- 30.10.2008, 13:36:31
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Staatssekretär Hans Winkler zeichnete Yehuda Bauer mit dem Grossen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich aus
Wien (OTS) - Staatssekretär Hans Winkler zeichnete heute Professor
Yehuda Bauer, Ehrenvorsitzender der Internationalen Holocaust Task
Force (ITF), mit dem Grossen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um
die Republik Österreich aus.
Geboren 1926 in Prag, emigrierte Bauer 1939 nach Palästina, wo er
seine internationale akademische Karriere begann und zu einem der
weltweit führenden Forscher im Bereich des Holocaust wurde. Von 1996
bis 2000 war Bauer Leiter des International Centre for Holocaust
Studies in Yad Vashem. Auch heute fungiert er noch, wie auch im ITF
seit seiner Gründung im Jahre 1998, als wissenschaftlicher Berater.
Bauer ist Träger des Israel-Preises 1998.
Winkler unterstrich in seiner Laudatio, dass sich die Arbeit und
das Wirken von Prof. Bauer insbesondere dadurch auszeichneten, dass
er an Hand zahlreicher Studien immer wieder die Einmaligkeit des
Holocaust hervorhob, ohne andere Formen von Genozid oder
Massenvernichtung außer Acht zu lassen und ohne die Würde der Opfer
ein weiteres Mal zu verletzen. Nie zuvor sei versucht worden,
Menschen wegen ihrer Abstammung überall in der Welt zu vernichten.
Bauer habe es geschafft, durch seinen Mut, seinen außergewöhnlichen
Sinn für Sensibilitäten, aber auch durch seine Überzeugung und sein
Streben die Zeit des Holocaust einer radikalen Entmythologisierung zu
unterwerfen und zu einer echten Kultur der Erinnerung beizutragen.
Bauer wurde in den vergangenen Jahren aufgrund seiner langjährigen
Erfahrung und intensiven Beschäftigung mit der Shoa zu einem
unersetzlichen Berater für Österreich. Er habe wesentlich dazu
beigetragen, dass Österreich Mitglied des ITF wurde. Yehuda Bauer war
und ist ein grosser Freund Österreichs, der die österreichischen
Bemühungen um eine Aufarbeitung auch der dunklen Seiten seiner
Vergangenheit stets gewürdigt hat. Österreich - wie andere Länder
auch - brauche eine gezielte und exemplarische Erinnerung an die
Ursachen und die schier undenkbaren Auswirkungen des
Nationalsozialismus. Trotz aller Bemühungen bestehe in der breiten
Öffentlichkeit heute nach wie vor ein großer Nachholbedarf. Gerade im
Gedenkjahr 2008 müsse Bildung, Forschung und Gedenken vermehrt in den
Vordergrund gerückt werden, um nach siebzig Jahren eine nachhaltige
Veränderung in den Köpfen und im Bewusstsein der Menschen zu
erzielen.
Österreich führt derzeit den Vorsitz in der Internationalen
Holocaust Task Force. Der ITF gehören 25 Mitgliedstaaten an, darunter
Israel und die USA, sowie fast alle europäischen Länder, die vom
Holocaust betroffen waren. Sie alle bekennen sich zur "Stockholmer
Erklärung" und engagieren sich für die Umsetzung nationaler Politiken
und Programme zur Unterstützung der Bildung und Forschung auf dem
Gebiet des Holocaust und des Gedenkens. Am 10. November 2008 wird
Prof. Bauer im Rahmen einer Veranstaltung der ITF und der OSZE zum
Gedenken an das Novemberpogrom 1938 in der Wiener Hofburg einen
Festvortrag halten.
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten Mag. Katharina Swoboda Kabinett des Staatssekretärs Tel.: ++43 (0) 50 1150-3469 mailto:[email protected] http://www.aussenministerium.at http://www.bmeia.gv.at
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