• 19.11.2008, 10:29:25
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Studie - Mittelstand: Ist der Einkauf fit für die Krise? - BILD

Prof. Sebastian Kummer

Wien (OTS) - Die mittelständischen Unternehmen in Österreich sind
nicht ausreichend für die Krise gerüstet - Maßnahmen zur
Professionalisierung des Einkaufs müssen gesetzt werden

Die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft waren
Anlass einer Studie der Einkaufsexperten von Spring Procurement
gemeinsam mit dem Institut für Transportwirtschaft der
Wirtschaftsuniversität Wien - die Ergebnisse stellen dem Einkauf der
österreichischen Unternehmen bestenfalls ein mittelmäßiges Zeugnis
aus:

Maverick Buying verursacht unnötige Kosten

Unter Maverick Buying versteht man das Beschaffen außerhalb der
Einkaufsabteilung, d.h. wenn andere Abteilungen selbst einkaufen. Im
Vergleich zum Einkauf über die Einkaufsabteilung verursacht Maverick
Buying um 15% höhere Materialbezugskosten, sagt Klemens Figlhuber,
Geschäftsführer von Spring Procurement. Von den in der Studie
befragten Unternehmen gaben 75% an, dass Bestellvorgänge ohne die
Beteiligung des Einkaufs durchgeführt werden. Auch der Anteil des
über Maverick Buying beschafften Volumens am Gesamteinkaufsvolumen
ist hoch; 44% der befragten Unternehmen geben an, über 10% "am
Einkauf vorbei" zu beschaffen.

Beschaffung fast ausschließlich im deutschsprachigen Raum

Fragt man den österreichischen Mittelstand nach den
Beschaffungsregionen, so zeigt sich, dass hauptsächlich im
deutschsprachigen Raum beschafft wird, gefolgt von West- und
Osteuropa. 87% der Unternehmen beschaffen mehr als 50% ihres
Einkaufsvolumens im deutschsprachigen Raum. Obwohl durch Global
Sourcing hohe Erfolgspotenziale realisiert werden können, wird im
österreichischen Mittelstand kein großer Wert darauf gelegt, so
Kummer, Vorstand des Instituts für Transportwirtschaft und Logistik
an der Wirtschaftsuniversität Wien.

Mittelstand nicht ausreichend gerüstet

In der Studie wurde die Qualität des Einkaufs der befragten
Unternehmen bewertet. Der Großteil der mittelständischen Unternehmen
in Österreich ist in Bezug auf den Einkauf nicht ausreichend bis gar
nicht für die drohende Wirtschaftskrise gerüstet, warnt Figlhuber.
Etwa ein Viertel der befragten Unternehmen sind sogenannte
LOW-Performer, welche nur sehr schlecht auf die Wirtschaftskrise
vorbereitet sind. 60% der Unternehmen sind einkaufsseitig Mittelmaß
und daher nicht ausreichend für eine Krise gerüstet. Die kleine
Gruppe der TOP-Performer (16% der befragten Unternehmen) ist besser
in der Lage, wirtschaftlich schwierige Zeiten zu meistern. Die
Einkaufsexperten kommen also zu einem ernüchternden Ergebnis: "Jedes
Unternehmen sollte rechtzeitig beginnen, seinen Einkauf zu
professionalisieren um hohe Beschaffungskosten zu vermeiden und um
damit fit für die drohende Krise zu sein", sagt Kummer. Die Autoren
der Studie empfehlen in erster Linie organisatorische Maßnahmen zur
Vermeidung von Maverick Buying. Um internationale Kostenvorteile zu
nützen empfehlen die Experten außerdem den verstärkten Einsatz von
einkaufsspezifischen Analysemethoden und Global Sourcing. Über den
Grenzen des deutschsprachigen Raums hinaus verbergen sich oft
ungeahnte Einsparungspotenziale, ist Figlhuber überzeugt.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at .

Rückfragehinweis:

Mag. Klemens Figlhuber (Geschäftsführer)
   Spring Procurement GmbH
   Schwedenplatz 2/43, 1010 Wien
   mailto:[email protected]
   www.springprocurement.com
   Tel: +43/1/8906188

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