• 25.11.2008, 11:14:57
  • /
  • OTS0110 OTW0110

Prammer präsentiert Aktionsplan gegen weibliche Genitalverstümmelung "FGM ist eine der grausamsten Arten von Gewalt gegen Frauen"

Wien (PK) - Weibliche Genitalverstümmelung sei eine der grausamsten
Arten von Gewalt gegen Frauen. Die Bekämpfung von FGM (Femal Genital
Mutilation) müsse an vielen Ecken und Enden ansetzen. Das betonte
Nationalratspräsidentin Barbara Prammer heute im Parlament bei der
Präsentation des österreichischen Aktionsplans gegen weibliche
Genitalverstümmelung. Strafdrohungen reichten, so Prammer, nicht aus,
es müsse auch Informations- und Bildungsarbeit geleistet werden, um
der "entsetzlichen Tortur" Einhalt zu gebieten. Kein Staat in Europa
sei frei von FGM, auch Österreich nicht, erklärte Prammer, auch wenn
hierzulande bereits viel Aufklärungsarbeit stattgefunden habe.

Der österreichische Aktionsplan wurde in den letzten Monaten von
einem nationalen Aktionskomitee in fünf Arbeitsgruppen ausgearbeitet
und soll zwischen 2009 und 2011 umgesetzt werden. Er sieht unter
anderem vor, die Aufklärungsarbeit an Schulen und die
Bewusstseinsbildung zu intensivieren und die Beratung von Opfern zu
forcieren. Auch die Einrichtung einer Website, mehrsprachige
Informationsfolder, Radio- und TV-Spots sowie Schulungen für
religiöse LeiterInnen, die Exekutive, Ärzte und für andere
Gesundheitsberufe sind angedacht. Es soll etwa verstärkt bewusst
gemacht werden, dass weibliche Genitalverstümmelung nach dem
Sicherheitspolizeigesetz als "gefährlicher Angriff" gilt und
zivilrechtliche Schadenersatzklagen gegen die Eltern möglich sind.

Eingebettet ist der österreichische Aktionsplan in das von der EU
geförderte Projekt "Daphne", das sich die Vorbeugung und Eliminierung
von FGM in Europa zum Ziel gesetzt hat und an dem sich insgesamt 15
Staaten beteiligt haben.

Nationalratspräsidentin Prammer bedankte sich ausdrücklich bei der
afrikanischen Frauenorganisation in Wien, die ihr zufolge einen
wesentlichen Anteil daran hat, dass FGM in Österreich, aber auch in
Europa zu einem Thema geworden ist. Deren Leiterin, Ethenesh Hadis,
ist FGM-Koordinatorin der EU für den Nationalen Aktionsplan. Der
Kampf gegen FGM sei keine leichte Aufgabe, unterstrich Hadis bei der
Pressekonferenz, er brauche die Unterstützung der Politik. Sowohl in
Österreich als auch international gebe es noch viel zu tun.

Schadia Zyadeh-Jinniate (Komitee des NAP für Österreich) wies darauf
hin, dass in die Erstellung des Nationalen Aktionsplans nicht nur
alle relevanten Ministerien, sondern auch zahlreiche NGOs und die
Religionsgemeinschaften eingebunden gewesen seien. Für die
Präsentation des Aktionsplans wurde bewusst der heutige
internationale Tag gegen Gewalt an Frauen gewählt. (Schluss)

Eine Aussendung der Parlamentskorrespondenz
Tel. +43 1 40110/2272, Fax. +43 1 40110/2640
e-Mail: [email protected], Internet: http://www.parlament.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NPA

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel