und richtige Bewegung,
Suchtprävention, psychische Gesundheit sowie eine
gesundheitsförderliche materielle Umwelt sind dabei die wesentlichen
Inhalte.

Die Initiative "Rücken ohne Tücken" ist dabei ein wichtiger
weiterer Baustein in Rahmen eines Gesamtkonzeptes. Durch fachkundige
Information über die Entstehung von Rückenschmerzen und die Anleitung
zu präventiven Übungen wird der einzelne unterstützt, sich mehr und
vor allem gesund zu bewegen.

Perspektiven für das Gesundheitssystem

Neben Interventionskonzepten, die sich auf das Verhalten des
einzelnen beziehen, bedarf es für langfristige Erfolge auch der
Schaffung von gesunden Lebensräumen und entsprechender
gesellschaftlicher Rahmenbedingungen. Wissen und Kompetenz des
einzelnen sind wichtig. Es braucht aber auch die Möglichkeiten und
die Rahmenbedingungen, um dieses Wissen umzusetzen. Zahlreiche
Forschungsergebnisse aus den unterschiedlichsten Bereichen, von den
Gesundheitswissenschaften über die Sozialmedizin und die
Sozialepidemiologe, verdeutlichen, dass nicht nur unsere Lebensweise,
sondern auch unsere Lebenswelt bestimmend ist für unsere Gesundheit.

Ein positives Bewegungsverhalten bereits in der Schule zu fördern,
sowie den Arbeitsplatz gesundheitsförderlich zu gestalten und für
gesunde Bewegung zu sorgen, sind dabei wichtige Ansatzpunkte. Mit dem
Projekt "gesunde Schule" - einem Projekt des BMUKK, BMGFJ und des
Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger - sowie
über das österreichische Netzwerk für betriebliche
Gesundheitsförderung setzt die Sozialversicherung auch Impulse um
Bewegung zu fördern und den gesundheitlichen Folgen von
Bewegungsmangel entgegenzuwirken.

Ganzheitliche Maßnahmen, die Verhalten und Verhältnisse
berücksichtigen sind dabei zentral für eine nachhaltige Umsetzung.
Die Gestaltung des Arbeitsplatzes und die Organisation der Arbeit
haben großen Einfluss auf das Wohlbefinden und die Gesundheit. Der
Sozialversicherung ist es daher ein großes Anliegen, den Gedanken der
betrieblichen Gesundheitsförderung in die Betriebe zu tragen und
Initiativen zur Verbreitung der betrieblichen Gesundheitsförderung in
österreichischen Unternehmen zu setzen. Innovative Unternehmen, die
Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung als eine tragende
Säule in ihre Unternehmenskultur integrieren, haben erkannt, dass für
sie die Beschäftigten eine wertvolle, wenn nicht die wertvollste
Ressource des Unternehmens bilden.

Gesundheit als wichtige Lebensressource für den Einzelnen und als
Voraussetzung für ein erfolgreiches Unternehmen kann dort entstehen,
wo ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen bei der Gestaltung gesunder
Arbeitsverhältnisse zusammenwirken und durch eine Stärkung der
Kompetenzen gemeinsam Verantwortung übernehmen. Die österreichische
Sozialversicherung bietet Betrieben, die sich auf den Weg machen ein
gesundes Unternehmen zu werden, kompetente Unterstützung sowie
konkrete Angebote zu spezifischen Themen an. Auch das Thema Bewegung
sowie ein möglichst körpergerechtes und Wirbelsäulen schonendes
Arbeiten ist dabei ein wichtiges Element.

Ein Mindestmaß an Bewegung ist für unseren Körper notwendig und
eine wichtige Voraussetzung für Wohlbefinden, Lebensqualität und
Leistungsfähigkeit. Durch den Wandel der Arbeits- und
Lebensbedingungen in den letzten Jahrzehnten hat sich das
Bewegungsverhalten jedoch massiv geändert. Der Arbeitsplatz von heute
ist oft geprägt durch Bewegungsmangel und einseitige körperliche
Beanspruchung. Im Wissen um die positive Wirkung von körperlicher
Bewegung auf die Gesundheit ist es der Sozialversicherung auch ein
Anliegen dabei zu unterstützen, gesunde Bewegung in den Alltag zu
bringen. Denn auch eine gesunde Lebenswelt Betrieb leistet einen
wichtigen Beitrag zur gesundheitspolitischen Vision "Länger Leben bei
guter Gesundheit".

22 Prozent der Krankenstandstage sind auf Erkrankungen des
Muskel-Skelett-Systems zurückzuführen

Der Fehlzeitenreport 2006 des österreichischen Instituts für
Wirtschaftsforderung (Wifo) zeigt deutlich, dass Krankheiten des
Muskel-Skelett-Systems einen hohen arbeitsbedingten
Verursachungsanteil haben und deshalb für die Gesundheitspolitik von
besonderem Interesse sind. Aus der Krankenstandsstatistik des
Hauptverbandes ist ersichtlich, dass rund 15 Prozent der
Krankenstandsfälle und 22 Prozent der Krankenstandstage auf
Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems zurückzuführen sind. Mehr als
die Hälfte der Krankenstandsfälle in dieser Kategorie werden als
sonstige und nicht näher bezeichnete Affektionen des Rückens, d. h.
Rückenschmerzen, diagnostiziert. Während eine Unterscheidung nach
Geschlecht nicht sehr aussagekräftig ist, wird der starke Einfluss,
der von der beruflichen Tätigkeit bzw. den Arbeitsplatzbelastungen
auf das Muskel-Skelett-System der Beschäftigten ausgeht, bei einer
Betrachtung der Verteilung dieser Erkrankungen nach beruflicher
Stellung deutlich. In der Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen ist
die Quote der Muskel-Skelett-Krankheiten an den Fehlzeiten sowohl bei
den Frauen als auch bei den Männern in Arbeiterberufen um fast zwei
Drittel höher als in Angestelltenberufen.

Rückfragehinweis:
Hauptverband d. österr. Sozialversicherungsträger
Pressestelle/Öffentlichkeitsarbeit
1031 Wien, Kundmanngasse 21
Tel.: 01/711 32 - 1122
mailto:[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NHS

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel