Katholisches "Imabe"-Institut besteht seit 20 Jahren

Auseinandersetzung mit medizinisch-ethischen Fragen auf Grundlage der Menschenwürde - Festsymposion zur "Medizin der Zukunft" im Wiener Erzbischöflichen Palais

Wien, 21.11.08 (KAP) Mit einem Festsymposion im Wiener Erzbischöflichen Palais wurde am Freitagabend das 20-jährige Bestehen des katholischen "Instituts für medizinische Anthropologie und Bioethik" (Imabe) gefeiert. "Imabe" wurde 1988 auf Initiative von Medizinern, Juristen, Theologen und Philosophen in Wien gegründet. Ziel ist es, den Dialog von Medizin und Ethik in Forschung und Praxis auf Grundlage des christlichen Menschenbildes und der Menschenwürde zu fördern.

"'Imabe' war ein Pilotprojekt, das zur richtigen Stunde entstanden ist", erinnerte der St. Pöltner Bischof Klaus Küng bei der Eröffnung des Festsymposions. In der Bischofskonferenz habe sich vor allem der damalige Militärbischof Alfred Kostelecky für "Imabe" eingesetzt, so Küng. Kostelecky habe die Wichtigkeit der Fragen der Bioethik erkannt und darauf gedrängt, dass diese gut bearbeitet werden.

Er selbst, so Küng, habe seither oft auf die Hilfe des Instituts und seiner Fachleute zurückgegriffen. Als Beispiele nannte der St. Pöltner Bischof die Gesetzgebung für die künstliche Befruchtung, die Organtransplantation oder die Erarbeitung ethischer Leitlinien für Gesundheitsorganisationen.

Es sei wichtig, dass sich "Imabe" dem Thema Anthropologie zuwende. "Die Grundlagen des Menschseins werden gerade in der Medizin oft zu wenig beachtet", beklagte Küng, der selbst ausgebildeter Arzt ist:
"Jeder ist ein Spezialist auf seinem Fachgebiet, aber Fragen, die in die Tiefe gehen, kommen zu kurz". Es gebe heute auf Grund des wissenschaftlichen Fortschritts "fantastische Möglichkeiten", aber auch "viele Gefährdungen".

Auch der Zweite Nationalratspräsident Michael Spindelegger brachte zum 20-Jahr-Jubiläum die Wertschätzung für die Arbeit des "Imabe" zum Ausdruck. "Angesichts der vielen Möglichkeiten, die die medizinische Wissenschaft aufzeigt, tun sich Spannungsfelder auf", sagte Spindelegger. Das "Imabe" sei in dieser Hinsicht für die Politik ein wesentlicher Wegbegleiter bei Entscheidungen. Gerade angesichts der rasanten Entwicklungen in der Biotechnik müsse man Schranken setzten und ethische Grenzen, etwa in der Forschung mit embryonalen Stammzellen oder beim Thema "Euthanasie" setzen, stellte er klar. (forts.)
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