• 14.11.2008, 12:29:15
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VSStÖ: Stipendiensystem nicht sozial gerecht

Grundstipendium zur Entlastung der Studierenden

Wien (SK) - Wie die Studierendensozialerhebung 2006 zeigt,
bekommen nur 18,5 Prozent aller Studierenden an österreichischen
Hochschulen derzeit staatliche Studienbeihilfe. Knapp 31,5 Prozent
der Studierenden der niedrigsten sozialen Schicht beziehen ein
Stipendium. ****

Die Höchststudienbeihilfe liegt derzeit bei 606 Euro pro Monat und
somit auch nach der Erhöhung des Auszahlungsbetrags 12 Prozent unter
der Ausgleichszulage, welche für Mindestpensionen herangezogen wird.
Dieser Höchstbetrag wird jedoch nur dann gewährleist, wenn die
Erziehungsberechtigten gemeinsam weniger als 4.725 Euro jährlich
verdienen.

"Die zu niedrige Höchststudienbeihilfe zwingt Studierende in die
Berufstätigkeit. Knapp zwei Drittel aller Studierenden sind während
des Semesters erwerbstätig. Wie die Studierendensozialerhebung zeigt,
müssen
72,4 Prozent der erwerbstätigen Studierenden arbeiten um sich ihren
Lebensunterhalt zu finanzieren", erklärt Maria Maltschnig
Bundesvorsitzende des VSStÖ.

Dabei ist Studieren an sich bereits eine Tätigkeit, die einer
Vollbeschäftigung gleichkommt. Die Zeit, die für ein Studium
durchschnittlich aufgewendet wird sind 33 Stunden pro Woche. Ein
Studium in Mindeststudiendauer wäre mit mehr als 40 Wochenstunden zu
berechnen.

"Studierende kommen schnell in einem Teufelskreis: Durch zu
niedrige Beihilfen müssen sie arbeiten, was die Studiendauer
verlängert, dadurch kommt es wiederum zum gänzlichen Verlust der
Beihilfen Die einzig sinnvolle Lösung liegt in einem Grundstipendium,
das Studierende von ihrer Not zur Erwerbstätigkeitbefreit und somit
erheblich zu ihrer Entlastung beiträgt", sieht Maltschnig.

Nicht nur die Sozialerhebung weist erschreckende Zahlen auf. So
zeigt sich auch in der OECD-Studie, dass Hochschulen zu den
selektivsten Europas gehören: "Gemessen an allen Studierenden ist der
Anteil der aus AkademikerInnenfamilien kommenden 2,5 Mal so hoch wie
es ihrem Bevölkerungsanteil entspricht. Das zeigt, wie
sozial-undurchlässig und reformbedürftig Österreichs Bildungssystem
ist", so Maltschnig.

"Die ablehnende Haltung gegen ein Grundstipendium durch den
ÖH-Vorsitzenden Samir Al-Mobayyed (ÖVP-AktionsGemeinschaft) ist
insofern verwunderlich, da es innerhalb der ÖH einen mit einer großen
Mehrheit angenommenen Beschluss für ein vermögenssteuerfinanziertes
Grundstipendium gibt". (Schluss) up/mp

Rückfragen: Oona Kroisleitner,VSStÖ-Pressesprecherin, 0699/177 61 902

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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