Studie - Mittelstand: Ist der Einkauf fit für die Krise?

Wien (OTS) - Die mittelständischen Unternehmen in Österreich sind nicht ausreichend für die Krise gerüstet - Maßnahmen zur Professionalisierung des Einkaufs müssen gesetzt werden

Die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft waren Anlass einer Studie der Einkaufsexperten von Spring Procurement gemeinsam mit dem Institut für Transportwirtschaft der Wirtschaftsuniversität Wien - die Ergebnisse stellen dem Einkauf der österreichischen Unternehmen bestenfalls ein mittelmäßiges Zeugnis aus:

Maverick Buying verursacht unnötige Kosten

Unter Maverick Buying versteht man das Beschaffen außerhalb der Einkaufsabteilung, d.h. wenn andere Abteilungen selbst einkaufen. Im Vergleich zum Einkauf über die Einkaufsabteilung verursacht Maverick Buying um 15% höhere Materialbezugskosten, sagt Klemens Figlhuber, Geschäftsführer von Spring Procurement. Von den in der Studie befragten Unternehmen gaben 75% an, dass Bestellvorgänge ohne die Beteiligung des Einkaufs durchgeführt werden. Auch der Anteil des über Maverick Buying beschafften Volumens am Gesamteinkaufsvolumen ist hoch; 44% der befragten Unternehmen geben an, über 10% "am Einkauf vorbei" zu beschaffen.

Beschaffung fast ausschließlich im deutschsprachigen Raum

Fragt man den österreichischen Mittelstand nach den Beschaffungsregionen, so zeigt sich, dass hauptsächlich im deutschsprachigen Raum beschafft wird, gefolgt von West- und Osteuropa. 87% der Unternehmen beschaffen mehr als 50% ihres Einkaufsvolumens im deutschsprachigen Raum. Obwohl durch Global Sourcing hohe Erfolgspotenziale realisiert werden können, wird im österreichischen Mittelstand kein großer Wert darauf gelegt, so Kummer, Vorstand des Instituts für Transportwirtschaft und Logistik an der Wirtschaftsuniversität Wien.

Mittelstand nicht ausreichend gerüstet

In der Studie wurde die Qualität des Einkaufs der befragten Unternehmen bewertet. Der Großteil der mittelständischen Unternehmen in Österreich ist in Bezug auf den Einkauf nicht ausreichend bis gar nicht für die drohende Wirtschaftskrise gerüstet, warnt Figlhuber. Etwa ein Viertel der befragten Unternehmen sind sogenannte LOW-Performer, welche nur sehr schlecht auf die Wirtschaftskrise vorbereitet sind. 60% der Unternehmen sind einkaufsseitig Mittelmaß und daher nicht ausreichend für eine Krise gerüstet. Die kleine Gruppe der TOP-Performer (16% der befragten Unternehmen) ist besser in der Lage, wirtschaftlich schwierige Zeiten zu meistern. Die Einkaufsexperten kommen also zu einem ernüchternden Ergebnis: "Jedes Unternehmen sollte rechtzeitig beginnen, seinen Einkauf zu professionalisieren um hohe Beschaffungskosten zu vermeiden und um damit fit für die drohende Krise zu sein", sagt Kummer. Die Autoren der Studie empfehlen in erster Linie organisatorische Maßnahmen zur Vermeidung von Maverick Buying. Um internationale Kostenvorteile zu nützen empfehlen die Experten außerdem den verstärkten Einsatz von einkaufsspezifischen Analysemethoden und Global Sourcing. Über den Grenzen des deutschsprachigen Raums hinaus verbergen sich oft ungeahnte Einsparungspotenziale, ist Figlhuber überzeugt.

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Mag. Klemens Figlhuber (Geschäftsführer)
Spring Procurement GmbH
Schwedenplatz 2/43, 1010 Wien
k.figlhuber@springprocurement.com
www.springprocurement.com
Tel: +43/1/8906188

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