- 22.11.2008, 20:44:30
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IG-Milch: Unbändiger Wille, den Preiskampf zu gewinnen!
EU-Milchbeschlüsse abgelehnt und Widerstand gegen Preissturz angekündigt
Wien (OTS) - Mehr als 1400 Bäuerinnen und Bauern aus ganz
Österreich füllten am Samstag bei der Generalversammlung der IG-Milch
die Tennishalle in Eugendorf/Sbg.
Landeshauptfrau Burgstaller schilderte in ihren Grußworten die
Bemühungen, in Salzburg mit den Handelsketten regionale
Mehrpreisschienen für Milch zu etablieren. "Ich bin gekommen, um den
Milchbauern den Rücken zu stärken". Ebenso wie AK-Präsident Pichler
sicherte sie zu, sich in der Frage des Milchpreises weiter zu
engagieren. Die Partnerschaft zwischen Konsumenten und Bauern sei
notwendig und von den Konsumenten für höhere Qualität bezahlte
Mehrpreise müssten auch bei den Bauern ankommen, war sie sich mit
Pichler einig.
EU-Abgeordneter Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf ging auf die
Exportorientierte Milchpolitik der EU ein. Den Milchstreik schilderte
er als eine historische Bewegung.
"Die nach dem Health Check erfolgte Milchmengenerhöhung ist so
absurd, wie wenn Opel die Ferien streicht und tausende Autos auf
Halde produzieren würde" griff Baringdorf die EU-Politik an. In
Deutschland würden Bauernverband, Milch- und Agroindustrie
zusammenhelfen, um die bäuerliche Landwirtschaft zu zerstören und der
Industrie die Fäden in die Hand zu geben.
Die Selbstorganisierte Mengenbeschränkung der Bauern sei eine
absolute Notwendigkeit, um die Milchpreise zu stabilisieren, auch
wenn der Weg sehr schwierig wird. Letztlich sei es unumgänglich,
gegenüber Handel, Politik und Milchindustrie eine Machtposition zu
erreichen, an der niemand mehr vorbei kann. Diese Macht sei nur über
die gebündelte Milchmenge zu erreichen.
"Es ist nicht nur Euer Recht, sondern die verdammte Pflicht, Eure
Höfe zu verteidigen um auf Dauer die Lebensmittelversorgung in der
hohen Qualität sicherzustellen", appellierte der EU-Politiker.
Walter Peters aus Deutschland, ein Landwirt mit 650 Kühen in
Mecklenburg-Vorpommern rechnete mit der Diskussion über Groß- und
Kleinbetriebe ab. " Ich habe heute die selben Existenzängste mit 650
Kühen, als bei meinem Anfang damals mit 20 Kühen. Man spielt uns
gegeneinander aus. Ost gegen West, groß gegen klein. Wir kochen aber
alle nur mit Wasser und brauchen einen fairen Preis für die Milch!"
Projektleiter Obmannstellv. Ernst Halbmayr konnte über die
Vermarktungsprojekte "A faire Milch" und den Milchverkauf über die
"Freie Milch Austria" erfolgreich Bilanz ziehen. Die Milchmarke
behält trotz der Marktturbulenzen einen stabilen Absatz und bleibt
als bekannteste Milchmarke die Lokomotive für einen fairen Preis.
Zum Milchstreik bilanzierte Halbmayr: "Dass wir in einer historischen
Stunde von Kammer und Bauernbund im Stich gelassen wurden, und jetzt
mitten im Desaster sagt man uns, dass wir zusammenhalten müssen, das
schmerzt. Beim ersten Schritt, diese Gräben zu schließen, stehen
diese beiden in der Pflicht"
Obmann Ewald Grünzweil appellierte an die Bäuerinnen und Bauern,
unter den derzeitigen Gegebenheiten als Selbstschutzmaßnahme alle
Investitionen auszusetzen. Erst wenn Rahmenbedingungen eingeführt
würden, wo nationale gesetzliche Mengensteuerungen umgesetzt sind,
bei denen die Bezugsgrößen Ernährungssouveränität und ein
kostendeckender Milchpreis im Vordergrund stünden, könne man wieder
investieren.
"Organisationen, die gegen unsere Ziele und Interessen arbeiten und
maßgeblich für das sich abzeichnende Desaster verantwortlich
zeichnen, sollen von uns nicht mehr finanziell unterstützt werden."
Grünzweil schloss die Versammlung unter tosendem Applaus der
Bäuerinnen und Bauern:
"Wir dürfen die Lust nicht verlieren und den Unbändigen Willen, zu
gewinnen!"
Rückfragehinweis:
Ewald Grünzweil
IG-Milch
0664 202 38 69
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