- 30.10.2008, 10:40:12
- /
- OTS0092 OTW0092
ASFINAG: PPP - Halbzeit auf der größten Baustelle Mitteleuropas
Das erste PPP-Straßeninfrastrukturprojekt Österreichs geht in die zweite Projekthälfte
Wien (OTS) - Bereits im Jahr 2003 starteten bei der ASFINAG die
Vorbereitungen für die heute größte Baustelle Mitteleuropas, dem
Public Private Partnership Projekt zum Neubau der A 5 Nord Autobahn
und der Weiterführung der S 1 Wiener Außenring Schnellstraße. Dabei
wurde gemeinsam mit dem BMVIT festgelegt, wie die Trassen verlaufen,
es wurden die Anzahl und die Breite der Fahrspuren bestimmt, die Lage
der Knotenbereiche und Anschlussstellen sowie welche Querungen und
Grünbrücken wo gebaut werden, wurde ebenfalls festgelegt. Ein
entsprechendes UVP-Verfahren hat diese Festlegungen dann letztendlich
auch so genehmigt. Damit entstanden drei Streckenzüge - A 5 von
Eibesbrunn bis Schrick, die S 1 Ost und ein Teilabschnitt der S 2 von
Eibesbrunn bis Süssenbrunn und die S 1 West von Korneuburg bis
Eibesbrunn., deren Bau und Betrieb nach einer internationalen
Ausschreibung nun das Bonaventura Konsortium ausführt. Das Projekt
stellt einen Barwert von 933 Mio. Euro dar. Von diesem Barwert
entfallen rund 800 Mio. Euro auf die Errichtung der Strecke. Für das
rund 51 Kilometer lange Projekt sind in Summe 1.300 Mitarbeiter im
Einsatz. Bereits im November 2009 wird der erste Abschnitt - S 2
Wiener Nordrand Schnellstraße und S 1 Ost - für den Verkehr
freigegeben. Die Abschnitte A 5 und S 1 West sind dann spätestens im
Februar 2010 für den Verkehr verfügbar.
Dipl.-Ing. Georg Kichler, ASFINAG Projektleiter PPP-Ostregion:
"Als Konzessionsgeber war und ist die ASFINAG unter anderem
verantwortlich für das Vorprojekt bis zur Vergabe an den
Konzessionär, für die Einreichplanung, den Grunderwerb, die
Durchführung der Umweltverträglichkeitsprüfungen, Erwirkung der §4
BSTG Verordnung und die Ausübung von Kontrollrechten und
-pflichten". Für die Planung, die Finanzierung, den Bau, den Betrieb
und die Erhaltung über die 33-jährige Vertragsdauer zeichnet der
Konzessionär verantwortlich. Von der ASFINAG erhält dieser nach der
Inbetriebnahme ein monatliches Verfügbarkeitsentgelt und die
sogenannte Schattenmaut, die pro Fahrzeug und pro gefahrenen
Kilometer bemessen wird.
Sorgen, dass die Freigabe für den Verkehr nicht zeitgerecht
erfolgt gibt es nicht. "Mit September dieses Jahres waren seitens der
Bonaventura rund 60 Prozent der Bauleistung im PPP-Projekt Ostregion
erbracht", erläutert Kichler. Zu sehen ist das bereits auf einigen
Streckenabschnitten. So werden jetzt schon an vielen Stellen die
Straßenbeläge aufgetragen. Die erste fertige Betonfahrbahndecke ist
im Bereich S 1 Ost zwischen der S 2 bis kurz nach der zukünftigen
Anschlussstelle Seyring zu sehen. Auch Teile der A 5 sollten heuer
noch fertig gestellt werden.
Trotz planmäßigem Ablauf und erster konkreter Bilder der
zukünftigen hochrangigen Streckenverbindungen, ist das PPP-Y-Projekt
ein besonders herausforderndes für alle Beteiligten. Dipl.-Ing. Arno
Piko, technischer Geschäftsführer der Arge PPP Ostregion: "Wir
haben bildliche Vergleiche angestellt um die Mengen, die bei diesem
Straßenbauprojekt bewegt werden greifbar zu machen. So entsprechen
beispielsweise die bewegten rund zehn Millionen Kubikmeter Erde 3,2
mal dem Volumen der Pyramide von Gizeh." Rechnet man an diesem
Beispiel weiter, sind das fast 600.000 LKW-Ladungen, die
aneinandergereiht einen Konvoi von beinahe 100.000 Kilometern
Gesamtlänge ergeben würde. "Um diese gewaltigen Mengen an Bauvolumen
einerseits sowie an laufenden Auflagen andererseits auch bewältigen
zu können, bedarf es einer gut überlegten Logistik. Wir bedienen uns
dabei dem GPS. Innovativ dabei ist, dass wir eigene Referenzsysteme
über die Baustelle installiert haben, die die vom GPS gelieferten
Daten für uns effizient verwertbar machen. Nur so sind wir in der
Lage alles ordnungsgemäß abhandeln zu können", meint Piko
abschließend.
Projekt-Eckdaten:
Bauwerke:
- 76 Brückenbauwerke
- 18 Wannenbauwerke bzw. Unterführungen
- 7,4 km Tunnelstrecken (4 Tunnelbauwerke) mit modernster
Tunnelausrüstung
- 4,5 km eingehauste Umweltschutztunnel Stetten und Kreuzenstein
- 2,4 km Tunnel Tradenberg - davon 1,4 km bergmännischer Vortrieb
- 0,5 km Lärmschutztunnel Eibesbrunn
- 11 volle Anschlussstellen, 3 Halbanschlussstellen, 2
Knotenbauwerke (Eibesbrunn und Korneuburg/ A22)
- Entwässerungsmaßnahmen: 25 Beckenanlagen, 42 Pumpwerke
- Rd. 81 km Lärmschutzmaßnahmen
- Autobahnmeisterei & Überwachungszentrale
- 2 Raststätten mit insgesamt 400 PKW- bzw. 260 LKW Parkplätzen,
Hotel, Seminarräumen und LKW-Servicecenter
Bauumfang:
- Erdbewegungen: ca. 9 Mio. m3
- Asphalt: 390.000 to
- Betondecke: 1.100.000 m2
- Entwässerung: 175.000 m
- Lärmschutz: 155.000 m2
- Beton: 1.590.000 m3
- Betonstahl: 87.000 to
- Gesamtgeräteeinsatz: 178 Stk.
- Spitzenwert: 306 Geräte
- Grundeinlöse:
- 3.360 betroffene Grundstücke
- 763 ha eingelöst
Das sind:
- 1.000 Fußballfelder
- 12.700 Bauplätze für Einfamilienhäuser
- die Gesamtfläche der Wiener Gemeindebezirke 4, 5, 6, 7 und 8
Rund 26 Prozent der eingelösten Flächen sind ökologische
Ausgleichsflächen
- Personaleinsatz: bis zu 1300 Personen am Projekt und rund 130
Personen in der Planung
- Behördenverfahren: derzeit ca. 200 Bescheide mit rund 3400
Auflagen
- Planung: ca. 11.000 Pläne
- Verkehrsfreigabe: S 2 und S 1 Ost : November 2009
A 5 Süd und S 1 West: Februar 2010Rückfragehinweis:
Alexandra Vucsina-Valla
Tel: +43 (0) 50108-17825
Mobil: +43 (0) 664 60108-17825
mailto:[email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | ASF






