Grüne Wien/Untersuchungskommission: Patientenanwältin bestätigt mangelnde Qualität in der Versorgung

Pilz: "Offene Psychiatrie pervertiert zu Anhalte-Psychiatrie"

Wien (OTS) - Die Psychiatrie-Patientenanwältin Beatrice Kaufmann hat in der heutigen Sitzung der Untersuchungskommission Psychiatrie die mangelnde Qualität in der Versorgung am Otto Wagner Spital einmal mehr bestätigt. Viele Bewegungs-Beschränkungen von PatientInnen würden aus Personalmangel angeordnet. Auch die von Patientenanwälten immer wieder geforderte 1:1-Betreuung für fixierte PatientInnen ist im OWS auf Grund des Personalmangels nur in Einzelfällen möglich. "Auch die Information über die Anwendung von Beschränkungen ist mangelhaft", so Pilz. So würde etwa im OWS häufig nur die erstmalige Bewegungs-Beschränkung gemeldet, die darauf folgenden nicht mehr, obwohl dies im Gesetz vorgeschrieben ist. "Besonders dramatisch ist, dass in jenen Fällen, wo PatientInnen während der Unterbringung zu Schaden gekommen sind, die Patientenanwälte darüber nicht informiert wurden", kritisiert die Gesundheitssprecherin der Grünen Wien, Sigrid Pilz, die gängige Praxis im OWS.

Eine offene Psychiatrie, wie sie in ganz Wien praktiziert wird, braucht nach Angaben der Patientenanwälte genügend Personal. Dieser Schritt wurde aber nie vollzogen. "Das erklärt, warum es in Wien im Vergleich zu anderen Bundesländern so viel mehr Beschränkungsmaßnahmen gibt. Damit pervertiert die offene Psychiatrie durch den Personalmangel zu einer Anhalte-Psychiatrie", so Pilz, die einmal mehr die längst überfällige Personalaufstockung für die Psychiatrie in Wien fordert.

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