Antwort des Österreichischen Hausärzteverbandes (ÖHV) zu "gekaufte Ärzte"

Selbstverurteilung

Wien (OTS) - Wieder einmal hat Aufdecker Dr. Hans WEISS einen "Reisser" präsentiert, mit dem er glaubt, der Ärzteschaft, als wesentlicher Stütze einer funktionierenden Gesellschaft Schaden zufügen zu können.

Seine Erkenntnisse, die er sich von nichts ahnenden Dienstgebern aus der Pharmaindustrie angeeignet hat, werden in bösartiger Ignoranz der wahren Zusammenhänge plakativ in die Öffentlichkeit gestellt.

Die Vorwürfe gegen Pharmaindustrie und Ärzteschaft folgen dem Jahrzehnte alten Muster:

Anerkannte wissenschaftliche Methoden werden diskreditiert, um politisches Kleingeld zu machen:

Der Vorwurf, in bezahlten Studien Kranke ohne deren Wissen mit unwirksamen Medikamenten zu behandeln und damit den gutgläubigen Patienten Schaden zuzufügen, zeugt von unerhörter Inkompetenz des Autors. Natürlich muss es solche Studien geben, damit man den Effekt einer Wirksubstanz von nichtpharmakologischen Eigenschaften unterscheiden kann.

Übrigens: auch Dr. Weiss hat seine Dienstgeber aus der Pharmaindustrie nicht darüber informiert, dass er nur zur Ausspähung von Interna in den Firmen gearbeitet hat - das gleiche Prinzip, mit dem sich der Autor gleich selbst verurteilt!

Angeklagt wird auch, dass die Medikamente viel teurer wären, als es den Materialkosten entspräche.

Was soll diese Binsenweisheit? Es ist ohne wirtschaftliche Spezialkenntnisse nachvollziehbar, dass der Preis eines forschungsabhängigen Produktes nur zum geringsten Teil aus den Materialkosten, aber ganz wesentlich aus Herstellungskosten, F&E Kosten und Gewinn besteht.

Offensichtlich ist Herr Dr. Weiss seiner Ausbildung zum Pharmareferenten nicht genügend nachgekommen, denn sonst wüsste er, dass die Entwicklung eines Medikamentes Milliardeninvestitionen benötigt und dass noch einmal Milliarden notwendig sind, um die Studien zu finanzieren, welche Voraussetzung dafür sind, dass ein Medikament überhaupt für den breiten Einsatz zugelassen werden kann.

Wer sonst, als namhafte Ärzte mit ihrem Spezialwissen, sollen denn diese Medikamente testen?

Vielleicht Herr Dr. Weiss? Nein danke, ein solches Medikament möchte ich nicht schlucken!

Und umsonst sollen die Ärzte diese Studien und Anwendungsbeobachtungen auch noch machen? Warum eigentlich? Herr Dr. Weiss verschenkt sein Pamphlet ja auch nicht!

Ärzte als Marionetten der Pharma-Industrie?

Dass Ärzte von der Pharmaindustrie beurteilt werden ist nichts Ungewöhnliches. Jeder Akteur in diesem System beurteilt den anderen -das macht die Pharmaindustrie, das machen die Ärzte, das machen die Journalisten, auch Herr Dr. Weiss macht es.

Gibt es übrigens eine Dokumentation der Quellen seiner Datensammlung, wie wurde mit vertraulichen Daten umgegangen, wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Der Staat soll forschen und Medikamente entwickeln?

Wie schlecht das funktioniert, haben wir schon gesehen und als nicht bedürfnisgerecht ad acta gelegt!

Ich darf daran erinnern, dass es seinerzeit der Chemie Linz als einzigem (staatlichen) Pharmaunternehmen gelungen ist, vom Markt zu verschwinden.

Irreführende Werbung wird vorgeworfen: was ist dann der Titel des neuen Buches?

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MR.Dr.WERNER Wolfgang
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