Telekom Austria - Steinzeitmanagement gefährdet Standort und Arbeitsplätze

Wien (OTS) - Erschließung neuer Geschäftsfelder wird systematisch blockiert - Steuerzahler soll Aktien-Gewinne der Spekulanten finanzieren - Vorstand nascht über Aktien-Optionen mit

"Die Telekom Austria AG steuert auf eine schwere Krise zu. Schuld daran ist das Management", betonte der Vorsitzende der Personalvertretung in der Telekom Austria TA AG, Michael Kolek, am Dienstag im Zuge der Proteste.

Der Vorstand blockiert, so Kolek, konsequent alle neuen Geschäftsfelder. Neue Bereiche werden mit der Begründung abgelehnt, dass es schon jetzt keine Mitarbeiter dafür gibt. Außerdem verweist das Management stets darauf, dass "die Shareholder (gemeint sind Spekulanten) es nicht schätzen, wenn sich die Telekom Austria abseits ihres Kerngeschäfts engagiert."

Statt neue Arbeit zu schaffen, schickt das Management deshalb die durchgängig arbeitswilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit 85 Prozent des Gehalts auf Abruf nach Hause. Mit Mobbing-Methoden ("Passivierung") versucht der Vorstand, die MitarbeiterInnen zur Kündigung zu bewegen und gleichzeitig Druck auf die Politik zu machen.

Ziel des Vorstands ist nach wie vor eine Beamtenagentur. Der Steuerzahler soll für die Mitarbeiter aufkommen, für die das Management keine Arbeit schaffen will. "Mit Steuergeldern will der Vorstand so die Gewinn für die Aktionäre und Spekulanten noch weiter in die Höhe treiben. Gleichzeitig bringt der Vorstand mit der Rückzugstrategie die Telefon- und Internet-Versorgung des Landes in Gefahr. Service und Qualität werden sich weiter verschlechtern", warnt Kolek.

In wenigen Jahren hat die Telekom Austria im Festnetz den Personalstand von 19.000 auf 9.000 Mitarbeiter um mehr als die Hälfte reduziert und 10.000 Arbeitsplätze vernichtet. "Kein Wunder, dass bei diesen Kürzungen auch das Geschäft zurückgeht. Bis 2010 noch einmal ein Viertel der Arbeitsplätze abzubauen, kommt einem Kahlschlag in der Infrastruktur gleich. Dabei sind weite Teile der ländlichen Bevölkerung, Schulen, Gemeinden, Ärzte, Spitäler, Banken, Betriebe und viele mehr nach wie vor auf das Festnetz angewiesen", unterstreicht der Betriebsrat: "Das ist Steinzeit-Methode und hat nichts mit nachhaltigen, zukunftsorientierten Unternehmensstrategien zu tun."

Die Personalvertretung ist vom Management mit den neuen Plänen eiskalt überfahren worden. "Der Beschluss im Aufsichtsrat vergangene Woche, wo durch eine Rückstellung von 630 Mio. Euro der Abbau von 1.250 MitarbeiterInnen ohne Vorankündigung fixiert wurde, war ein Schlag ins Gesicht. Das Vorgehen verstößt nicht nur gegen das Aktiengesetz, wonach alle Aufsichtsräte vorab umfassend über Anträge zu informieren sind. Wir werden auch alle gewerkschaftlichen Maßnahmen ausschöpfen, um den Beschluss zu bekämpfen", bekräftigte Kolek.

Koleks Termin-Angebote zu einer persönlichen Aussprache hat Konzernchef Boris Nemsic bisher konsequent unbeantwortet gelassen. Die Personalvertretung wartet immer noch auf einen längst überfälligen Termin beim Vorstand. In den Regionalkreisen wird die Personalvertretung ebenfalls systematisch vor vollendete Tatsachen gestellt. Der Protest gegen dieses autoritäre Management-Vorgehen ist in seitenlangen E-Mails dokumentiert.

Der Betriebsrat ortet hinter der brutalen Rückzugstrategie des Vorstands eine ungezügelte Gewinnsucht der Manager. Es gehe ihnen offenbar nur um schnelle Kursgewinne. Nemsic hält laut Internet-Auskunft alleine 14.331 Aktien. Dazu kommen umfangreiche Aktien-Options-Programme. "Jeder Euro Kursgewinn beschert ihm mindestens ein durchschnittliches Jahresgehalt seiner Mitarbeiter", so die Personalvertretung.

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Michael Kolek
Zentralausschuss der Telekom Austria TA AG
Lassallestraße 9a, 1020 Wien
Tel: + 43 (0)590591 10501

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