• 20.11.2008, 13:40:39
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FORMAT: Austrian-Boss Alfred Ötsch im Visier der Staatsanwaltschaft Nürnberg

Verdacht der Untreue und der Steuerhinterziehung in der Siemens-AUB-Affäre

Wien (OTS) - Die deutsche Justiz erhebt schwere Vorwürfe gegen
Ex-Siemens-Manager Alfred Ötsch. Konkret wird der amtierende
Vorstandsvorsitzende der Austrian Airlines der Untreue und der
Steuerhinterziehung verdächtigt. Dies berichtet das
Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe.

Die inkriminierten Handlungen werden in einem Bericht der
Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ausführlich beschrieben. Das FORMAT
exklusiv vorliegende Gerichtsdokument nennt Alfred Ötsch explizit als
Beschuldigten in der Siemens-AUB-Affäre. Ötsch soll demnach die von
der Justiz inkriminierten illegalen Zahlungen des früheren
Siemens-Zentralvorstands Johannes Feldmayer fortgesetzt haben.
Gespeist aus geheimen Siemens-Kassen soll Feldmayer einen gewissen
Wilhelm Schelsky beim Aufbau der deutschen Gewerkschaft AUB
finanziert haben. Im Zeitraum 2001 bis 2006 seien zumindest 30,3
Millionen Euro geflossen. Darunter Rechnungen, die auch von Ötsch
abgezeichnet worden sind. In dem Zusammenhang mussten sich Feldmayer
und Schelsky - für sie gilt die Unschuldsvermutung - vor dem
Landgericht Nürnberg-Fürth wegen Untreue und Steuerhinterziehung
verantworten. Die Urteile in dem spektakulären Strafprozess, der seit
24. September läuft, werden für nächste Woche erwartet.

"Der Beschuldigte Ötsch als Bereichsvorstand des Geschäftsbereichs
Automation und Drives hat von 2001 bis zu seinem Ausscheiden Ende
2005 (...) Rechnungen zur Zahlung freigegeben bzw. entsprechende
Bestellanforderungen erstellt. Insoweit besteht der Verdacht, dass
auch er (...) Vergehen der Untreue und der Steuerhinterziehung
begangen hat", heißt in dem Bericht der Staatsanwaltschaft
Nürnberg-Fürth. "An der Verdachtslage hat sich nichts geändert",
bestätigt Richter Andreas Quentin vom Oberlandesgericht Nürnberg
gegenüber FORMAT. "Die Ermittlungen gegen Herrn Ötsch sind noch nicht
abgeschlossen. Wir warten nur das Ende der Hauptverhandlung gegen
Feldmayer und Schelsky ab." Danach sei seine Einvernahme vorgesehen.

Alfred Ötsch - für ihn gilt die Unschuldsvermutung - weist in einer
schriftlichen Stellungnahme gegenüber FORMAT alle Vorwürfe zurück:
"Ich war über die Hintergründe der Zahlungen, nämlich die verdeckte
Unterstützung der AUB, nicht informiert. Darüber hinaus habe ich
ausschließlich geprüfte und anerkannte Rechnungen zur Zahlung
angewiesen."

Rückfragehinweis:

FORMAT Business
   Ashwien Sankholkar
   01-21755-4126

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