- 07.11.2008, 12:37:26
- /
- OTS0188 OTW0188
LK Österreich: Geplantes EU-Pflanzenschutz-Recht verteuert Lebensmittel
Entscheidung des Europäischen Parlaments gefährdet Versorgungssicherheit
Wien (OTS) - Die LK Österreich weist eindringlich darauf hin, dass
die stark eingeschränkte Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln, wie
vom Umweltausschuss des Europäischen Parlaments (EP) gefordert, einen
Rückgang der landwirtschaftlichen Produktivität in der EU und in
Österreich verursachen wird. Das bedeutet wiederum eine massive
Bedrohung der Versorgungssicherheit mit heimischen Ernährungsgütern,
wie beispielsweise bei Obst, Gemüse und Getreide. Heimische
Lebensmittel werden teurer werden und zusätzliche Waren - produziert
unter weit geringeren Qualitätsstandards als in der EU - werden
importiert werden müssen. Diese Folgen werden von den europäischen
Konsumenten zu tragen sein, warnt die Landwirtschaftskammer.
Folgen bedenken
Am vergangenen Mittwoch, den 05.11., stimmte der
EP-Umweltausschuss in zweiter Lesung über das neue
EU-Pflanzenschutzmittelpaket ab. Dabei verschärfte das Parlament
seine bisherige Haltung zum neuen europäischen
Pflanzenschutzmittelrecht weiter. Die LK Österreich kritisiert den
aktuellen Kurs der EU-Parlamentarier zu mehr Bürokratie und letztlich
weniger Sicherheit für die europäischen Konsumenten aufs Heftigste
und richtet klare Worte an die politischen Entscheidungsträger.
Speziell kritisiert die Kammer die Positionierung des EU-Parlaments
in Bezug auf die Zonenzulassung von Pflanzenschutzmitteln und die
Einführung von zusätzlichen gefahrenbedingten Ausschlusskriterien
(Cut off-Kriterien) für die Zulassung von
Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen.
EU-Parlament contra Binnenmarkt
Der Umweltausschuss kippte die geplante Einteilung der
Mitgliedstaaten in drei Zonen zum Zweck einer gemeinsamen Zulassung
von Pflanzenschutzmitteln. Die vom EU-Parlament torpedierte
Zonenzulassung würde einen großen Schritt in Richtung eines
Binnenmarktes für Pflanzenschutzmittel bedeuten. Die LK Österreich
weist ganz klar darauf hin, dass das Nein des EP zur Zonenzulassung
einen enormen Rückschritt in Bezug auf die Bestrebungen zur Schaffung
eines Binnenmarktes und des Abbaus übermäßiger Bürokratie bedeuten
würde.
Darüber hinaus spricht sich die LK Österreich mit allem Nachdruck
gegen die Einführung von zusätzlichen gefahrenbedingten
Ausschlusskriterien aus; dies umso mehr, als eine EU-weite, fundierte
Folgenabschätzung dieses Ausschlusses von Wirkstoffen von der
Verwendung bisher gänzlich verabsäumt worden ist.
Appell an Abgeordnete
"Bei der Abstimmung im Plenum sind die Abgeordneten des
Europäischen Parlaments eindringlich zu pragmatischem und
verantwortungsbewusstem Handeln aufgefordert, damit die europäischen
Landwirte auch weiterhin gesunde und sichere heimische Lebensmittel
zu einem für die Konsumenten akzeptablen Produktpreis produzieren
können", so die LK Österreich.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Landwirtschaftskammer Österreich Austrian Chamber of Agriculture Kommunikation Schauflergasse 6, 1014 Wien T +43/1/53441-8520, 8523 F +43/1/53441-8519 mailto:presse@lk-oe.at www.lk-oe.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AIM