• 30.10.2008, 13:32:02
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Chalupka fordert Paradigmenwechsel in der Integrationspolitik

Diakonie bekräftigt anlässlich des Reformationstages ihre Forderungen an die neue Regierung

Wien (OTS) - "Was wir uns von der neuen Regierung wünschen, ist
ein Paradigmenwechsel in der Integrationspolitik, und keine weitere
more-of-the-same Diskussion, wie wir sie in letzter Zeit miterleben
mussten", betonte Michael Chalupka/Direktor der Diakonie Österreich
bei der heutigen Pressekonferenz der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie
Wohlfahrt (BAG). Dabei haben die fünf größten Hilfsorganisationen in
Österreich (Caritas, Diakonie, Rotes Kreuz, Volkshilfe, Hilfswerk)
ihre gemeinsamen Forderungen an die neue Regierung vorgestellt.

"Von ernsthafter Integration kann nur die Rede sein, wenn sie auch
rechtliche Gleichstellung, soziale Chancengleichheit und die Wahrung
und Förderung kultureller Vielfalt bedeutet. Als einziger Lernerfolg
der Integrationsplattform ist zu verbuchen, dass dadurch Integration
als Querschnittmaterie verstanden wurde, die verschiedene politische
Handlungsfelder umfasst. Deshalb bedarf es hier einer klaren
politischen und bereichsübergreifenden Verantwortung und Steuerung.
Wir fordern daher ein Integrationsministerium, das ganzheitlich
arbeitet und alle Bereiche wie Bildung, Arbeitsmarkt, Kultur und
Soziales mitberücksichtigt", betont Chalupka.

Zu den weiteren Forderungen im Bereich Integration fordert
Chalupka, dass jeder Mensch, der sich legal in Österreich aufhält,
nach mehreren Jahren dauerhaft bleiben darf, mit seiner Familie
zusammenleben darf, Zugang zum Arbeitsmarkt erhält und arbeiten darf,
seine Religion ausüben sowie politisch und sozial mitbestimmend darf.

Mit Hinblick auf den morgigen Reformationstag erinnerte der
Diakonie-Direktor daran, dass es noch vor drei Generationen der
Kirche in der Dorotheergasse im ersten Wiener Gemeindebezirk nicht
gestattet war, Kirchtürme auf ihre evangelische Kirche zu setzen.
"Wenn wir morgen den Reformationstag begehen, dann sollten wir auch
daran denken, dass jeder Mensch, der sich legal in Österreich
aufhält, seine Religion ausüben und die eigene kulturelle Identität
bewahren darf. Für den Integrationsprozess ist das eine wesentliche
Voraussetzung, denn nur wer seine Wurzeln kennt und sie auch pflegen
kann, wird sich heimisch fühlen können."

Abschließend wies Michael Chalupka auf die Wichtigkeit des Zugangs
zu Bildung hin: "Als Evangelische ist uns bewusst, dass ein
bleibendes Erbe der Reformation der Zugang zu Bildung aller ist. Wir
wissen, dass Migrantinnen und Migranten die Sprache erlernen wollen,
vielmehr ist es eine Frage der Angebote und der Kosten. Wir fordern
daher Sprachförderungen bereits im Kindergarten, Ausbau der Angebote
im schulischen Bereich, sowie angepasste und leistbare
Bildungsangebote für Erwachsene. Für die neue Regierung ist jetzt
dringend an der Zeit, die Maßnahmen endlich umzusetzen, damit Zukunft
ohne Herkunft möglich wird."

Rückfragehinweis:

Bettina Klinger/Diakonie Österreich
   Leitung Kommunikation
   Mobil: 0664 / 314 93 95
   Tel: 409 80 01-14
   E-Mail: bettina.klinger@diakonie.at
   Internet: www.diakonie.at

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