• 23.11.2008, 09:00:00
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"trend": Pröll sieht ÖVP als "Partei der arbeitenden Menschen"

Um wieder "siegesfähig" zu werden, positioniert der designierte ÖVP-Chef die Volkspartei neu und verschreibt ihr eine "Struktur, die wie ein Einser pfeift"

Wien (OTS) - Geht es nach dem designierten ÖVP-Parteiobmann Josef
Pröll, bekommt Österreich eine neue Arbeiterpartei: "Mir geht es
darum, dass sich die ÖVP als Partei der arbeitenden Menschen
versteht", sagt der zukünftige Vizekanzler im Interview mit dem am
kommenden Montag erscheinenden Wirtschaftsmagazin "trend". Denn:
"Rein zielgruppenorientiert kann man überhaupt nicht mehr erfolgreich
sein. Parteien brauchen Antworten auf veränderte Lebenswelten. Wenn
man Zielgruppen abgrenzt, grenzt man zu viele aus." Die Bünde seien
nach wie vor "die Säulen" der Partei, so Pröll, doch: "Wenn wir
ausschließlich auf klientel- und zielgruppenspezifische Politik
setzen, können Mehrheiten nur mehr schwer erreicht werden." Er möchte
folglich den Partei-Horizont erweitern: "Viele der heute aktuellen
Entwicklungen gab es vor 15 Jahren noch nicht. Etwa beim
Familienbild. Da gibt es Realitäten, die mögen einem passen oder
nicht. Da bin ich bereit, neue Wege zu gehen."
Die ÖVP habe die Wahlen vom 28. September "deutlich verloren";
dies habe "tiefergehende Gründe". Er wolle sich, sagt Pröll eine
Woche vor dem ÖVP-Parteitag im "trend", "programmatisch und
organisatorisch auf den Weg machen" und Kernkompetenzen besonders
betonen: "Wir müssen mit unserer Finanz- und Wirtschaftskompetenz die
Krise bewältigen." Zweiter Arbeitsschwerpunkt: "Konsequente
Sicherheitspolitik, Asyl- und Zuwanderungsfrage eingeschlossen."
Dabei möchte der aus dem Bauernbund stammende Politiker "nicht nach
rechts schielen", sondern einen "eigenen Weg gehen" und "sich
deutlicher zu den eigenen Wurzeln bekennen".
An den Wurzeln will er jedenfalls die Neuordnung seiner Partei
anpacken: Um wieder "siegesfähig" zu werden, gibt es " sicher die
Notwendigkeit, ein modernes, kampagnenfähiges Politmanagement zu
etablieren. Die politische Arbeit muss in der Politischen Akademie
konzentriert werden. Das Zusammenspiel zwischen den verschiedenen
Teilen der ÖVP, etwa zwischen Parteizentrale und Klub, muss neu
gedacht werden. Es braucht eine Struktur", so der angehende
Parteichef, "die wie ein Einser pfeift."

Rückfragehinweis:
trend Redaktion
Tel.: (01) 534 70/3402

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