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A 1/A 7 Knoten Linz: Neue Lärmschutzwände schützen künftig rd. 600 Anrainer von Ansfelden

Ansfelden/Linz (OTS) - Seit September 2008 laufen die Adaptierungsarbeiten der Lärmschutzwände im Bereich A 1/A 7 Knoten Linz. Projektgrundlage dafür bildete eine lärmtechnische Untersuchung in vier Bereichen westlich und östlich der A 7 sowie nördlich und südlich der Traunuferstraße unter Berücksichtigung der bestehenden Lärmschutzmaßnahmen. Dabei wurden bei 249 Objekten Grenzwertüberschreitungen in der Nacht von bis zu elf Dezibel gemessen.

"Zehn Dezibel mehr bedeutet doppelt soviel Lärm als gesetzlich festgesetzt ist", so DI Dr. Viktor Geyrhofer, Geschäftsführer der ASFINAG Autobahn Service GmbH. "Die ASFINAG versteht den Schutz der Anrainer vor den negativen Auswirkungen des Straßenverkehrs auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen als wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Mit der Errichtung von rd. vier Kilometern zusätzlicher Lärmschutzmaßnahmen werden künftig rd. 600 Anrainer der Stadtgemeinde Ansfelden unter den Grenzwert geschützt, wodurch neben der Erhöhung ihrer Lebensqualität insbesonders eine massive Reduktion der Gesundheitsbelastung erreicht wird", betont Geyrhofer.

Das gegenständliche Lärmschutzprojekt umfasst die Errichtung neuer, 4,00 m bis maximal 5,50 m hoher Lärmschutzwände im Bereich A 1/A 7 Knoten Linz. Das Konzept wurde in Zusammenarbeit und im Einvernehmen mit den Einsatzorganisationen erstellt. So werden etwa Fluchtwege dort eingerichtet, wo diese von den Vertretern der Blaulichtorganisationen für sinnvoll erachtet werden.

Errichtungszeit: Anfang September bis Mitte Dezember 2008 Gesamtkosten: netto ca. Euro 3 Mio.

Rechtliche Grundlage für die Errichtung von Lärmschutzmaßnahmen am bestehenden hochrangigen Straßennetz (Autobahnen und Schnellstraßen) ist die sogenannte Dienstanweisung für Lärmschutz, ausgegeben vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT). Diese sieht seit 1999 einen Grenzwert von 50 Dezibel in der Nacht und 60 Dezibel am Tag vor bei einem Wirtschaftlichkeitskriterium für die Errichtung von Lärmschutzwänden von 1:6. Diese für Anrainer großzügige Weisung zum Lärmschutz, die mehr als eine Verdoppelung der Ausgaben mit sich brachte (Vgl. 2004: Euro 35,7 Mio.; 2006: Euro 85,6 Mio.), wurde im Dezember 2006 durch eine striktere abgelöst. ASFINAG Geschäftsführer Geyrhofer: "Die wesentlichste Änderung im Rahmen der Novelle zur Dienstanweisung für Lärmschutz war die Herabsetzung des Wirtschaftlichkeitskriteriums von ursprünglich 1:6 auf nunmehr 1:3. Das bedeutet, dass die Kosten für Lärmschutzwände höchstens das Dreifache im Vergleich zu den Kosten für erforderliche Lärmschutzfenster betragen dürfen. Ursprünglich lag dieser Wert beim Sechsfachen. Auch die Maximalhöhe der Wände wurde von fünfeinhalb auf vier Meter gesenkt. Ausgenommen davon sind folgende Sonderfälle: die Belastung liegt mehr als zehn Dezibel über dem Grenzwert und neben den schutzwürdigen Anrainern erfährt auch eine größere Anzahl von Bewohnern, die knapp unter dem Grenzwert liegen, eine Verbesserung", so Geyrhofer. Und noch eine weitere Einschränkung gilt seit 2006: nur mehr Anrainer am hochrangigen Straßennetz, deren Bau vor dem 01.01.1996 bewilligt wurde, sind anspruchsberechtigt.

In Folge dieser Änderungen zur Dienstanweisung für Lärmschutz sanken die Ausgaben auf rund ein Drittel. "Langfristig werden sich die Investitionen in Lärmschutzwände am Bestand bei rund 30 Millionen Euro pro Jahr einpendeln", beziffert Geyrhofer die Auswirkungen der Novelle 2006.

