• 25.11.2008, 13:44:57
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Illegale Treibjagd von Geflügelschlachthof Titz nach VIER PFOTEN Anzeige abgebrochen

Fasane in Massentierhaltung gesetzwidrig für den Jagdspaß gezüchtet und ausgesetzt - VIER PFOTEN stoppt vor Ort Treibjagd

Rohr/Raab (OTS) - Rund um den großen Geflügelschlachthof Titz in
Rohr an der Raab wollten heute früh etwa 35 geladene Jagdgäste auf
Fasane schießen. VIER PFOTEN war von Nachbarn informiert worden, dass
Johann Titz für heute eine Gesellschaftsjagd geplant hatte, für die
in einer Massentierhaltung direkt neben dem Schlachthof hunderte
Fasane gezüchtet und illegal - kurz vor der Jagd - ausgesetzt wurden.

Ein Team von VIER PFOTEN und der lokalen Organisation Tier-WeGe
hat am Sonntag die volle Fasanerie dokumentiert und stand heute früh
mit einigen Aktivisten vor dem leeren Betrieb, während sich die Jäger
bereits zum ersten Trieb versammelt hatten. Die sofort verständigte
Polizei nahm vor Ort von Kampagnenleiter Jürgen Faulmann die Anzeige
wegen illegaler Tierhaltung gemäß Tierschutzgesetz sowie illegalem
Aussetzen gemäß Jagdgesetz entgegen, teilte aber mit, dass die
Bezirkshauptmannschaft nicht bereit sei, die damit auch gesetzwidrige
Jagd zu untersagen.

Nachdem die Aktivisten in Begleitung eines TV-Teams den ersten
Trieb von öffentlich zugänglichem Gelände aus dokumentierten, wurde
die Jagd von Jagdleiter für heute abgesagt. VIER PFOTEN wird den Fall
Titz weiter beobachten, da zu befürchten ist, dass morgen oder an
anderen Tagen weiter gejagt wird.

"Zusätzlich wurde ein Naturschutzgebiet direkt an der Raab mit
Bleischrot bejagt. Dabei wurde massiv geraucht und die Zigaretten in
die Landschaft geworfen", so Faulmann. "Mit dem Jäger als
Naturschützer ist es also nicht weit her."

In Österreich werden extra für den Jagdspaß Tiere in
Massentierhaltungen gezüchtet und ausgesetzt. Bei dem aktuellen Fall
sind zudem die Haltungsbedingungen und die Aussetzzeiten eindeutig
gesetzwidrig.

Für nur Euro 3,- bekommt man einen fast flugunfähigen
Massentierhaltungsfasan, auf Wunsch in Kisten verpackt, um diese z.B.
in einem Maisfeld auszusetzen, aufzuscheuchen und abzuschießen. Die
bleidurchsiebten Tiere werden meist nicht einmal gegessen, sondern
oft in großer Zahl vergraben.

"Jäger argumentieren immer mit der notwendigen Dezimierung von
Überpopulationen. Diese sind aber bei keiner Tierart mehr vorhanden.
Nur durch massivste Fütterung und Züchtung lassen sich überhaupt noch
jagdbare Arten erhalten. Jäger bestätigen selbst, dass dort wo vor
Jahren noch eine große Anzahl Tiere erschossen wurde, die Bestände
heute vor der Ausrottung stehen", so Faulmann.

Das Problem geht von den Bezirksbauernkammern aus, welche die
Bezirkshauptmannschaften zu weit überzogenen Abschussplänen drängen.
In Wirklichkeit ist natürlich die Lust am Töten wehrloser Tiere die
wahre Motivation, wie man in diversen Jagdzeitschriften eindrucksvoll
nachlesen kann, so Faulmann weiter.

Erst kürzlich wurde ein weiteres dunkles Geheimnis der
Jagdindustrie in den Medien aufgedeckt: Italienische Tiertransporter
liefern hunderte Fasane für die Jagd nach Österreich. Gleichzeitig
werden hunderte gezüchtete Wildhasen über Österreich für die
Hasenjagd nach Italien gebracht.

Rückfragehinweis:
Kontakt und Bildmaterial:
Jürgen Faulmann
[email protected]
01 545 50 20 -31

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