- 25.11.2008, 19:58:52
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Wiener Gemeinderat (10)
GGr. Kultur und Wissenschaft
Wien (OTS) - GRin Mag.a Marie Ringler (Grüne) wies auf offene
Baustellen im Kulturressort hin: u.a. habe die Erstproduktion des
Ronachers nicht den gewünschten Erfolg, im Kabarettbereich fehle die
Nachwuchsförderung bzw. eine Evaluierung, ob das klassische Kabarett
noch zeitgemäß wäre. Die Theaterreform habe zwar gut funktioniert,
jedoch würden politische Entscheidungen nach wie vor an den Gremien
und Jurys vorbeigeführt werden, die Wiener Symphoniker seien seit
Stichtag 12. Oktober 2007 ein Konzept schuldig und aus dem Kunstplatz
Karlsplatz sei außer der Passage-Umgestaltung, ein paar Fahnen und
einen Wegweisersystem nichts geworden. Als positiv seien die
Initiativen "Cash for Culture" sowie die Erhöhung der Gelder für den
Wiener Filmfonds zu werten, eine klaffende Wunde hingegen seien die
zwei bis drei Millionen Euro jährlich, die für parteinahe Vereine
ausgegeben werden würden.
GR Dr. Franz Ferdinand Wolf (ÖVP) bezeichnete die Frohbotschaft
der Wiener SPÖ, ein höheres Kulturbudget für nächstes Jahr vorgesehen
zu haben, als "reine Luftnummer". Wenn man sich das Budget 2007
ansehe so werde man feststellen das 2009 genau soviel ausgegeben
werden solle, sagte er. Konkret gäbe es sogar Kürzungen gegenüber
2007 im Bereich Forschung & Wissenschaft, der Altstadterhaltung und
der Förderung der bildenden Künste. Die Situation der Kunst und
Kultur in Wien sei, vor allem was die sozialen Lage der KünstlerInnen
anlange, trist, dem Kabarett fehle es an Impulsen und Konzepten und
die Bevorzugung von SPÖ nahen Kulturbetrieben bei Förderungen sei
auch weiterhin abzulehnen. Die Wiener ÖVP brachte Anträge zur
Förderung des Vienna International Human Rights Film Festivals, sowie
zur flächendeckenden Versorgung von Musikschulen in Wien ein.
GR Ernst Woller (SPÖ) wies mit zwei plakativen internationalen
Kulturstreichungen aufgrund der Finanzkrise darauf hin, wie wichtig
öffentliche Kulturförderung sei, bzw. wie gesegnet doch Wien mit
einer Kulturförderung wie in Wien sei. Wien habe international einen
Spitzenrang im Bereich der Kulturförderung und das Kulturbudget weise
jährlich eine reale Steigerung von sechs Prozent auf - das sei
weltweit einzigartig. Im Gegensatz zum Schlechtreden der Situation
durch die Oppositionsparteien sei mit dieser Kulturförderung jährlich
auch eine starke kulturelle Impulsgebung gewährleistet. In Wien gebe
es zudem, im Gegensatz zu einem aktuellen Beispiel - nämlich Kärnten
- die Garantie für Offenheit und Freiheit der Kunst. Was die Kritik
der Förderung der großen Institutionen anlange, verwies Woller auf
die Reduzierung des Theateransatzes. Projekte würden im übrigen über
Gemeinderatsbeschlüsse gefördert, so Woller mit Nachdruck, und nicht
nach dem Zufallsprinzip. Was den Erfolg von "The Producers" anlange,
so habe man hier bereits eine 73prozentige Theaterauslastung
erreicht, "Rebecca" (Theater an der Wien) werde 2010 am Broadway
übernommen, das Schauspielhaus werde als drittbestes Theater im
deutschsprachigen Raum gereiht und das Volkstheater habe mehr
Auslastung als im Kontrollamtsbericht verzeichnet ist. Besonderes Lob
wäre der MA 7 aufgrund ihrer Transparenz und Effizienz - auch im
letzten Kontrollamtsbericht - ausgesprochen worden. Zudem seien das
Stadtarchiv und die Wienbibliothek für ihre exzellenten Leistungen
und Projekte zu erwähnen. Schließlich dankte Woller allen, die zum
Erfolg des letzten Kulturjahres beigetragen hätten, allen voran den
MitarbeiterInnen der Stadt Wien und den KünstlerInnen. (Forts.)
lei/pla
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