• 16.10.2008, 13:04:34
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FORMAT: Hohe Haftungen der Constantia B.V. für Immofinanz-Gruppe

Auch Spitz-Eigentümer Walter Scherb hat Put-Option

Wien (OTS) - Die Haftungen der in Amsterdam domizilierten
Constantia B.V. für die Immofinanz-Gruppe sind weit höher als bisher
angenommen. Die Holding von Christine des Castelbajac, Tochter des
Industriellen Herbert Turnauer, soll mit über 500 Millionen Euro
gegenüber der Immofinanz-Tochter Immoeast haften, berichtet FORMAT
unter Berufung auf Unternehmenskreise. Christian Kuhn, der Anwalt von
Castelbajac, äußerte sich auf Anfrage dazu nicht. Doch sehr
wahrscheinlich handelt es sich laut FORMAT dabei um eine
Gewährleistung für die Immofinanz Beteiligungs AG. Die begab im
Vorjahr eine Anleihe (Corporate Bond), "den die Immoeast aus Mitteln
der Kapitalerhöhung 2007 zeichnete", wie Wolfgang Reithofer, der
Aufsichtsratpräsident der Gruppe, diese Woche einräumte. Er
bestätigte auch, dass "derzeit noch 520 Millionen Euro aus dem
Corporate Bond aushaftend sind", deren Rückzahlung durch einen
Dritten gesichert sei - vermutlich durch die erwähnte Haftung der
Constantia B.V.

Auch das Risiko aus Put-Optionen ist höher als bislang angenommen.
FORMAT berichtete in der Vorwoche exklusiv, dass der Badener
Rechtsanwalt Rudolf Fries, eine Put-Option für seine 39,3 Millionen
Immofinanz-Aktien gegenüber der Constantia B.V. besitzt. Diese muss
ihm seine Papiere für sieben Euro pro Stück abnehmen, wenn er die
Option zieht. Neben Rudolf Fries hat auch dessen enger Freund Walter
Scherb eine solche.

Im Februar 2008 übernahm Walter Scherb, der Eigentümer des Linzer
Nahrungsmittelproduzenten Spitz, über seine Witiko Invest eine
Tochter der Constantia Privatbank: die S&I Immobilien Vermietungs
GmbH, in der ein stattliches Paket an Immofinanz-Aktien lagerte,
nämlich um die 20 Millionen Stück. Auch Scherb erhielt wie Fries eine
Absicherung. Laut FORMAT-Informationen ist die Constantia Packaging
B.V. daher verpflichtet, Immofinanz-Aktien für insgesamt 440
Millionen zurückzunehmen. Zum tatsächlichen Wert der Papiere klafft
beim derzeitigen Kurs ein Loch von 320 Millionen Euro, in der
Vorwoche betrug die Lücke sogar noch 370 Millionen.

Rückfragehinweis:
Rückfragen: FORMAT Wirtschaft, 217 55-0

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