- 14.11.2008, 16:37:03
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Vortrag von Altbundeskanzler Schüssel zur Zukunft Europas in Athen
Athen (OTS) - Auf Einladung der Karamanlis Stiftung hielt
Altbundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel am 13.November in Athen einen
Vortrag zum Thema "Quo Vadis Europe?".
Dr. Schüssel wurde in Athen von Premierminister Kostas Karamanlis
empfangen und traf auch zu einem Gespräch mit der griechischen
Außenministerin Dora Bakoyannis zusammen.
In seinem Vortrag betonte Dr. Schüssel, dass die großen globalen
Herausforderungen - Finanzkrise, Energieversorgung, Klimaschutz und
Migration - mehr denn je ein gemeinsames und solidarisches Auftreten
Europas fordern. Bei der Finanzkrise stelle die EU unter Beweis,
dass sie zu effektivem Krisenmanagement fähig sei. Es gebe keinen
Grund an der Tragfähigkeit des europäischen Modells, das auf
parlamentarischer Demokratie, sozialer Marktwirtschaft und
Überwindung von engstirnigem Nationalismus aufbaue, zu zweifeln.
Europa müsse offen bleiben. Die EU-Integration des Balkans sei
unerlässlich, um in dieser Region Stabilität zu garantieren. Europa
müsse sein Modell selbstbewusst vertreten und rasch handeln, wobei
die Wahl Obamas zum US-Präsidenten hoffen lasse, dass sich neue
Möglichkeiten für die transatlantische Zusammenarbeit bei der
Bewältigung der globalen Probleme eröffnen.
Die in vielen EU-Mitgliedstaaten aufkeimenden euroskeptischen
Tendenzen seien besorgniserregend. Hinter der Forderung nach
Referenden verstecke sich oft der Wunsch nach einem "nein" zum
Integrationsmodell der EU. Der pauschale Ruf nach mehr
einzelstaatlichen Referenden über EU-Verträge biete keine Lösung,
sondern lähme die graduelle Entwicklungsmöglichkeit der EU. Die
großen politischen Gruppierungen sollten gewärtig sein, dass es bei
den EP-Wahlen 2009 um ein ja oder nein zum europäischen Modell gehen
werde.
Die Förderung der Idee eines vereinigten Europas gehört zu den
expliziten Zielen der Karamanlis Stiftung, die 1983 zu Ehren von
Konstantinos Karamanlis gegründet wurde. Konstantinos Karamanlis,
Onkel des derzeitigen Premierministers, führte Griechenland zwischen
1974 und 1980 als Premierminister zur Demokratie zurück und ebnete
den Weg für den Beitritt des Landes zu den Europäischen
Gemeinschaften im Jahr 1981. Von 1980 bis1985 und von 1990 bis 1995
war er griechischer Staatspräsident.
Rückfragehinweis:
ÖB Athen
[email protected]
Tel. +30 210 72 57 273
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