• 14.11.2008, 12:15:40
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Bischof Bünker: Kontroverse Auffassungen sind kein Grund für Kirchenaustritt

Synodenpräsident Krömer: Knolls Kirchenaustritt ist "unverständlich und nicht nachvollziehbar"

Villach (OTS) - "Kontroverse Auffassungen können nicht der Grund
sein, sich von der Kirche zu trennen." Das erklärte der
evangelisch-lutherische Bischof Dr. Michael Bünker zum
Kirchenaustritt der ehemaligen burgenländischen Superintendentin Mag.
Gertraud Knoll am 14. November vor Journalisten in Villach. In einer
Pressekonferenz anlässlich der Synodentagungen hielt Bünker fest, der
Austritt sei für ihn nicht nachvollziehbar. In der Evangelischen
Kirche gelte "Auftreten statt Austreten". Zur Begründung von Knolls
Kirchenaustritt, dem Hirtenbrief des Kärntner Superintendenten Mag.
Manfred Sauer zum Unfalltod des Landeshauptmanns Dr. Jörg Haider,
sagte Bünker, die Superintendentenkonferenz und der Synodalausschuss
hätten festgestellt, dass die Form eines Hirtenbriefs für die
Trauerbezeugung Superintendent Sauers "nicht angemessen" gewesen sei.
Bünker betonte: "Diese Feststellung wurde im Konsens getroffen."

"Für mich ist diese Situation unverständlich und nicht
nachvollziehbar", sagte bei der Pressekonferenz auch der Präsident
der Synode A.B. und der Generalsynode, RA Dr. Peter Krömer. Auf Grund
der langen und guten Zusammenarbeit in ihrer aktiven Zeit hätte
Krömer erwartet, dass Knoll sich mit ihrer Kritik an ihn sowie an
Bischof Bünker wendet.

Superintendent Sauer: Hirtenbrief war seelsorgerlich gemeint

Auch der Kärntner Superintendent Mag. Manfred Sauer zeigte sich
enttäuscht, dass Gertraud Knoll mit ihm keinen Kontakt gesucht habe.
Sauer erinnerte daran, dass die ehemalige Superintendentin bei seiner
eigenen Amtseinführung in Kärnten als Assistentin fungiert habe.
Sauer äußerte den Verdacht, der Zeitpunkt der Veröffentlichung des
Austritts unmittelbar vor Beginn der Synodentagung in Kärnten sei
"bewusst gewählt" worden.

Zu seinem Hirtenbrief erläuterte Sauer: "Ich habe mein Wort aus
tiefer Betroffenheit heraus formuliert." Es sei "seelsorgerlich
gemeint" gewesen. Als Superintendent habe er mit Haider zahlreiche
inhaltliche Auseinandersetzungen gehabt, dennoch habe er mit dem
Landeshauptmann einen "respektvollen Umgang" gepflegt.

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