- 03.11.2008, 13:08:22
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Plassnik: "Standfestigkeit, Beharrlichkeit und Diplomatie als Erfolgsfaktoren"
Außenministerin dankt für österreichische Teamarbeit und internationale Hilfe
Wien (OTS) - "Sicherheit ist Teamarbeit, im In- und im Ausland,
auch in diesem besonders aufwendigen und langwierigen Konsularfall",
bekräftigte Außenministerin Ursula Plassnik heute nach dem
glücklichen Ende der Entführung von Andrea Kloiber und Wolfgang
Ebner. Plassnik: "Die beiden Salzburger wohlbehalten in die Heimat
zurückzubringen - das war das Anliegen der österreichischen
Bundesregierung. Daran haben wir über acht Monate als Team
gearbeitet, unter Leitung von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und
Vizekanzler Wilhelm Molterer. Bundespräsident Fischer hat uns bei
dieser Arbeit durch seine Kontakte auf Ebene der Staatsoberhäupter
unterstützt."
Die Außenministerin zum konkreten Vorgehen: "Wir haben gemeinsam
die Vorgangsweise entwickelt und im Lichte der Ereignisse adaptiert.
Wir haben gemeinsam diese Situation durchgestanden. Und wir freuen
uns gemeinsam, dass es gelungen ist, mit den Teams von Außen-,
Verteidigungs- und Innenministerium zur Lösung beizutragen."
Plassnik zu den Faktoren, die zum Erfolg geführt haben:
"Standhaftigkeit, Beharrlichkeit, Diplomatie, die Entschlossenheit,
nicht aufzugeben - auch in Momenten, in denen wir an unseren eigenen
Möglichkeiten und jenen unserer Partner gezweifelt haben. Wir haben
unsere Linie entwickelt und wir haben sie konsequent eingehalten:
gewaltfreie Lösung, kein Lösegeld zahlen, uns nicht erpressen lassen,
Terrorismus nicht zu finanzieren. Und es war auch ein positives
Beispiel dafür, was die österreichische Diplomatie leisten kann.
Sonderbotschafter Anton Prohaska war unser Pfeiler in Bamako."
Über die Unterstützung, die Österreich erfahren hat, sagte die
Außenministerin: "Mali war unser wichtigster Partner. Präsident
Amadou Toumani Toure ist eine positive Ausnahmeerscheinung in der
afrikanischen Politik. Wir haben ihm vertraut. Er hat allerdings
immer wieder betont, wenn es eine gewaltfreie Lösung gibt, dann nur
mit sehr viel Geduld und Beharrlichkeit." Plassnik wies darauf hin,
dass die langen acht Monate für alle schwierige waren. "Die
Geiselnehmer haben mit mehreren Ultimaten zu Beginn ihren Forderungen
Nachdruck zu verleihen. Wir haben aber gewusst, dass mit der Zeit der
Druck auf sie steigt. Die Geiselnehmer agieren nicht in einem
luftleeren Raum, sie sind Fremdkörper in einem Umfeld, auf das sie im
täglichen Leben mehr als anderswo angewiesen sind - mit Wasser,
Benzin und Lebensmittel."
Die Außenministerin weiter: "Es gab wichtige internationale
Zusammenarbeit, in der Region in Europa, darüber hinaus. Der
algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika hat Österreich seine
persönlichen Glückwünsche übermittelt. Ich wurde gestern von meinem
algerischen Kollegen, Mourad Medelci, angerufen, der uns zum guten
Ausgang der Geiselnahme gratulierte. In der Europäischen Union wurde
uns von großen und kleinen Partnern in den vergangenen Monaten aktiv
geholfen."
Plassnik dankte der islamischen Gemeinschaft in Österreich und den
internationalen Stimmen aus der muslimischen Welt, etwa Scheich Al
Quaradawi, die sich für die Freilassung eingesetzt haben. "Es war
auch eine wichtige Komponente, gemeinsam sichtbar aufzutreten. Hier
danke ich besonders der österreich-islamischen Gemeinschaft, die
unter der Leitung von Prof. Anas Schakfeh wiederholt an die
Geseilnehmer appelliert hat."
Auf die Frage nach Rückforderungsmöglichkeiten antwortete die
Außenministerin: "Es gibt eine klare gesetzliche Regelung, die unter
bestimmten Bedingungen eine Rückforderungsmöglichkeit von bis zu
20.000 Euro vorsieht. Es geht aber grundsätzlich um die Verpflichtung
des Staates, in Notfällen zu helfen und um Solidarität in unsere
Gesellschaft in akuter Not. Wir haben noch keine genauen Aufschlüsse,
ob in diesem Fall, wie im Gesetz angeführt, grobes Verschulden
vorlag. Wir werden dem jedenfalls nachgehen." Über die eine oder
andere Verbesserung der bestehenden gesetzlichen Regelung, etwa in
der Verschuldensfrage, könne man diskutieren, ergänzte Plassnik.
Plassnik wies mediale Spekulationen über Lösegeldzahlungen
unmissverständlich zurück. Zugleich warnte sie vor "Wichtigmachern
und Alleswissern". Plassnik appellierte nachdrücklich an die Medien:
"Schaffen Sie keine Scheinrealitäten zum Thema Lösegeld! Sie arbeiten
damit den Terroristen direkt in die Hände!"
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten Presseabteilung Tel.: ++43 (0) 50 1150-3262, 4549, 4550, 3739 Fax: ++43 (0) 50 1159-213 mailto:[email protected] http://www.aussenministerium.at http://www.bmeia.gv.at
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