GLOBAL 2000 fordert vom Lebensmittelhandel Klarstellung zu Antibiotika-Äpfeln

KonsumentInnen haben Anrecht auf antibiotikafreies Obst.

Wien (OTS) - Mit größter Verwunderung reagiert die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 auf die überraschende Nachricht der Handelskette SPAR, Streptomycin-behandelte Äpfel zu vermarkten. "Tatsächlich hätten nämlich solche Äpfel gar nie im SPAR-Sortiment aufscheinen dürfen", kritisiert GLOBAL 2000-Biochemiker Helmut Burtscher, "denn SPAR hatte im heurigen Frühjahr öffentlich bekannt gegeben, nur Äpfel aus unbehandelten Kulturen anzubieten."

Gleichlautende Bekenntnisse kamen auch von den beiden anderen Handelsriesen REWE und Hofer, obwohl zum damaligen Zeitpunkt noch alle Beteiligten davon überzeugt waren, dass Antibiotika-Rückstände in den Äpfeln ausgeschlossen seien. Mit dieser Entscheidung entsprach der Handel nicht zuletzt auch den Wünschen der Kunden. Denn wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag von GLOBAL 2000 ergab, kaufen zwei Drittel der ÖsterreicherInnen ihre Äpfel lieber bei jenen Supermärkten, die mit Antibiotika produzierte Äpfel erst gar nicht im Angebot haben. Nun deutet alles darauf hin, dass die Handelskette SPAR trotz ihrer Versprechungen schon seit Erntebeginn Äpfel aus Antibiotika-Anlagen bezieht, während sie die KonsumentInnen im falschen Glauben lässt, es handle sich ausschließlich um Antibiotika-freie Äpfel. "Eine solche Vorgangsweise ist irreführend und daher als unethisch abzulehnen", so Burtscher.
Vor diesem Hintergrund verlangt GLOBAL 2000 von SPAR, der REWE-Gruppe und Hofer dringend eine Klarstellung zu folgenden Fragen:

Seit wann und in welchem Umfang führt die Handelskette SPAR Obst in ihrem Sortiment, das aus Antibiotika-behandelten Kulturen stammt? Wann und in welcher Form wird SPAR seine Kunden darüber informieren, in welchen SPAR-Filialen Äpfel mit Antibiotika-Rückständen vermarktet werden?

Haben REWE und Hofer ebenfalls Äpfel aus Antibiotika-Kulturen in ihrem Sortiment? Falls nein, wie wird garantiert, dass Äpfel aus jenen rund 190 Hektar Anbaufläche, die mit Antibiotika behandelt wurden, nicht in ihr Sortiment gelangen?

GLOBAL 2000 fordert den Handel auf, angesichts der aktuellen Erkenntnisse über Antibiotika-Rückstände im Obst, ihr Bekenntnis zur Antibiotika-freien Produktion zu erneuern und sich zu verpflichten, mit Streptomycin behandeltes Obst in Zukunft nicht (mehr) zu vermarkten. Zur Unterstützung der Betriebe muss außerdem die Politik aktiv werden und den Obstbauern Verluste zu 100 Prozent abgelten, die durch Rückschnitt und Rodung zur Feuerbrandbekämpfung entstehen.

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GLOBAL 2000 Biochemiker: DI Dr. Helmut Burtscher 0699/14 2000 34
GLOBAL 2000 Presse: Mag. Ruth Schöffl 0699/14 2000 19 und Lydia Matzka-Saboi, 0699/14 2000 26, presse@global2000.at

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