Eine Information der Fachgruppe Finanzdienstleister der WK NÖ

Das Aus für Fremdwährungs-Kredite erschüttert Privatkunden

St. Pölten (OTS) - 18. November 2008 - Privatkunden wird seit Oktober 2008 seitens der Banken, auf Empfehlung der Finanzmarktaufsicht, kein Fremdwährungskredit mit Tilgungsträger angeboten. Die Fachgruppe der Finanzdienstleister der Wirtschaftskammer Niederösterreich sehen darin eine dramatische Einschränkung für die österreichische Kreditlandschaft und fordern die Freigabe der Fremdwährungs-Kredite nach volkswirtschaftlichen Grundsätzen. Zwangskonvertierungen sollten seitens der Kunden jedenfalls genau hinterfragt werden. Die Vermögensberater der Fachgruppe haben dazu eine Info-Hotline eingerichtet.

Gegenwärtig stellen sich bei der Fremdwährungsfinanzierung für die Endkunden drei Problembereiche. Zum einen neigen Banken zu einer Zwangskonvertierung aus der Fremdwährung in den Euro, zum anderen wird von den Kunden ein Liquiditätsaufschlag, allenfalls auch die Bestellung von zusätzlichen Sicherheiten verlangt. Die Experten der Fachgruppe der Finanzdienstleister Niederösterreich raten dringend zu einer genauen Überprüfung der jeweiligen Kreditverträge.

Das Verbot von Fremdwährungskrediten in Österreich zieht gerade in schlechten Konjunktur-Phasen umfangreiche Folgen für die Realwirtschaft und Privatkunden nach sich. Geld, das aus Zinsersparnis bis dato in den privaten Konsum geflossen ist, wird wohl in den nächsten Jahren nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Gewährung von Fremdwährungskrediten für private Haushalte sollte daher unter bestimmten Rahmenbedingungen wie Mindesteinkommen, Eigenmittelquote weiter möglich sein.

Die wirtschaftlichen Vorteile eines Fremdwährungskredites - sprich Zinsersparnis für den Privatkunden - sprechen immer noch für sich:
Pro Fremdwährungskreditkunden im Schweizer Franken (CHF) werden rund 1,5-2% per anno an Zinsen eingespart (Stand per 28.3.08 Quelle OENB). Per Jänner 08 betrug das Gesamtvolumen an Ausleihungen im CHF rund 43 Milliarden Euro. Davon sind rund 68% an Privatpersonen vergeben worden, wovon wiederum 70% im Wohnbau verwendet wurden - in Euro entspricht das einem Wert von 20 Milliarden. Bei einer durchschnittlichen Zinsdifferenz von 1,5% wäre dies eine Zinsersparnis von 300 Millionen Euro per anno.

Auch das Thema Kredit-Umstieg aus einer Fremdwährung in den Euro bei bestehenden Krediten sehen die Vermögensberater der Fachgruppe problematisch. "Aus unserer Sicht ist der aktuelle Kurs für einen Ausstieg sehr ungünstig und vielfach werden die Vertragskonditionen überzogen" meint Fachgruppen-Obmann Ing. Mag. Walter Eberl und verweist dazu auf die Hilfe der unabhängigen Vermögensberater, wenn es um die Überprüfung der Kreditverträge, Tilgungsträger und Konditionen geht.

Die Info-Hotline zu Fragen "Anlegen, Vorsorgen, Finanzieren" ist vom 24.11. bis 18.12.08,
Mo-Do von 8-16 Uhr geöffnet. Kostenlose Beratung von Experten der Fachgruppe unter 0800 24 25 70!

Rückfragen & Kontakt:

Rückfragen an:
Wirtschaftskammer NÖ
Fachgruppe der Finanzdienstleister
Landsbergerstraße 1, 3100 St.Pölten
Telefon: 02742/851-19720
Fax: 02742/851-19729
finanzdienstleister@wknoe.at
Endkunden: www.noe-finanzdienstleister.at
Mitglieder: www.finanzdienstleister-noe.at

Kontaktpersonen:
Ing. Mag. Walter Eberl, M.S. eh
Obmann der Fachgruppe
Mobil 0699/18617167
eberl@eco-finanz.at

Mag. Hubert Baumann eh
Fachgruppengeschäftsführer
IuC.Fachgruppen2@wknoe.at

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