• 24.10.2008, 12:38:11
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AKNÖ: Regionalbanken lassen Kunden die Zeche zahlen

Staudinger zu teuren Bearbeitungs- und Beschaffungsgebühren: "Eine Frechheit"

Wien (OTS) - Wien (AKNÖ) Banken drängen auf einen teuren Umstieg
von Fremdwährungs- auf Eurokredite, und begründen dies mit höheren
"Geldbeschaffungskosten". Viele Institute ziehen auf Kosten der
KreditnehmerInnen die Notbremse und wollen bestehende
Fremdwährungskredite in Euro konvertieren. Durch den schwachen Euro
ist dies mit zum Teil herben Verlusten für die KreditnehmerInnen
verbunden. Dafür scheint den Kreditinstituten jedes Mittel recht zu
sein, wie die Einführung eines sogenannten "Liquiditätsaufschlages"!
Empört zeigt sich AKNÖ-Präsident Josef Staudinger: "Nicht nur dass
die SteuerzahlerInnen für den 100 Millionen-Bankenschirm zur Kassa
gebeten werden, sind jetzt kleine KreditnehmerInnen mit solchen
Zusatzkosten neuerlich belastet. Das ist schlicht gesagt eine
Frechheit, noch dazu wo die Banken selbst an der Finanzkrise nicht
unschuldig sind!"

Bei den Konsumentenschützern laufen diesbezüglich derzeit die
Telefone heiß. Besorgte Bankkunden berichten von unerwarteten
Gesprächen in Ihrer Bank. Inhalt:

Die Entwicklung des Euros zur Finanzierungswährung (z.B. CHF) ist
ungünstig und deshalb ist es ratsam sofort in den Euro zu wechseln.
Noch dazu müssen erhöhte Geldbeschaffungskosten an die völlig
verunsicherten KreditnehmerInnen weiterverrechnet werden. Diese
belaufen sich auf immerhin 1-2% der Kreditsumme. "Geht man von einer
durchschnittlichen Finanzierungssumme von 150.000 Euro aus, reden wir
wir hier von Mehrkosten von mindestens 15.000,- Euro pro Jahr, und
das noch ohne die aus unserer Sicht unvermeidbaren Erhöhung der
Kreditschulden", so AKNÖ-Finanzexperten Hafrank. Wäre der Kredit vor
knapp 5 Jahren aufgenommen worden, so erhöhen sich die Schulden um
rund 7.000,- Euro, im Falle einer voreiligen Konvertierung.

"Die Verrechnung dieses Liquiditätsaufschlages wird derzeit, unseren
Informationen zufolge, von einigen Raiffeisenkassen, Sparkassen und
Volksbanken an KundInnen mit laufenden Fremdwährungskrediten
durchgeführt." so Hafrank weiter. Die Rechtmäßigkeit wird derzeit
geprüft und ist grundsätzlich zweifelhaft, insbesondere bei jenen
Verträgen die eine derartige Vorgangsweise nicht abdecken.

"Sondergebühren" bei Krediten mit variablen Zinssätzen

Dabei waren einigen Kreditinstitute schon vor der Finanzkrise
durchaus kreativ, was die Einhebung von neuen Gebühren betrifft. Eine
"Bearbeitungsgebühr" zwischen 5 und 8 Euro verrechnen zurzeit die
Oberbank und einige Sparkassen für jede Zinsanpassung. Dabei
vereinbaren die Banken mit den KundInnen einen variablen Zinssatz,
der an diverse Referenzzinssätze laufend (meistens 4 Mal im Jahr)
angepasst wird. Diese Anpassungen sind eigentlich vertraglich
verpflichtend und werden schon seit Jahren durchgeführt. Doch jetzt
wird plötzlich jedes Mal dafür besagte Sonder-Bearbeitungsgebühr
verrechnet. Ganz neue Verträge beinhalten diese Gebühr bereits, bei
laufenden Verträgen wird sie rückwirkend eingeführt! "Rechtlich ist
dagegen nicht viel zu machen, aber wer jetzt aktuell einen Kredit
abschließt, soll sich dessen bewusst sein und das noch vor der
Unterzeichnung verhandeln", rät Konsumentenschützer Hafrank.

Hotline für AKNÖ-Mitglieder

Ab Montag, 27. Oktober, stehen die AKNÖ-Finanzexperten unter
05-7171-2007 für Probleme rund um ihre Fremdwährungskredite in der
Zeit von 8 bis 16 Uhr telefonisch zur Verfügung.

Presseinformation am 29.10.2009

Das Thema Fremdwährungskredite brennt vielen unter den Nägeln, es ist
deshalb notwendig objektive Informationen über den Umgang mit der
laufenden Finanzierung zu geben. Wir laden deshalb zu einer
Pressekonferenz am 29.10.2009, Beginn 10:00 Uhr, Windmühlgasse 28,
1060 Wien ein.

Rückfragehinweis:

AKNÖ-Konsumentenberatung, Ernst Hafrank, Tel. 05 7171-1310

Rückfragehinweis:
AKNÖ Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (01) 58883-1252
mailto:[email protected]
http://noe.arbeiterkammer.at

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