• 23.11.2008, 09:00:00
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"trend": ÖGB streitet ums Geld

Die defizitäre Zentrale braucht mehr Geld von den Teilgewerkschaften, sonst drohen Kündigungen

Wien (OTS) - In der Bilanz 2007 hatte die ÖGB-Dachorganisation
eine Finanzlücke von 3,6 Millionen Euro, im Jahr 2009 dürften bereits
acht bis 15 Millionen Euro fehlen, berichtet das Wirtschaftsmagazin
"trend" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe. Für die 210
Mitarbeiter der Zentrale und die 323 Mitarbeiter in den
ÖGB-Koordinationsstellen der Bundesländer könnte das gravierende
Folgen haben. "Wenn das Finanzproblem nicht gelöst wird", warnt einer
der Ländergranden, "drohen uns spätestens 2010 große Schnitte beim
Personal."
Das Brisante an dieser Causa: Insgesamt wäre genug Geld da. Für
2007 hat der ÖGB, der gemeinsam mit den Teilgewerkschaften eine
Rechtsperson bildet, ein positives operatives Ergebnis von 6,5
Millionen Euro erzielt. Es geht also um ein ÖGB-internes
Verteilungsproblem.
Die Ursache des aktuellen Ärgers datiert aus 2007. Damals hatten
ÖGB und Einzelgewerkschaften ein ambitioniertes
Finanzierungsübereinkommen abgeschlossen, demzufolge dem ÖGB-Dach die
Mittel, die er aus den Mitgliedsbeiträgen der Teilgewerkschaften
erhält, von 51 Millionen Euro im Jahr 2007 sukzessive auf 29
Millionen für 2010 gekürzt werden sollen. Zu diesem Zeitpunkt waren
die Teilgewerkschaften durch gewaltige Pensionsrückstellungen tief in
den roten Zahlen. Doch das Pensionsthema ist mittlerweile gelöst, und
die Situation an der Basis entspannt. Manche Teilgewerkschaften
weisen heute bis zu 70 Prozent Eigenkapital auf, während die Zentrale
darbt.
Nun will ÖGB-Finanzchef Clemens Schneider "Nachforderungen für
nachweisbar erbrachte Leistungen an die Einzelgewerkschaften"
stellen. Doch die zieren sich. Sie stoßen sich daran, dass die
Zentrale bis jetzt viel zuwenig gespart und beim Personal seit dem
Vorjahr sogar von 194 auf 210 Mitarbeiter zugelegt hat. "Natürlich
sehen wir das Problem, dass der ÖGB keine strukturbedingten
Kündigungen aussprechen kann", meint Peter Korecky, Vizechef der
Beamtengewerkschaft GÖD, "und das wirkt sich aufs Tempo der Reform
aus. Aber wenn der ÖGB mehr Zeit braucht, kann er gerne einen Kredit
bei uns aufnehmen und später zu marktüblichen Zinsen zurückzahlen."

Rückfragehinweis:
trend Redaktion
Tel.: (01) 534 70/3402

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