Mit den in Österreich geltenden und europaweit niedrigsten Grenzwerten sind alle errichteten Lärmschutzmaßnahmen in der ausgeführten Größenordnung als gerechtfertigt anzusehen, da nicht nur die Topographie der Landschaft und die Ausbreitung von Schallwellen berücksichtigt werden, sondern auch die Wirtschaftlichkeit gemäß Dienstanweisung geprüft wird. "Dass man als Nutzer der Autobahn oder Schnellstraße nicht immer erkennen kann, für welche Objekte eine Lärmschutzmaßnahme errichtet wird, und es auch zu einer Einschränkung der Betrachtungsmöglichkeit der Landschaft kommt, kann nicht bestritten werden", so Geyrhofer. "Lärmschutzwände müssen so lange sein, damit die Wirkung einer zu kurzen Wand nicht von dem seitlich einfallenden Schall zunichte gemacht wird. Bei Extremfällen etwa an der West Autobahn ist die zulässige 50-Dezibel-Grenze bei Nacht wegen des starken Verkehrs bis zu einen Kilometer von der Autobahn entfernt".

Wenn nach lärmtechnischen Untersuchungen eine zu hohe Lärmbelastung festgestellt wird, werden die Planungen für die Errichtung von Lärmschutzwänden mit den Standortgemeinden und Einsatzorganisationen diskutiert. Anschließend schreibt die ASFINAG die herzustellenden Lärmschutzmaßnahmen nach dem Bundesvergabegesetz öffentlich aus. Die Auftragnehmer beziehen die Materialien für Lärmschutzwände meist von den mittelständischen österreichischen Firmen. Die Palette reicht von Holz- über Aluminiumkassetten bis zu Holzbetonwänden. So auch bei den derzeit in Errichtung befindlichen Schallschutzwänden im Knoten A 1/A 7. Ein Quadratmeter schlägt sich im Durchschnitt mit rd. 150 Euro zu Buche, womit ein Laufkilometer mit einer Maximalhöhe von 5,50 m in etwa 600.000 Euro kostet. "Dieser Preis ist angemessen", betont DI Werner Kaufmann, Leiter Konzeptive Planung der ASFINAG. "Die ASFINAG baut die wirtschaftlichsten Lärmschutzwände in ganz Europa. In Deutschland etwa kosten diese drei- bis vierhundert Euro pro Quadratmeter, in Frankreich sechs- bis achthundert. Wir haben mit den Lärmschutzkassetten ein sehr wirtschaftliches System, und mit Einstellung der Produzenten darauf ist diese Baumethode sehr günstig umzusetzen", stellt Kaufmann fest.

In Zukunft wird noch schneller feststellbar sein, ob Anrainer zu lauten Lärm ertragen müssen. Die ASFINAG erarbeitet in Kooperation mit den Bundesländern derzeit EU-Umgebungslärmkarten, in welchen alle Straßen, auf denen mehr als 16.000 Kraftfahrzeuge pro Tag fahren, mittels 3D-Modellen erfasst werden. Diese EU-Umgebungslärmkarten geben einen groben Anhaltspunkt wie hoch die Lärmbelastung der Menschen ist.

Aufbauend auf diesen Umgebungslärmkarten nach EU-Richtlinie wird erstmals für das gesamte ASFINAG-Netz ein Lärmschutzkataster erstellt, welcher wesentlich genauer sein wird als die EU-Umgebungslärmkarten. Kaufmann: "Wir nehmen hier eine Vorreiterposition innerhalb Österreichs und der EU ein. Es ist einzigartig in Österreich, dass ein Infrastrukturbetreiber derart genaue Aussagen über die Lärmsituation seines gesamten Streckennetzes machen kann. So werden auch Faktoren wie etwa unterschiedliche Geschwindigkeiten und Fahrbahnbeläge berücksichtigt. Mit Frühjahr 2009 wird der ASFINAG-Lärmkataster die Möglichkeit geben, Projekte für die Umsetzung nach Prioritäten zu reihen und er wird darüber hinaus belegen, wie viele Anrainer welcher Belastung ausgesetzt sind".

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Mag. Anita Oberholzer
Pressesprecherin
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