Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband Wien (SWV) fordert sofortige Wiedereinführung der Wirtschaftskommission in der Wiener City

City-Chefs beklagen mangelnde Unterstützung durch die Bezirksvorstehung

Wien (OTS) - "Kleine Unternehmen sind etwas Besonderes" unter
diesem Motto hat sich der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband Wien zum Ziel gesetzt, in einen permanenten Dialog mit den Wiener Selbstständigen zu treten. Im Rahmen einer Wienweiten Betriebsbesuchaktion, werden seit Juni 2008 Selbstständige besucht und über Ihre Probleme, Wünsche und Bedürfnisse befragt.

Präsentiert und diskutiert wurden die ersten Ergebnisse der Betriebsbesuchsaktion gestern im Rahmen der Veranstaltung "Wirtschaftsplatz: Innere Stadt _ Potenzial & Stolpersteine". Fritz Strobl (Präsident des SWV Wien), LAbg. Georg Niedermühlbichler (Präsident der Mietervereinigung) und Peter Schachinger (Unternehmer in der City) diskutierten mit zahlreichen Gästen aus der Wiener Wirtschaft über die Ergebnisse der Betriebsbesuchsaktion. Fritz Strobl, Präsident des SWV Wien: "Wir haben die Selbstständigen danach gefragt, was ihnen besonders am Herzen liegt bzw. was das Hauptproblem für ihren Betrieb ist. Es ist mir wichtig zu betonen, dass die Antworten der UnternehmerInnen spontan und ungestützt geäußert wurden. Weiters möchte ich anmerken, dass wir tatsächlich nur eine Antwort - nämlich die Äußerung nach dem persönlich größten Problem - pro Selbstständigen notiert haben!"

Schwierige Erreichbarkeit und mangelnde Parkplätze

31,3 % der Befragten nennen als ihr persönliches Hauptproblem, dass die City aufgrund der div. Fußgängerzonen schwer mit dem Auto zu erreichen sei, dass zu wenige Parkplätze und zu wenige Garagen zur Verfügung stünden und dass diese zu teuer seien. Weiters kritisierten sie, dass die bestehenden Einbahnregelungen problematisch für die Erreichbarkeit ihres Betriebes seien. "Dass das Problem der fehlenden Parkplätze für die Selbstständigen noch nicht beseitigt wurde, ist besonders ärgerlich. Denn hätte Bezirksvorsteherin Stenzel nicht den Bau der Garage am Neuen Markt 'abgedreht', wäre sie in wenigen Monaten fertig gestellt und benutzfähig gewesen. Und dies inklusive einer neuen, vom Betreiber finanzierten Oberflächengestaltung", bedauert Strobl und fordert zudem für die Wiener City "ein neues, gemeinsam mit ExpertInnen erstelltes Verkehrskonzept, um das Einbahn-Chaos zu beseitigen".

Problem Bezirksvorstehung

20% der Befragten bewerten spontan die politische Arbeit der Bezirksvorstehung als ihr persönlich größtes Problem. Vor allem die bestehende restriktive Schanigartenregelung, die Verkehrsproblematik, zu lange dauernde Baustellen und die mangelnden Parkplätze werden seitens der Befragten der Bezirksvorstehung angelastet. "Besonders die Schanigartenvergabe gehört aus unserer Sicht objektiviert. Daher fordern wir die Wiedereinführung der Wirtschaftskommission! Darin wurden bis zum Amtsantritt von Bezirksvorsteherin Stenzel die Schanigartenvergabe, aber auch viele weitere Themen diskutiert. Mit der Abschaffung der Wirtschaftskommission setzte die Bezirksvorsteherin aus unserer Sicht ein deutliches Zeichen, dass ihr die Belange der Klein- und Mittelbetriebe nicht wichtig genug sind", so Strobl.

10 % der befragten Selbstständigen bewerten die zahlreichen und lange dauernden Baustellen in der Inneren Stadt als Hauptproblem. Dazu LAbg. Georg Niedermühlbichler: "Die Baustellenüberwachung ist eine klassische Aufgabe der BezirksrätInnen. Ich war selbst bis 2005 Bezirksvorsteher-Stellvertreter in der Wiener City. Bis zum Amtsantritt von Bezirksvorsteherin Stenzel wurden Baustellen regelmäßig von den BezirksrätInnen aller Fraktionen kontrolliert. So konnten gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden rasch Maßnahmen ergriffen werden. Heute ist es leider
so, dass die BezirksrätInnen nicht ausreichend in die Arbeit für den Bezirk eingebunden werden."

Angst vor internationalen Ketten und zu hohe Mieten

15 % der Befragten nennen Existenzängste aufgrund der Ansiedlung internationaler Ketten als Hauptproblem und 13,8 % der Befragten geben das Thema Mietkosten spontan als ihr größtes Problem an. "Die Mieten in der City sind ein schwieriges Thema für die Selbstständigen. So haben zwar die Klein- und Mittelbetriebe (KMU) einst die Kärntner Straße 'groß gemacht', aber die Mieten können sich heute nicht mehr leisten; das ist nur mehr für die 'Großen' möglich. Ein zusätzlicher Nachteil für die Wirtschaft ist, dass es
keine Gleichbehandlung von Geschäfts- und Wohnungsmieten hinsichtlich der Rügefrist gibt, hier müsste es aus meiner Sicht eine Verbesserung für die Wirtschaft geben", so Georg Niedermühlbichler. Der SWV Wien unterstützt seine Forderungen und will zusätzlich eine "Verländerung" des Mietrechtes, Mietzinsobergrenzen für Nahversorgerinnen und den Wegfall der "unter
drei-jährigen Befristungen".

Mangelnde Sicherheit in der City

Für 6,3 % der Befragten ist die mangelnde Sicherheit das Hauptproblem ihrer unternehmerischen Tätigkeit. Im Stich gelassen fühlt sich auch der City-Unternehmer Peter Schachinger, der die mangelnde Polizeipräsenz am Donaukanal bzw. auf der Augartenbrücke kritisiert. Dazu Fritz Strobl: "Frau Innenministerin, geben Sie uns unsere 1.000 Polizisten für Wien zurück! Das hilft der Bevölkerung und auch der Wirtschaft!"

Potenzial der City

Einig waren sich alle Diskussionsteilnehmer über das Potenzial in der Wiener City. "Das Potenzial sind die Klein- und Mittelbetriebe, ihre Kreativität, ihr Engagement und ihre hohe Identifikation mit ihrem Betrieb und mit der City; sie gilt es zu fördern und zu unterstützen. Das ist auch das Ziel unserer Betriebsbesuchsaktion. Und wenn es gelingt, die Wirtschaftskommission wieder zu aktivieren und ein sachliches Verkehrskonzept, ohne politisches "Hick-Hack" zu erarbeiten und die Rahmenbedingungen für gewerbliche MieterInnen zu verbessern, dann brauchen wir uns um die Zukunft der City keine Sorgen zu machen", schloss Strobl.

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