Abfallwirtschaft Rumänien: UEG startet mit modernster Deponie und Kunststoff-Recycling

Musterprojekt in Oltenien / In Targu Jiu wird der Abfall von Gorj entsorgt / Mehr als 3 Mio. Euro in den ersten Deponie- Abschnitt investiert / Kunststoff-Recycling angelaufen

Targu Jiu - Neuseiersberg (OTS) - In Targu Jiu, der Hauptstadt des rumänischen Bundeslandes Gorj, hat die UEG MEDIU SRL, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der steirischen UEG International Holding GmbH (Neuseiersberg), am Donnerstag (20. 11. 08) eine nach den modernsten westeuropäischen Standards errichtete Abfalldeponie in Betrieb genommen. Allein in den ersten Bauabschnitt wurden mehr als drei Millionen Euro investiert. Das Deponiegelände ist auch Standort des Kunststoff-Recycling-Betriebes Sidomin.

Die UEG-Deponie in Targu Jiu (rund 102 km2, ca. 112.000 Einwohner), der Hauptstadt des Bundeslandes Gorj (5.600 km2, weitere rund 250.000 Einwohner), das etwas kleiner als das Land Salzburg ist, im Vorland der Südkarpaten in Oltenien, wurde auf der Basis eines 20jährigen Konzessionsvertrages mit zehnjähriger Verlängerungsmöglichkeit aus dem Dezember 2006 errichtet. Nach einem elf Monaten dauernden Genehmigungsprozess wurde die hochmoderne Anlage in nur sieben Monaten Bauzeit auf einem rund 30 Hektar großen Grundstück, das zum Großteil in einem ehemaligen Steinbruch liegt, zwischen März und Oktober 2008 errichtet.

"Wir nehmen jetzt den ersten Bauabschnitt mit rund 21.700 m2 Schüttfläche in Betrieb, wo rund 250.000 Kubikmeter Abfall Platz finden", erklärte Leo Kroneder, der Geschäftsführer der UEG Mediu. "Wir rechnen mit einer jährlichen Abfallmenge von rund 100.000 Tonnen, und zwar sowohl aus dem Kommunalbereich als auch aus Gewerbe und Industrie", so Kroneder weiter. Die Gesamtkapazität der Deponie Targu Jiu ist auf drei Millionen Kubikmeter ausgelegt, was sie zu einer der größten modernen Deponien Rumäniens macht. "Bisher haben wir mehr als drei Mio. Euro investiert, ohne alle Förderungen".

Deponie-Ausstattung vom Feinsten

Rechtzeitig mit der Inbetriebnahme des ersten Deponieabschnittes wurden auch sämtliche Infrastruktur-Einrichtungen, die bereits auf die Gesamtkapazität ausgelegt sind, fertig gestellt: Von der Zufahrts- und Einfahrtsstraße über eine Fahrzeug-Brückenwaage für 60 Tonnen, Mannschafts- und Bürocontainer bis zu einer Sortierhalle. "Besonders wichtig für den Umweltschutz sind das Sickerwasser-Becken samt -Reinigungsanlage, das Regenwasserbecken, Kleinklär-Filteranlagen für die Abwässer der Mannschafts- und Bürocontainer sowie die Reifenwaschanlage für die ausfahrenden LKW", erklärt UEG Mediu-Geschäftsführer Kroneder.

"Dank der engen Zusammenarbeit zwischen der UEG Mediu vor Ort und der UEG International einerseits sowie der rumänischen Planungsfirma ARGIF und dem Grazer Planungsbüros DI Dr. Schippinger & Partner andererseits konnte der Deponiebau zeitgerecht fertig gestellt werden", war Bauleiter DI Architekt Radu Halitzki am Eröffnungstag sichtlich entspannt.

Musterprojekt soll auf andere Regionen übertragen werden

Schon vor der offiziellen Inbetriebnahme erweckte die neue UEG-Deponie Targu Jiu großes Interesse bei Gemeindefunktionären anderer rumänischer Bundesländer, "was uns in der Hoffnung bestärkt, das Musterprojekt Targu Jiu auch auf andere rumänische Regionen übertragen zu können, woran wir bereits arbeiten", sagte Friedrich Thürauer, Alleinvorstand der Konzernholding UEG (Umwelt- und Entsorgungstechnik AG) anlässlich der Inbetriebnahme der Deponie. Die UEG-Gruppe strebt im laufenden Jahr einen Umsatz von 75 Mio. Euro an.

Kunststoff-Recycling bei Sidomin angelaufen

Gleichzeitig mit der Deponie-Eröffnung ist auch das Recycling von hochwertigen Kunststoffen bei der von der UEG übernommenen und auf dem Deponiegelände angesiedelten Gesellschaft Sidomin angelaufen:
Die Firma beschäftigt sich mit der Kunststoff-Aufbereitung für den sich entwickelnden rumänischen Markt.

Targu Jiu als "Pflichtbesuch" für Brancusi-Liebhaber

Unter Kennern der Bildhauerei gilt Targu Jiu geradezu als "Pflichtbesuch" bei den Werken des rumänisch-französischen Bildhauers Constantin Brancusi (1876 - 1957), nämlich dem Tisch des Schweigens, dem Tor des Kusses und der Unendlichen Säule. Die Frauenliga von Gorj hatte 1937/38 Brancusi, der einige Jahre bei einem Färber in Targu Jiu gearbeitet hatte, mit dem Ensemble beauftragt. Es sollte an die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges erinnern.

In den 50er Jahren sollte das Kunstwerk niedergerissen werden, was aber scheiterte - angeblich am zu schwachen Motor des Bulldozzers. 1996 nahm der internationale World Monuments Funds (WMF) das Ensemble von Targu Jiu in die Liste der weltweit 100 meist gefährdeten Denkmäler auf, worauf die Weltbank Rumänien einen Kredit von 2,6 Mio. Euro zur Restaurierung gewährte. Heute bildet die Unendliche Säule das Hauptelement des Stadtwappens von Targu Jiu.

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Leo Kroneder
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