Eßl: Verhalten der Arbeiterkammer schadet Bauern und gefährdet Jobs

Preisreduktionen im Lebensmittelhandel treffen Landwirte mit voller Wucht

Wien (OTS) - "Die Welle von Preisreduktionen im
Lebensmittelhandel, insbesondere im Bereich von Milch und Milchprodukten, trifft die Bauern mit voller Wucht, weil Handel und Verarbeiter diese Reduktionen an die Produzenten weitergeben. Diese Entwicklung wird einer Vielzahl bäuerlicher Betriebe ihre Existenz kosten. Wenn 'nur' ein Fünftel der 5.000 Milchbauern in Salzburg aufhören würde, dann sind gut tausend bäuerliche Betriebe mit rund 2.000 Arbeitskräften gefährdet", warnt der Salzburger Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Eßl. In weiterer Folge seien auch gravierende Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft, insbesondere auf den Arbeitsmarkt zu erwarten.

Für Eßl steht fest, dass "diese Preisspirale nach unten die Arbeiterkammer losgetreten hat". So habe der Salzburger AK-Präsident Siegfried Pichler mehrmals die Discounter kritisiert, weil sie angeblich keine Lebensmittel in Aktionen anbieten. Mit Preisvergleichen zwischen Salzburg und Bayern habe Pichler die Handelsketten aufgerufen, ihre Preise für Lebensmittel zu reduzieren und ein Handeln der Wettbewerbsbehörde und des Wirtschaftsministers gefordert.

Eßl fordert in diesem Zusammenhang auch ein Einschreiten von Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, sie müsse diesem ruinösen Treiben Einhalt gebieten. Da sich Burgstaller bisher nicht gegen die Aussagen von Pichler stellte, wertet Eßl dies als einen Hinweis darauf, dass sie ein Bauernsterben und damit auch den Verlust von tausenden Arbeitsplätzen in Salzburg bewusst in Kauf nehme. Eßl fordert daher die Landeshauptfrau auf, umgehend Stellung zu beziehen.

Der LK-Präsident weist auch darauf hin, dass sich die Gesellschaft entscheiden müsse, ob sie weiterhin Lebensmittel aus heimischer Produktion von bäuerlichen Familienbetrieben haben wolle oder solche aus anderen Teilen der Welt, die oft aus industriellen Landwirtschaftsbetrieben stammen. "Lebensmittel kosten heute teilweise weniger als im Jahre 1994. Der Österreicher gibt nur mehr 12 bis 13% seines Einkommens für Nahrungsmittel aus, vor 30 Jahren war es noch ein Drittel", argumentiert Eßl. Ihm gehe es darum, "dass unsere Bäuerinnen und Bauern in Zukunft einen der hohen Leistung entsprechenden Lohn für ihre Arbeit erhalten".
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