• 18.11.2008, 11:48:48
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Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband Wien (SWV) fordert sofortige Wiedereinführung der Wirtschaftskommission in der Wiener City

City-Chefs beklagen mangelnde Unterstützung durch die Bezirksvorstehung

Wien (OTS) - "Kleine Unternehmen sind etwas Besonderes" unter
diesem Motto hat sich der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband Wien
zum Ziel gesetzt, in einen permanenten Dialog mit den Wiener
Selbstständigen zu treten. Im Rahmen einer Wienweiten
Betriebsbesuchaktion, werden seit Juni 2008 Selbstständige besucht
und über Ihre Probleme, Wünsche und Bedürfnisse befragt.

Präsentiert und diskutiert wurden die ersten Ergebnisse der
Betriebsbesuchsaktion gestern im Rahmen der Veranstaltung
"Wirtschaftsplatz: Innere Stadt _ Potenzial & Stolpersteine". Fritz
Strobl (Präsident des SWV Wien), LAbg. Georg Niedermühlbichler
(Präsident der Mietervereinigung) und Peter Schachinger (Unternehmer
in der City) diskutierten mit zahlreichen Gästen aus der Wiener
Wirtschaft über die Ergebnisse der Betriebsbesuchsaktion. Fritz
Strobl, Präsident des SWV Wien: "Wir haben die Selbstständigen danach
gefragt, was ihnen besonders am Herzen liegt bzw. was das
Hauptproblem für ihren Betrieb ist. Es ist mir wichtig zu betonen,
dass die Antworten der UnternehmerInnen spontan und ungestützt
geäußert wurden. Weiters möchte ich anmerken, dass wir tatsächlich
nur eine Antwort - nämlich die Äußerung nach dem persönlich größten
Problem - pro Selbstständigen notiert haben!"

Schwierige Erreichbarkeit und mangelnde Parkplätze

31,3 % der Befragten nennen als ihr persönliches Hauptproblem,
dass die City aufgrund der div. Fußgängerzonen schwer mit dem Auto zu
erreichen sei, dass zu wenige Parkplätze und zu wenige Garagen zur
Verfügung stünden und dass diese zu teuer seien. Weiters kritisierten
sie, dass die bestehenden Einbahnregelungen problematisch für die
Erreichbarkeit ihres Betriebes seien. "Dass das Problem der fehlenden
Parkplätze für die Selbstständigen noch nicht beseitigt wurde, ist
besonders ärgerlich. Denn hätte Bezirksvorsteherin Stenzel nicht den
Bau der Garage am Neuen Markt 'abgedreht', wäre sie in wenigen
Monaten fertig gestellt und benutzfähig gewesen. Und dies inklusive
einer neuen, vom Betreiber finanzierten Oberflächengestaltung",
bedauert Strobl und fordert zudem für die Wiener City "ein neues,
gemeinsam mit ExpertInnen erstelltes Verkehrskonzept, um das
Einbahn-Chaos zu beseitigen".

Problem Bezirksvorstehung

20% der Befragten bewerten spontan die politische Arbeit der
Bezirksvorstehung als ihr persönlich größtes Problem. Vor allem die
bestehende restriktive Schanigartenregelung, die Verkehrsproblematik,
zu lange dauernde Baustellen und die mangelnden Parkplätze werden
seitens der Befragten der Bezirksvorstehung angelastet. "Besonders
die Schanigartenvergabe gehört aus unserer Sicht objektiviert. Daher
fordern wir die Wiedereinführung der Wirtschaftskommission! Darin
wurden bis zum Amtsantritt von Bezirksvorsteherin Stenzel die
Schanigartenvergabe, aber auch viele weitere Themen diskutiert. Mit
der Abschaffung der Wirtschaftskommission setzte die
Bezirksvorsteherin aus unserer Sicht ein deutliches Zeichen, dass ihr
die Belange der Klein- und Mittelbetriebe nicht wichtig genug sind",
so Strobl.

10 % der befragten Selbstständigen bewerten die zahlreichen und
lange dauernden Baustellen in der Inneren Stadt als Hauptproblem.
Dazu LAbg. Georg Niedermühlbichler: "Die Baustellenüberwachung ist
eine klassische Aufgabe der BezirksrätInnen. Ich war selbst bis 2005
Bezirksvorsteher-Stellvertreter in der Wiener City. Bis zum
Amtsantritt von Bezirksvorsteherin Stenzel wurden Baustellen
regelmäßig von den BezirksrätInnen aller Fraktionen kontrolliert. So
konnten gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden
rasch Maßnahmen ergriffen werden. Heute ist es leider
so, dass die BezirksrätInnen nicht ausreichend in die Arbeit für den
Bezirk eingebunden werden."

Angst vor internationalen Ketten und zu hohe Mieten

15 % der Befragten nennen Existenzängste aufgrund der Ansiedlung
internationaler Ketten als Hauptproblem und 13,8 % der Befragten
geben das Thema Mietkosten spontan als ihr größtes Problem an. "Die
Mieten in der City sind ein schwieriges Thema für die
Selbstständigen. So haben zwar die Klein- und Mittelbetriebe (KMU)
einst die Kärntner Straße 'groß gemacht', aber die Mieten können sich
heute nicht mehr leisten; das ist nur mehr für die 'Großen' möglich.
Ein zusätzlicher Nachteil für die Wirtschaft ist, dass es
keine Gleichbehandlung von Geschäfts- und Wohnungsmieten hinsichtlich
der Rügefrist gibt, hier müsste es aus meiner Sicht eine Verbesserung
für die Wirtschaft geben", so Georg Niedermühlbichler. Der SWV Wien
unterstützt seine Forderungen und will zusätzlich eine "Verländerung"
des Mietrechtes, Mietzinsobergrenzen für Nahversorgerinnen und den
Wegfall der "unter
drei-jährigen Befristungen".

Mangelnde Sicherheit in der City

Für 6,3 % der Befragten ist die mangelnde Sicherheit das
Hauptproblem ihrer unternehmerischen Tätigkeit. Im Stich gelassen
fühlt sich auch der City-Unternehmer Peter Schachinger, der die
mangelnde Polizeipräsenz am Donaukanal bzw. auf der Augartenbrücke
kritisiert. Dazu Fritz Strobl: "Frau Innenministerin, geben Sie uns
unsere 1.000 Polizisten für Wien zurück! Das hilft der Bevölkerung
und auch der Wirtschaft!"

Potenzial der City

Einig waren sich alle Diskussionsteilnehmer über das Potenzial in
der Wiener City. "Das Potenzial sind die Klein- und Mittelbetriebe,
ihre Kreativität, ihr Engagement und ihre hohe Identifikation mit
ihrem Betrieb und mit der City; sie gilt es zu fördern und zu
unterstützen. Das ist auch das Ziel unserer Betriebsbesuchsaktion.
Und wenn es gelingt, die Wirtschaftskommission wieder zu aktivieren
und ein sachliches Verkehrskonzept, ohne politisches "Hick-Hack" zu
erarbeiten und die Rahmenbedingungen für gewerbliche MieterInnen zu
verbessern, dann brauchen wir uns um die Zukunft der City keine
Sorgen zu machen", schloss Strobl.

Rückfragehinweis:

Mag. Marion Enzi 
   Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
   Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband
   Mariahilfer Straße 32/1, 1070 Wien
   Tel.:+43(1)5224766-12, Fax:+43(1)5224766-80
   Mobil:+43(0)664-830 43 37
   [email protected]
   www.wirtschaftsverband-wien.at ZVR (Wien): 922857015 bzw. ZVR 
   (Österreich): 421018716

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WVW

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