ASFINAG: PPP - Halbzeit auf der größten Baustelle Mitteleuropas

Das erste PPP-Straßeninfrastrukturprojekt Österreichs geht in die zweite Projekthälfte

Wien (OTS) - Bereits im Jahr 2003 starteten bei der ASFINAG die Vorbereitungen für die heute größte Baustelle Mitteleuropas, dem Public Private Partnership Projekt zum Neubau der A 5 Nord Autobahn und der Weiterführung der S 1 Wiener Außenring Schnellstraße. Dabei wurde gemeinsam mit dem BMVIT festgelegt, wie die Trassen verlaufen, es wurden die Anzahl und die Breite der Fahrspuren bestimmt, die Lage der Knotenbereiche und Anschlussstellen sowie welche Querungen und Grünbrücken wo gebaut werden, wurde ebenfalls festgelegt. Ein entsprechendes UVP-Verfahren hat diese Festlegungen dann letztendlich auch so genehmigt. Damit entstanden drei Streckenzüge - A 5 von Eibesbrunn bis Schrick, die S 1 Ost und ein Teilabschnitt der S 2 von Eibesbrunn bis Süssenbrunn und die S 1 West von Korneuburg bis Eibesbrunn., deren Bau und Betrieb nach einer internationalen Ausschreibung nun das Bonaventura Konsortium ausführt. Das Projekt stellt einen Barwert von 933 Mio. Euro dar. Von diesem Barwert entfallen rund 800 Mio. Euro auf die Errichtung der Strecke. Für das rund 51 Kilometer lange Projekt sind in Summe 1.300 Mitarbeiter im Einsatz. Bereits im November 2009 wird der erste Abschnitt - S 2 Wiener Nordrand Schnellstraße und S 1 Ost - für den Verkehr freigegeben. Die Abschnitte A 5 und S 1 West sind dann spätestens im Februar 2010 für den Verkehr verfügbar.

Dipl.-Ing. Georg Kichler, ASFINAG Projektleiter PPP-Ostregion:
"Als Konzessionsgeber war und ist die ASFINAG unter anderem verantwortlich für das Vorprojekt bis zur Vergabe an den Konzessionär, für die Einreichplanung, den Grunderwerb, die Durchführung der Umweltverträglichkeitsprüfungen, Erwirkung der §4 BSTG Verordnung und die Ausübung von Kontrollrechten und -pflichten". Für die Planung, die Finanzierung, den Bau, den Betrieb und die Erhaltung über die 33-jährige Vertragsdauer zeichnet der Konzessionär verantwortlich. Von der ASFINAG erhält dieser nach der Inbetriebnahme ein monatliches Verfügbarkeitsentgelt und die sogenannte Schattenmaut, die pro Fahrzeug und pro gefahrenen Kilometer bemessen wird.

Sorgen, dass die Freigabe für den Verkehr nicht zeitgerecht erfolgt gibt es nicht. "Mit September dieses Jahres waren seitens der Bonaventura rund 60 Prozent der Bauleistung im PPP-Projekt Ostregion erbracht", erläutert Kichler. Zu sehen ist das bereits auf einigen Streckenabschnitten. So werden jetzt schon an vielen Stellen die Straßenbeläge aufgetragen. Die erste fertige Betonfahrbahndecke ist im Bereich S 1 Ost zwischen der S 2 bis kurz nach der zukünftigen Anschlussstelle Seyring zu sehen. Auch Teile der A 5 sollten heuer noch fertig gestellt werden.

Trotz planmäßigem Ablauf und erster konkreter Bilder der zukünftigen hochrangigen Streckenverbindungen, ist das PPP-Y-Projekt ein besonders herausforderndes für alle Beteiligten. Dipl.-Ing. Arno Piko, technischer Geschäftsführer der Arge PPP Ostregion: "Wir haben bildliche Vergleiche angestellt um die Mengen, die bei diesem Straßenbauprojekt bewegt werden greifbar zu machen. So entsprechen beispielsweise die bewegten rund zehn Millionen Kubikmeter Erde 3,2 mal dem Volumen der Pyramide von Gizeh." Rechnet man an diesem Beispiel weiter, sind das fast 600.000 LKW-Ladungen, die aneinandergereiht einen Konvoi von beinahe 100.000 Kilometern Gesamtlänge ergeben würde. "Um diese gewaltigen Mengen an Bauvolumen einerseits sowie an laufenden Auflagen andererseits auch bewältigen zu können, bedarf es einer gut überlegten Logistik. Wir bedienen uns dabei dem GPS. Innovativ dabei ist, dass wir eigene Referenzsysteme über die Baustelle installiert haben, die die vom GPS gelieferten Daten für uns effizient verwertbar machen. Nur so sind wir in der Lage alles ordnungsgemäß abhandeln zu können", meint Piko abschließend.

Projekt-Eckdaten: Bauwerke: - 76 Brückenbauwerke - 18 Wannenbauwerke bzw. Unterführungen - 7,4 km Tunnelstrecken (4 Tunnelbauwerke) mit modernster Tunnelausrüstung - 4,5 km eingehauste Umweltschutztunnel Stetten und Kreuzenstein - 2,4 km Tunnel Tradenberg - davon 1,4 km bergmännischer Vortrieb - 0,5 km Lärmschutztunnel Eibesbrunn - 11 volle Anschlussstellen, 3 Halbanschlussstellen, 2 Knotenbauwerke (Eibesbrunn und Korneuburg/ A22) - Entwässerungsmaßnahmen: 25 Beckenanlagen, 42 Pumpwerke - Rd. 81 km Lärmschutzmaßnahmen - Autobahnmeisterei & Überwachungszentrale - 2 Raststätten mit insgesamt 400 PKW- bzw. 260 LKW Parkplätzen, Hotel, Seminarräumen und LKW-Servicecenter Bauumfang: - Erdbewegungen: ca. 9 Mio. m3 - Asphalt: 390.000 to - Betondecke: 1.100.000 m2 - Entwässerung: 175.000 m - Lärmschutz: 155.000 m2 - Beton: 1.590.000 m3 - Betonstahl: 87.000 to - Gesamtgeräteeinsatz: 178 Stk. - Spitzenwert: 306 Geräte - Grundeinlöse: - 3.360 betroffene Grundstücke - 763 ha eingelöst Das sind: - 1.000 Fußballfelder - 12.700 Bauplätze für Einfamilienhäuser - die Gesamtfläche der Wiener Gemeindebezirke 4, 5, 6, 7 und 8 Rund 26 Prozent der eingelösten Flächen sind ökologische Ausgleichsflächen - Personaleinsatz: bis zu 1300 Personen am Projekt und rund 130 Personen in der Planung - Behördenverfahren: derzeit ca. 200 Bescheide mit rund 3400 Auflagen - Planung: ca. 11.000 Pläne - Verkehrsfreigabe: S 2 und S 1 Ost : November 2009 A 5 Süd und S 1 West: Februar 2010

Rückfragen & Kontakt:

Alexandra Vucsina-Valla
Tel: +43 (0) 50108-17825
Mobil: +43 (0) 664 60108-17825
alexandra.vucsina-valla@asfinag.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ASF0001